Elon Musk baut um: Alles auf KI - und ein Plan für Tesla

Wirtschaft erklärt mit Valerie Haller:Alles auf KI: Wie Musk sein Imperium neu aufstellt

von Tim Weber

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Elon Musk bündelt seine Unternehmen, um gezielter in KI zu investieren. Eine Strategie, in der auch Tesla eine neue Rolle zukommen soll. Kann das funktionieren?

Eine Collage zeigt Elon Musk, eine fallende Aktienkurve sowie durch KI gesteuerte Roboter

Musk will seine Firmen ganz auf KI ausrichten. Kann diese Strategie aufgehen? Und was bedeutet das für den E-Auto-Pionier Tesla? "WISO- Wirtschaft erklärt" mit Valerie Haller.

13.02.2026 | 9:30 min

Es ist eine beispiellose Übernahme: Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX hat den KI-Entwickler xAI mitsamt Kurznachrichtendienst X geschluckt. Brancheninsider schätzen den Wert von SpaceX nun auf über 1.000 Milliarden Euro. Das übertrifft sogar OpenAI - die Firma hinter ChatGPT.

Die beiden Unternehmen wollen zusammen noch stärker in Künstliche Intelligenz (KI) investieren. Dafür plant Musk unter anderem Rechenzentren im Weltall. Die Kälte im All soll die kostspielige Kühlung überflüssig machen, glaubt zumindest Musk.

Große Pläne für Tesla

Auch Tesla trimmt Musk konsequent auf KI. Statt der Produktion von klassischen E-Autos hat Musk eine neue Vision: autonome Taxis, die durch KI-Einsatz fahrerlos durch die Straßen navigieren.

Im Oktober 2024 kündigte Tesla dafür eine neue Produktionsreihe an: Das "Cybercab" verzichtet ganz auf Lenkrad und Gaspedal. Schon Ende dieses Jahres will Musk eine Million vollautonome Autos auf die Straßen der USA bringen.

Dazu kommt: Neuere Teslas sollen schon bald ein Software-Update erhalten und anschließend - wo möglich - autonom unterwegs sein. Wenn die Besitzer ihr Auto gerade nicht benötigen, kann es selbstständig Fahrgäste chauffieren, so das Geschäftsmodell.

Das Auto von Elmo fährt ohne Fahrer, gesteuert aus der Ferne. Mit mehreren Kameras und schnellen Netzwerken wird es sicher durch den Stadtverkehr manövriert.

Telefahren bringt Carsharing-Autos per Fernsteuerung genau dorthin, wo sie gebraucht werden. Die Technik soll Verkehr reduzieren, Städte entlasten und Mobilität flexibler machen.

10.12.2025 | 6:16 min

Erhebliche Zweifel an Musks Versprechen

Die Zahlen zeigen jedoch: Noch ist dieses KI-Versprechen von Musk reine Zukunftsmusik. Bislang stammt kein nennenswerter Umsatz aus dem Geschäft mit den autonomen Taxis. Experten äußern zudem erhebliche Zweifel an deren Umsetzbarkeit. Die technischen und regulatorischen Hürden seien enorm.

Das Auto muss auf jede unvorhersehbare Situation des Verkehrs richtig reagieren - ob ein einzelnes Update dafür ausreicht, ist fraglich. Zumal die Konkurrenz dafür auf komplexe Lasersysteme setzt, die den Teslas fehlen.

Auf der Zielanzeige eines Linienbusses des Nahverkehrsbetriebs im Landkreises Ludwigslust-Parchim wird der Schriftzug «Autonom in die Zukunft» angezeigt. Mit einem Auftaktworkshop wird das «Kompetenzzentrum autonomes Fahren im ländlichen Raum» gestartet. Ziel ist der Einsatz von fahrerlosen Fahrzeugen als Rufbus für einen flexiblen öffentlichen Nahverkehr in ländlichen Gebieten. (zu dpa: «Fahrerlos durch die Stadt: Autonomes Fahren im ÖPNV

In China und den USA gehören sie längst zum Straßenbild: fahrerlose Kleinbusse und Robotaxis. In Hamburg soll bald ein selbstfahrender Elektro-Bus von VW in den regulären Betrieb gehen.

