Social-Media-Sucht:Meta und Google müssen Klägerin Millionen zahlen
In einem Prozess um Social Media-Sucht hat eine 20-Jährige in den USA Recht bekommen. Das Gericht verurteilte Instagram und Youtube ihr eine Millionen-Entschädigung zu zahlen.
US-Gericht macht Google und Meta wegen Social-Media-Sucht haftbar.
Quelle: ImagoIn einem wegweisenden Prozess um die Abhängigkeit von sozialen Medien haben Geschworene in Los Angeles die Alphabet-Tochter Google und Meta am Mittwoch zu einer Schadenersatzzahlung von drei Millionen Dollar verurteilt. Geklagt hatte eine 20-jährige Frau, die nach eigenen Angaben als Jugendliche wegen des fesselnden Designs der Apps süchtig geworden war.
Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass die Konzerne bei der Gestaltung von Instagram und YouTube fahrlässig gehandelt und nicht ausreichend vor den Gefahren gewarnt hätten. Dies sei ein wesentlicher Faktor für die psychischen Probleme und Depressionen der Klägerin gewesen.
Der Hauptanwalt der Klägerin erklärte:
Das heutige Urteil ist ein Signal der Geschworenen an eine ganze Branche, dass die Zeit der Rechenschaft gekommen ist.
Hauptanwalt der Klägerin
Eine Nutzerin klagt, Tech-Konzerne gestalteten soziale Medien absichtlich auf eine Weise, die User abhängig macht. Dazu sagte im Februar in Los Angeles Meta-Chef Zuckerberg vor Gericht aus.
18.02.2026 | 2:06 minMeta zahlt 70 Prozent, Google 30 Prozent
Meta muss 70 Prozent der Summe tragen, Google 30 Prozent. Über einen möglichen Strafschadenersatz soll noch entschieden werden. Beide Konzerne wiesen die Vorwürfe zurück. Google teilte mit, man werde in Berufung gehen.
Meta erklärte, das Unternehmen prüfe rechtliche Schritte. An der Börse bewegten sich die Aktien von Alphabet und Meta nach dem Urteil kaum.
Immer lauter werden die Stimmen nach mehr Kinderschutz und Restriktionen innerhalb der sozialen Medien. Meta-Chef Mark Zuckerberg sieht sich vermehrt Kritik an seiner Plattform ausgesetzt.
19.02.2026 | 2:22 minSnap und Tiktok schließen Vergleiche
Da sich die Klägerseite auf die Gestaltung der Plattformen und nicht auf deren Inhalte konzentrierte, war es für die Unternehmen schwieriger, eine Haftung abzuwenden.
Der Ausgang des Verfahrens dürfte Tausende ähnlicher Klagen von Eltern, Generalstaatsanwälten und Schulbezirken gegen Technologieunternehmen beeinflussen.
Die ebenfalls angeklagten Firmen Snap und TikTok hatten sich vor Prozessbeginn mit der Klägerin auf einen Vergleich geeinigt, dessen Details nicht veröffentlicht wurden.
Weitere Prozesse im Sommer erwartet
Im Sommer wird vor einem Bundesgericht im kalifornischen Oakland ein weiteres Verfahren zur Social-Media-Sucht erwartet, das von mehreren Bundesstaaten und Schulbezirken angestrengt wurde.
Ein weiterer Prozess auf Bundesstaatsebene gegen Instagram, YouTube, TikTok und Snapchat soll nach Angaben von Klägeranwalt Matthew Bergman im Juli in Los Angeles beginnen.
Prozess in New Mexico: Millionenstrafe für Meta
Unabhängig davon hatten Geschworene in New Mexico Meta am Dienstag wegen Gesetzesverstößen verurteilt.
Ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico hat Meta zu 375 Millionen Dollar Strafe verurteilt. Der Facebook-Mutterkonzern soll die Gesundheit von Kindern gefährden.
25.03.2026 | 0:27 minDer dortige Generalstaatsanwalt hatte dem Konzern vorgeworfen, Nutzer über die Sicherheit von Facebook, Instagram und WhatsApp getäuscht und sexuelle Ausbeutung von Kindern auf diesen Plattformen ermöglicht zu haben.
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