OpenAI: KI wird ungewollt zum Hacker

"Beispielloser Cyberzwischenfall":OpenAI: KI wird ungewollt zum Hacker

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Bei einem Testlauf drang eine von OpenAI entwickelte KI-Software wohl ungeplant in das Netzwerk eines Unternehmens ein. OpenAI erläutert nun, wie es so weit kommen konnte.

Symbolbild: OpenAI - Logo

Eine KI-Software von OpenAI hat sich bei einem Testlauf selbstständig gemacht.

Quelle: AFP

Ein außergewöhnlicher Zwischenfall beim Testlauf neuer KI-Modelle des ChatGPT-Entwicklers OpenAI demonstriert das Risiko potenzieller Cyberattacken mit Künstlicher Intelligenz. Die Software drang eigenständig in Computersysteme einer anderen KI-Firma ein und verhielt sich dabei wie ein gewiefter Hacker, wie aus einem Blogeintrag von OpenAI hervorgeht.

KI-Unternehmen von KI gehackt

Das betroffene Unternehmen Hugging Face, eine Plattform für KI-Anwendungen, berichtete bereits vergangene Woche von einem Cyberangriff mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Nun stellt sich heraus, dass dieser auf einen internen Versuch bei OpenAI zurückging, den die Software ungeplant zu weit trieb.

OpenAI wollte laut dem Blogeintrag beim neuen Modell GPT-5.6 Sol und einer noch unveröffentlichten künftigen Version die Fähigkeit ausloten, Sicherheitslücken für Cyberattacken auszunutzen. Dafür sollte die Software Aufgaben eines Standard-Tests mit dem Namen ExploitGym lösen, der dafür oft in der Branche verwendet wird. Doch die KI-Modelle gingen viel weiter als erwartet, um die Aufgabe zu erfüllen.

Leuchtschrift „Code with Claude“ auf der Entwicklerkonferenz „Code with Claude“ von Anthropic am Mittwoch, dem 6. Mai 2026, in San Francisco

Auch Anthropic entwickelt mit "Claude Mythos" eine KI, die unbekannte Softwarelücken aufdeckt. Doch genau diese Lücken könnte sie auch ausnutzen.

17.05.2026 | 3:13 min

KI-Software bricht aus Testumgebung aus

Zunächst brach die Software aus der Testumgebung aus, indem sie sich auf eigene Faust Zugang zum offenen Internet verschaffte - und zwar über eine bisher unentdeckt gebliebene Schwachstelle.

Während sie eigenständig im Netz unterwegs waren, kamen die Modelle zu dem Schluss, dass es bei Hugging Face nützliche Daten und Lösungen für die ExploitGym-Aufgaben geben könnte. Deshalb habe die Software sich Zugang zu "geheimen Informationen" auf der Plattform verschafft, mit denen sie beim ExploitGym-Test schummeln könnte, erläuterte OpenAI.

Auf dem Bildschirm eines Laptops ist ein Hackerprogramm geöffnet.

Cyberangriffe werden immer schneller - unter anderem beschleunigt von KI. Darum ging es auch auf der Konferenz für Cybersicherheit in Potsdam.

25.06.2026 | 2:06 min

Auch dafür setzte die OpenAI-Software unter anderem auf zuvor unentdeckte Sicherheitslücken - aber auch auf gestohlene Zugangsdaten. Hugging Face zufolge führte der KI-Angreifer tausende Schritte aus und wechselte den Standort der digitalen Steuerzentrale der Attacke. OpenAI selbst sprach von einem "beispiellosen Cyber-Zwischenfall".

OpenAI kündigte eine "gründliche Untersuchung" des Vorfalls in Zusammenarbeit mit Hugging Face an. Die Unternehmen wollen "weitere Details zu den Schwachstellen, dem Vorfall und den Erkenntnissen veröffentlichen", sobald diese Untersuchung abgeschlossen ist.

Experten warnen vor KI-Cyberattacken

Experten warnen schon lange vor Cyberattacken mit KI-Software. In den vergangenen Monaten heizte vor allem ein neues Modell des OpenAI-Rivalen Anthropic die Debatte an. Die Software mit dem Namen "Claude Mythos" entdeckte über Jahrzehnte unentdeckt gebliebene Sicherheitslücken bei viel genutzten Programmen und Online-Diensten. Die Schwachstellen konnten in der Folge gestopft werden. Doch zugleich führte das vor Augen, dass solche KI in den falschen Händen als verheerende Cyberwaffe dienen kann.

Schaltgespräch zwischen Slomka und Kipker

"Claude Mythos" könne eine große Zahl von IT-Sicherheitsschwachstellen finden, sagt IT-Sicherheitsexperte Dennis-Kenji Kipker.

17.05.2026 | 5:27 min

Anthropic macht die vollen Möglichkeiten von "Claude Mythos" nur für ausgewählte Behörden und Unternehmen zugänglich. Für andere gibt es eine abgespeckte Version mit dem Namen "Claude Fable", der unter anderem die Cybersicherheits-Fähigkeiten fehlen.

Nach Warnungen, dass die KI-Modelle von den Zügeln befreit werden könnten, musste Anthropic auf Geheiß der US-Regierung den Zugang zu "Claude Mythos" und "Claude Fable" zeitweise sperren. Die Beschränkung wurde teilweise wieder aufgehoben: "Claude Fable" ist wieder allgemein verfügbar, "Claude Mythos" nur für ausgewählte genehmigte US-Organisationen.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 22.07.2026 ab 08:30 Uhr.

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