17.06.2025 | 2:38 min

Auto-Geschäft im Sinkflug

Noch immer erwirtschaftet Tesla fast 87 Prozent seiner Einnahmen mit dem klassischen Auto-Verkauf, doch bei dem lief es zuletzt nicht mehr so gut. 2025 musste Tesla erstmalig einen Umsatzrückgang um knapp drei Prozent hinnehmen sowie das zweite Jahr in Folge sinkende Auto-Auslieferungen.

Einer der Hauptgründe ist die gestiegene Konkurrenz. Insbesondere chinesische Autobauer haben technisch aufgeholt und punkten mit günstigen Modellen. BYD verkauft inzwischen mehr Autos als Tesla. Und auch Musks Ausflug in die Trump-Regierung verprellte viele Kunden - vor allem in Europa.

Eine Collage des BYD und Tesla-Logos. Oben auf Schwarzem Grund mit weißer Schrift das BYD-Logo, unten das weiße Tesla-Logo auf rotem Grund.

Tesla hat zum zweiten Mal in Folge weniger Autos ausgeliefert als im Vorjahr. Ein Grund dürften die fehlenden Förderungen der US-Regierung beim Kauf eines Teslas sein, die im September ausliefen.

02.01.2026 | 0:43 min

Ein Wettlauf der Tech-Giganten

Nicht nur Musk verfolgt die Vision vom autonomen Fahren. Fast alle großen Tech-Player setzen voll auf KI und wollen beim Rennen um das autonome Auto mitspielen.

Waymo, eine Tochter von Alphabet, gilt als einer der Hauptkonkurrenten von Tesla. Das Unternehmen fährt in US-Großstädten bereits rund 400.000 bezahlte Fahrten pro Woche und hat erst kürzlich weitere 16 Milliarden US-Dollar an Kapital erhalten.

Auch Amazon mischt mit. Der Konzern sicherte sich 2020 mit der Übernahme des Start-ups Zoox den Einstieg in den Markt für autonome Taxis - und investiert ebenfalls massiv in KI-Rechenzentren. 200 Milliarden US-Dollar sollen es in diesem Jahr sein.

Firmenlogo von AWS

In Brandenburg entsteht eine neue Cloud-Infrastruktur von Amazon, um europäische Unternehmen unabhängiger von US-Anbietern zu machen. Der europäische Markt wird bisher von US-Konzernen dominiert.

15.01.2026 | 1:41 min

WISO - Wirtschaft erklärt: So heißt das neue Format, mit dem das ZDF-Wirtschaftsteam künftig regelmäßig aktuelle Wirtschaftsthemen erklärt - hier bei ZDFheute und auf dem ZDFheute-Youtube-Kanal. Schicken Sie uns gern Ihr Feedback oder Themenvorschläge an wirtschafterklaert@zdf.de.


Investoren setzen auf die KI-Vision

Umso überraschender: An der Börse notiert die Aktie von Tesla nur knapp unter dem Allzeithoch. Tesla bringt es auf einen Wert von aktuell rund 1,3 Billionen Euro - mehr als alle anderen großen Auto-Hersteller zusammen.

Die Erwartungen sind so gigantisch wie Musks Versprechen. Tesla muss bald liefern - damit die hohe Bewertung der Aktie gerechtfertigt ist. Noch vertrauen die Investoren dem Unternehmer Elon Musk, der bereits einige Unternehmen zum Erfolg geführt hat.

Der Konkurrenzdruck ist enorm, das steht fest. Im Rennen um KI und autonomes Fahren sind die Tech-Giganten unter sich. Für Tesla sind die Bedingungen wohl so schwierig wie selten zuvor. Neben dem harten Konkurrenzkampf muss Tesla auch technische und regulatorische Hürden möglichst schnell überwinden.

Die Elon-Musk-Story

Elon Musk attackiert die freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung. Auf seiner Kurznachrichtenplattform X hetzt er auf, interagiert mit Rechtsextremen und beschimpft Gegner.

11.03.2025 | 44:30 min

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Quelle: dpa

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Über dieses Thema berichtete WISO in dem Beitrag "Warum Tesla kein Autobauer mehr sein will" am 13.02.2026 um 10 Uhr.

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