BYD überholt US-Autobauer:Tesla-Absatz sinkt das zweite Jahr in Folge
Autobauer Tesla verbucht auch 2025 einen Absatzrückgang - das zweite Jahr in Folge. Rivale BYD aus China hat Tesla bei E-Autos überholt, doch Elon Musk spielt die Zahlen herunter.
Tesla hat zum zweiten Mal in Folge weniger Autos ausgeliefert als im Vorjahr. Ein Grund dürften die fehlenden Förderungen der US-Regierung beim Kauf eines Teslas sein, die im September ausliefen.
02.01.2026 | 0:43 minFür Tesla brachte das Jahresende eine bittere Erkenntnis: Ohne Subventionen verkaufen sich auch die Autos des Elektro-Vorreiters nicht so gut. Ende September ließ Präsident Donald Trump die Steuervergünstigung von 7.500 Dollar auslaufen. Danach fielen die weltweiten Auslieferungen von Tesla kräftig - um 15,6 Prozent auf 418.227 Fahrzeuge.
Tesla-Absatz fällt um 8,5 Prozent
Damit verbuchte Tesla im Gesamtjahr 2025 den zweiten Rückgang der Auslieferungen in Folge. Sie sanken um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge. Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht.
Im dritten Quartal waren die Tesla-Auslieferungen noch um 7,4 Prozent auf 497.099 Wagen hochgeschnellt, weil viele Interessenten in den USA noch die Prämie mitnehmen wollten. Der US-Investor und Analyst Gene Munster prognostiziert für das laufende Jahr eine Erholung der Tesla-Auslieferungen um etwa fünf Prozent.
Musk: Zukunft gehört ohnehin Robotaxis und Robotern
Firmenchef Elon Musk spielt allerdings die Bedeutung des Autoverkaufs für Tesla herunter und behauptet, dass die Zukunft des Unternehmens in selbstfahrenden Robotaxis und menschenähnlichen Robotern liegen werde. In beiden Bereichen steht Tesla allerdings erst am Anfang und trifft auf starke Konkurrenz.
So hat Tesla bisher nur ein paar Dutzend Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz, die zumeist von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet werden. Die Google-Schwesterfirma Waymo betreibt unterdessen mehr als 2.500 fahrerlose Wagen in mehreren US-Städten und ist auf Expansionskurs.
Selbstfahrende Autos: Geht Musks Rechnung auf?
Zusätzlich spannend ist, dass Musk bei selbstfahrenden Autos auf Kollisionskurs zum Großteil der Branche ist. Er behauptet, dass Teslas allein mit Kameras autonom fahren können. Waymo und andere Hersteller setzen dagegen zusätzlich auf weitere Sensoren, vor allem Laser-Radare, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten.
Geht Musks Kalkül auf, hätte Tesla einen enormen Kostenvorteil und könnte den Robotaxi-Markt tatsächlich aufrollen. Aber Experten haben Zweifel an Verlässlichkeit und Sicherheit einer solchen Lösung.
Tesla hat in Berlin seinen humanoiden Roboter "Optimus" vorgestellt. Der Roboter servierte in einem Einkaufszentrum Popcorn und winkte den Kunden zu.
20.12.2025 | 1:16 minAn humanoiden Robotern forschen auch viele chinesische Unternehmen und US-Firmen wie Agility Robotics und Figure AI. Sie arbeiten bereits daran, die Maschinen in der Industrie einzusetzen. Solange der Tesla-Absatz einigermaßen stabil bleibt, werde die Börse Musk Freiraum für die Zukunftsprojekte geben, glaubt Munster. Die Tesla-Aktie lag nach den Auslieferungszahlen leicht im Plus.
Potenzielle Käufer wenden sich von Tesla ab
2025 lief für Tesla holperig. In den ersten Monaten war Musk in Washington als Trumps Kostensenker im Regierungsapparat aktiv. Musk und Trump gingen im Frühsommer im Streit auseinander, was der Präsident mit der Abschaffung der E-Auto-Prämie erklärte. Musk bestritt das. Inzwischen vertragen sich die beiden wieder.
Tesla und Musk: Untrennbar verbunden. Deswegen erleidet Tesla in weiten Teilen Europas einen Imageverlust. In Norwegen kämpft das Unternehmen mit Preisnachlässen um seinen Marktanteil.
03.06.2025 | 2:06 minWegen Musks Auftreten und seiner politischen Ansichten wandte sich ein Teil der potenziellen Tesla-Käufer ab. Zu Jahresbeginn wurde Tesla zudem vom Modellwechsel beim Bestseller Model Y gebremst. Teslas futuristisch aussehender Elektro-Pickup Cybertruck wirkt wie ein Flop.
BYD nun weltweit größter E-Autobauer
In den USA griffen Käufer zuletzt verstärkt zu Autos mit Verbrenner- und Hybrid-Antrieben - und in Europa waren andere Hersteller auf dem Vormarsch.
So erreichte der chinesische Wettbewerber BYD 2025 das eigene Absatzziel und liegt damit nun als weltweit größter E-Autobauer vor Tesla. BYD lieferte im vergangenen Jahr mit rund 4,6 Millionen Fahrzeugen aus knapp acht Prozent mehr aus als im Vorjahr, darunter 2,3 Millionen reine E-Autos. Die Zahl der verkauften E-Autos zog damit dem Unternehmen zufolge um 28 Prozent an.
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