Sicherheitsvorfall bei OpenAI:Experte: Fehlende Kontrolle bei KI ist "hochgefährlich"
Ein autonomer Hackerangriff durch KI zeigt laut dem IT-Experten Kipker: Die Kontrolle über Systeme ist begrenzt. Die Technologie entwickelt sich schneller als die Schutzmaßnahmen.
Der autonome Hackerangriff habe das gezeigt, was lange befürchtet worden sei, so der Experte für Cybersicherheit, Dennis-Kenji Kipker. OpenAI habe die Kontrolle über ein KI-Programm verloren.
23.07.2026 | 3:56 minEin autonomer Cyberangriff durch ein KI-Modell sorgt für neue Debatten über die Sicherheit Künstlicher Intelligenz. Bei einem internen Test des ChatGPT-Entwicklers OpenAI brach ein System aus einer geschützten Umgebung aus und griff eigenständig und ohne menschliches Zutun Systeme einer anderen KI-Firma an.
Cybersicherheitsexperte Dennis-Kenji Kipker warnt vor unterschätzten Risiken und fehlender Kontrolle. Im Interview mit Moderatorin Nazan Gökdemir im heute journal update sagt Kipker auch, der Vorfall sei nicht überraschend.
Experte: Fehlende Kontrolle hochgefährlich für Cybersicherheit
Der Hackerangriff des KI-Modells von OpenAI zeige genau das, was Cybersicherheitsforschende seit langem befürchtet hätten: OpenAI habe die Kontrolle über den Ablauf des Sicherheitsprozesses verloren. "Niemand hat den Angriff angeordnet", so Kipker. "Niemand hat den Angriff bemerkt und deswegen hat auch niemand eingegriffen."
Selbst die Entwickler fortschrittlichster KI-Modelle haben eben keine absolute, vollständige Kontrolle über eine Technologie.
Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Experte für IT-Sicherheitsrecht
Das sei "hochgefährlich für die globale Cybersicherheit", sagt der Experte.
Ein KI-System der US-Firma OpenAI ist aus seiner Testumgebung ausgebrochen. Es hat sich eigenständig Zugang zum Internet verschafft und ein anderes Unternehmen gezielt angegriffen.
23.07.2026 | 1:46 minGefahr durch Missbrauch: Kipker warnt vor Cyberkriminellen
Gleichzeitig relativiert Kipker mögliche Ängste: "Von einem vollständigen, dauerhaften KI-Kontrollverlust sind wir im Allgemeinen aber noch weit entfernt."
... ist Professor für IT-Sicherheitsrecht und forscht als wissenschaftlicher Direktor und Gründer des cyberintelligence.institute in Frankfurt am Main an der Schnittstelle von Recht und Technik in der Cybersicherheit, Konzernstrategie sowie zu digitaler Resilienz im Kontext globaler Krisen. In dieser Funktion berät er die Bundesregierung, die Europäische Kommission und Unternehmen weltweit. 2025 wurde Kipker in die Capital "Top 40 unter 40" aufgenommen, womit Persönlichkeiten ausgezeichnet werden, deren berufliches Wirken als besonders einflussreich und zukunftsweisend gilt.
Der konkrete Fall sei unter besonderen Testbedingungen entstanden, betont er: "Die Modelle liefen ja in diesem Test bewusst mit gelockerten Sicherheitsgrenzen."
Im normalen Betrieb wäre zumindest ein derartiger Ausbruch deutlich unwahrscheinlich.
Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Experte für IT-Sicherheitsrecht
Die Situation sei jedoch eine andere, wenn Cyberkriminelle eine solche KI-Lösung missbrauchten.
KI-Risiken unterschätzt: Kipker fordert breiteren Blick
Ein zentrales Problem sieht Kipker in der fehlenden gesellschaftlichen Debatte über die Folgen von KI. "Von einer breiten Risikowahrnehmung sind wir noch sehr weit entfernt", sagt er.
Unternehmen integrieren KI-Lösungen schneller, als sie eigentlich die entsprechenden Sicherheitsmöglichkeiten schaffen können.
Dennis-Kenji Kipker
Es brauche einen ganzheitlichen Blick, nicht nur auf IT-Sicherheit, sondern auch auf Auswirkungen auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, betont Kipker. Ein sinnvoller Ansatz könnte die Gründung eines KI-Sicherheitsinstituts sein, wie es beispielsweise der Nationale Sicherheitsrat fordert.
Auch autonome KI-Systeme können Hacker sein, so Florian Neuhann. Die IT-Sicherheit solle massiv aufgerüstet werden – "ironischerweise auch mithilfe von KI".
22.07.2026 | 2:31 minKipker verweist auf Großbritannien, dessen Technologieministerium ein solches Institut bereits gegründet hat. Allerdings könne es in Deutschland zum Problem werden, die erforderlichen personellen und wirtschaftlichen Mittel kurzfristig aufzubringen und zu koordinieren.
Vorfall könnte OpenAI stärken
Für das betroffene Unternehmen OpenAI sieht Kipker trotz des Vorfalls keinen Imageschaden.
Ich glaube, er wird das Unternehmen eigentlich eher stärken.
Dennis-Kenji Kipker
Der Grund: "OpenAI [hat] damit gezeigt, dass sein Produkt so gut funktioniert, dass es eben auch die eigenen Sicherheitsvorkehrungen [...] überwunden hat." Damit habe nicht einmal die Entwicklerfirma selbst gerechnet.
OpenAI will an die Börse, doch ein misslungener Testlauf neuer Modelle weckt Befürchtungen um mangelnde Kontrolle. ZDF-Börsenexpertin Stephanie Barrett berichtet.
22.07.2026 | 0:58 minWer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
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