Resolution der Vereinten Nationen:UN: Sklavenhandel ist "schwerstes Verbrechen gegen Menschlichkeit"
Die Vereinten Nationen nennen den transatlantischen Sklavenhandel einen "tiefgreifenden Bruch in der Weltgeschichte". Die USA kritisierten die Resolution. Deutschland enthielt sich.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat für eine Resolution gestimmt, die den transatlantischen Sklavenhandel als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkennt.
Quelle: dpaDie Vereinten Nationen haben den transatlantischen Sklavenhandel als "schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit" eingestuft.
123 Staaten stimmten in der UN-Generalversammlung für eine von Ghana eingebrachte Resolution, die unter anderem auch die unentgeltliche "unverzügliche und ungehinderte Rückgabe" von Kulturgütern und Kunstobjekten an Herkunftsländer fordert.
Der transatlantische Sklavenhandel war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das den Kern des Menschseins traf, Familien auseinander riss und Gemeinschaften zerstörte.
António Guterres, UN-Generalsekretär
Israel, die USA und Argentinien stimmten gegen den Text. Deutschland enthielt sich. Die Resolution ist rechtlich nicht bindend.
In Philadelphia ist eine Ausstellung über Sklavenschicksale wieder zu sehen. Ein Bundesgericht hat der Klage der Stadt Recht gegeben. US-Präsident Trump hatte sie zuvor entfernen lassen.
20.02.2026 | 0:20 min"Tiefgreifender Bruch in der Weltgeschichte"
Der Handel mit versklavten Menschen aus Afrika und deren rassistisch begründete Versklavung sei "aufgrund des tiefgreifenden Bruchs in der Weltgeschichte, ihres Ausmaßes, ihrer Dauer, ihres systemischen Charakters, ihrer Brutalität und ihrer bis heute fortwirkenden Folgen" als das "schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bewerten", hieß es im Resolutionstext.
Der UN-Nothilfekoordinator Fletcher hat die Vereinten Nationen um Hilfsgelder gebeten. Er sprach vom einem "harten Jahr", nachdem US-Präsident Trump die Zahlungen gekürzt hat.
19.09.2025 | 0:24 minResolution trifft auf US-Widerstand
US-Vertreter Dan Negrea nannte die Resolution höchst problematisch und sagte, der Staatenbund sei nicht gegründet worden, um spezifische Interessen und Agenden voranzutreiben und "internationale Nischentage zu etablieren", wie es auf der UN-Website hieß. Die Abstimmung fällt auf den Gedenktag für die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels.
Vor allem zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurden mehrere Millionen Menschen in Afrika versklavt und nach Nord- und Südamerika und in die Karibik gebracht. Etliche überlebten die Überfahrt nicht.
Der Sklavenhandel wurde in Großbritannien am 25. März 1807 verboten. In den USA wurde die Sklaverei 1865 in allen Bundesstaaten offiziell untersagt. Mit der Menschenrechtskonvention der UN wurde die Sklaverei 1948 weltweit verboten.
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