Scrollen ohne Ende: Was Social Media mit dem Gehirn macht

Scrollen ohne Ende:Was Social Media mit dem Gehirn macht

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Meta-Chef Zuckerberg muss sich vor Gericht dem Vorwurf stellen, seine Social-Media-Apps seien suchtfördernd. Ab wann spricht man von einer Sucht und was macht das mit dem Gehirn?

Nur mal kurz auf Instagram, Tiktok und Co. und plötzlich ist eine Stunde rum und das Kopfweh da. In einem historischen Prozess in Los Angeles zum Suchtpotential von sozialen Medien muss sich derzeit neben Meta auch Google verantworten. Aber auch in Deutschland diskutieren SPD und CDU über ein Social-Media-Verbot für bestimmte Altersgruppen.  

Trauernde Eltern betrachten Bilder ihrer verstorbenen Kinder, die aufgrund von Online-Gefahren ihr Leben verloren habend und nun auf dem „Lost Screen Memorial“ ausgestellt sind.

In einem US-Prozess antwortet der Meta-Chef auf Vorwürfe, Instagram und Facebook machten junge Menschen süchtig. Zuckerberg sagt erstmals vor einer Jury aus.

18.02.2026 | 1:48 min

Wann wird das Scrollen zur Sucht? Darüber hat ZDFheute live mit dem Psychologen Christian Montag gesprochen. Manfred Patzer-Bönig, Vorsitzender des Fachverbands Medienabhängigkeit e.V. zeigt, wie man zu viel Social-Media-Zeit entgegenwirken kann.

Sehen Sie hier das Video in voller Länge oder lesen Sie es hier in Auszügen.

Symbolbild Handysucht ZDFheute Live

Soziale Medien wie Instagram, Tiktok und Co. können Nutzer süchtig machen. Ab wann das der Fall ist und was dagegen hilft analysiert ZDFheute live.

18.02.2026 | 28:42 min

Ab wann spricht man von einer "Social-Media-Sucht?"

Eine offizielle Diagnose "Social-Media-Sucht" gebe es bislang nicht, sagt Christian Montag. In der Forschung werde jedoch diskutiert, ob sich Kriterien anderer Abhängigkeiten, wie einer Computerspielabhängigkeit, übertragen lassen. Diese seien:

  • Kontrollverlust über den Konsum
  • Zentrierung des Alltags um soziale Medien
  • Unbelehrbarkeit: Negative Folgen von sozialen Medien werden ignoriert

Mediensucht-Experte Patzer-Bönig ergänzt: "Es ist natürlich schwierig, das jetzt irgendwie an Minuten festzumachen". Entscheidend sei, dass das Verhalten zu spürbaren Beeinträchtigungen führe und beispielsweise nicht mehr genug Zeit bleibe, beruflichen und Freizeitaktivitäten nachzukommen, resümieren beide Experten.

Was macht Social Media mit unserem Gehirn?


"Wir wissen, dass durch Likes das ventrale Striatum, das Belohnungssystem des Gehirns aktiviert wird", erklärt Psychologe Christian Montag. Dieses positive Feedback könne dazu führen, dass Nutzende überlegen: "Was muss ich eigentlich tun, um wieder so eine soziale Belohnung zu bekommen? Ach, ich muss ja wieder was posten". Wenn sich dieses Verhalten einmal eingeschlichen habe, sei es sehr schwer, dieses wieder abzulegen, erläutert Montag.

Gerade junge Menschen bis Anfang 20 würden hier zu einem übermäßigen Konsum neigen, weil die "Hirnreifung" noch nicht abgeschlossen sei und die "Selbstregulationsmechanismen" noch nicht vollständig greifen würden. Besonders schwierig werde es auch dadurch, dass das Gehirn bei kurzen Videos beispielsweise auf Tiktok "stakkatoartig" mit neuen Reizen konfrontiert werde. Das Gehirn springe darauf sehr stark an, so Montag.

Was hilft gegen zu viel Social Media?


Wenn man etwas am eigenen Konsum verändern wolle, gebe es eine Menge Möglichkeiten, erklärt Patzer-Bönig. Dazu gehören:

  • "Digital-Detox" Apps auf dem Smartphone aktivieren
  • Push-Benachrichtigungen abstellen
  • Die Farbeinstellungen ändern und das Display "auf grau stellen"
  • Alternative Wecker nutzen

Doch bei ausgeprägter Problematik reiche das oft nicht aus. In der Beratung zeige sich, dass Betroffene von "sozialem Rückzug" und "Gereiztheit" berichteten, Freundschaften litten. Besonders kritisch sieht er die Nutzung durch Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: "Soziale Medien wurden nie für Kinder konzipiert." Er spricht sich daher für gesetzliche Regulationen von sozialen Medien aus.

 Das Interview führte Christian Hoch bei  ZDFheute live, zusammengefasst hat es Caroline Kleine-Besten.

Über dieses Thema berichtete die ZDFheute live am 18.02.2026 ab 13:30 Uhr.

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