Varta: Batteriehersteller meldet Insolvenz an

Sanierung gescheitert:Batteriehersteller Varta meldet Insolvenz an

|

Varta steht für Batterien "Made in Germany". Nun meldete das schwäbische Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an. Das Geschäft mit Haushaltsbatterien ist nicht betroffen.

Batteriehersteller Varta stellt Insolvenzantrag

Gleich vier Geldgeber des Unternehmens Varta halten das Geschäft für nicht mehr zu retten und fordern ihre Kredite zurück. Nur der profitable Bereich der Batterieherstellung wird ausgeklammert.

24.07.2026 | 0:40 min

Die Sanierung des schwäbischen Batterieherstellers Varta ist nach weniger als zwei Jahren gescheitert. Das Unternehmen aus Ellwangen will sich nun in einer Insolvenz in Eigenverwaltung sanieren, wie die Varta AG mitteilte. "Ziel dieses Schrittes ist es, die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu sichern und eine nachhaltige Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen."

Haushaltsbatterien-Sparte soll herausgehalten werden

Allerdings steht Varta vor der Zerschlagung. Die profitable Haushaltsbatterien-Sparte soll aus der Insolvenz herausgehalten werden. Die Gläubiger um die Deutsche Bank und mehrere Hedgefonds wollen die Varta Consumer Batteries selbst übernehmen. Der Bereich sei "rechtlich und operativ separiert und finanziell eigenständig" aufgestellt, hieß es in der Mitteilung.

Nach Unternehmensangaben sind neben der Varta AG als Konzernmuttergesellschaft mit Sitz in Ellwangen auch die operativen Einheiten Varta Microbattery GmbH, Varta Micro Production GmbH und Varta Storage GmbH von der Antragstellung betroffen.

Varta vor Insolvenz - Apple hatte Zusammenarbeit beendet

Als Ursachen für die erneute Krise nennt Varta "deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungseffekte sowie zuletzt die Entscheidung eines Ankerkunden, die Zusammenarbeit zu beenden".

Damit ist Apple gemeint: Der US-Technologieriese bezieht die wiederaufladbaren "CoinPower"-Knopfzellen für seine "AirPods"-Kopfhörer künftig aus China statt aus dem Varta-Werk im bayerischen Nördlingen, das vor wenigen Jahren massiv erweitert worden war.

Chinas Präsident Xi will sein Land zur Weltmacht führen

Während die Welt durch zahlreiche Krisen abgelenkt ist, baut China die eigene Macht aus. Hightech, Geopolitik, große Pläne: China-Korrespondentin Elisabeth Schmidt zeigt, wo die Risiken liegen.

12.05.2026 | 19:00 min

Keine weitere Kapitalspritze für Varta

Varta sei nicht zahlungsunfähig, laufe aber ohne frisches Geld in die Überschuldung hinein, betonte das Unternehmen. Die bisherigen Eigentümer, der Sportwagenbauer Porsche und der österreichische Unternehmer Michael Tojner, waren nicht zu einer weiteren Kapitalspritze bereit, die die Gläubiger auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag beziffert hatten.

In einem Eigenverwaltungsverfahren kann der Vorstand die Geschicke des Unternehmens weiter leiten, er wird nur von einem Sachwalter überwacht, den das Gericht ernennt. "Die Varta AG hatte in den vergangenen Quartalen mit großen Herausforderungen zu kämpfen", sagte Vorstandschef Michael Ostermann. Der Vorstand arbeite "mit aller Kraft daran, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, eine nachhaltige Fortführung zu ermöglichen und für alle Stakeholder die bestmöglichen Perspektiven zu schaffen."

Mitarbeiter montieren Elektro-Bullis ID Buzz im Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge am 04.03.2026 in Hannover.

Die deutsche Industrie steckt in der Krise. In der Automobilbranche sorgt der massive Abbau von Arbeitsplätzen für Verunsicherung, während der Strukturwandel ganze Unternehmen unter Druck setzt.

17.03.2026 | 8:34 min

Auch für die Tochter Varta Microbattery, die unter anderem Knopfzellen für Hörgeräte produziert, ist ein Verfahren in Eigenverwaltung angemeldet. An ihr hat Tojner Interesse angemeldet, hält aber auch dort tiefgreifende Einschnitte für nötig. Varta produziert auch Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen. Eine Sprecherin des Amtsgerichts Stuttgart sagte, die Anträge würden derzeit von der zuständigen Richterin geprüft.

Haushaltsbatterien-Sparte von Varta mit 240 Millionen Euro bewertet

Varta hatte sich erst 2024 mit einem Verfahren nach dem StaRUG-Restrukturierungsgesetz saniert. Nach kostspieligen Fehlinvestitionen war das Unternehmen nicht mehr in der Lage, seinen Schuldenberg zu bedienen. Im Zuge dessen war die Porsche AG eingestiegen und hatte die Mehrheit am Geschäft mit Lithium-Ionen-Zellen (V4Smart) übernommen, die der Sportwagenbauer für seine Elektro-Modelle braucht.

Mehrheitsaktionär Tojner und Porsche gaben eine Kapitalspritze über 60 Millionen Euro, drängten die übrigen Aktionäre hinaus und nahmen das Unternehmen von der Börse. Die Gläubiger verzichteten auf gut die Hälfte ihrer Forderungen, sollten aber im Gegenzug an späteren Gewinnen beteiligt werden. Ihnen fällt nun die Haushaltsbatterien-Sparte zu, die allein mit 240 Millionen Euro bewertet wird.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.

Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.

→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen


Quelle: Reuters, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "" am 24.07.2026 um 19:37 Uhr.

Weitere Nachrichten aus der Unternehmenswelt