BKA und Innenminister Dobrindt: Deutschland als "Top-Angriffsziel" für Cyberkriminelle

BKA und Innenminister Dobrindt:Deutschland als "Top-Angriffsziel" für Cyberkriminelle

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Deutschland wird immer mehr zu einem "Top-Angriffsziel" von Cyberkriminellen. Die dadurch entstehenden Schäden haben einen Höchstand erreicht, betont Innenminister Dobrindt.

Cyberkriminalität

Das Bundeskriminalamt hat das Lagebild zur Cyberkriminalität vorgestellt.

12.05.2026 | 1:33 min

Immer mehr deutsche Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen werden Opfer von Ransomware-Attacken, bei denen Kriminelle ihre Daten verschlüsseln und dann Lösegeld für die Freigabe fordern.

Bereitschaft zu Lösegeldzahlungen rückläufig

Wie aus dem aktuellen Bundeslagebild Cybercrime hervorgeht, sinkt jedoch die Bereitschaft der Geschädigten, Lösegeld zu zahlen. Im vergangenen Jahr wurden laut Bundeskriminalamt (BKA) bundesweit 1.041 Fälle von Ransomware-Angriffen und anderen Formen von mit Erpressung verbundenem Datendiebstahl angezeigt. Im Jahr zuvor waren 950 dieser schweren Cyberstraftaten zur Anzeige gebracht worden.

Archiv: Eine Geheimdienst-Mitarbeiterin sitzt in der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in einem Schulungsraum.

In Zeiten hybrider Bedrohungen soll der BND mehr Befugnisse bekommen und operativ arbeiten dürfen. Bislang beschränkt sich der Dienst vor allem auf Analysen.

28.04.2026 | 9:37 min

Das Lagebild umfasst auch andere Formen digitaler Kriminalität wie DDoS-Angriffe, bei denen Internetseiten oder Online-Dienste mit Anfragen überflutet und lahmgelegt werden.

Cyberkriminalität ist eine der größten Herausforderungen für die öffentliche Sicherheit in Deutschland.

Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister

Das sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bei der Vorstellung des Lagebilds in Berlin. Die Vizepräsidentin des Bundeskriminalamts (BKA), Martina Link, ergänzte:

Deutschland gehört über alle Erscheinungsformen von Cybercrime regelmäßig zu den Top-Angriffszielen in der Welt.

Martina Link, BKA-Vizepräsidentin

Dobrindt: Fokus auf Russland

Zu den Tätern sagte der Innenminister: "Russland ist bei uns im Fokus." Die Aktivitäten aus dem russischen Raum hätten seit Beginn des Ukraine-Kriegs deutlich zugenommen.

Schaltgespräch mit Lars Bohnsack

Die Bundesregierung warf Russland im Dezember einen Cyberangriff auf die deutsche Flugsicherung und eine Desinformationskampagne im Bundestagswahlkampf vor. Der Botschafter wurde dazu einbestellt.

12.12.2025 | 1:23 min

Dobrindt wies darauf hin, dass die Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) das Problem noch verschärfe, weil dadurch die Technik ausgefeilter und die Schwelle der Nutzung niedriger werde. Auch Menschen ohne technische Vorkenntnisse könnten sich mit Hilfe von KI entsprechende Fähigkeiten schnell aneignen.

Gesetz zur Cyberabwehr soll kommen

Der CSU-Politiker kündigte ein Gesetz zur aktiven Cyberabwehr an. Dieses solle die Rechtsgrundlage dafür schaffen, dass die Behörden Cyberangriffe nicht nur abwehren können, sondern auch die Infrastruktur von Angreifern stören und zerstören dürfen. "Technisch sind wir dazu heute in der Lage."

Deutschland als Ziel von Cyberangriffen

Deutschland steht im Fadenkreuz von Cyberangriffen krimineller Organisationen und staatlicher Akteure. Im November wurde der Lagebericht zur IT-Sicherheit vorgestellt.

11.11.2025 | 2:38 min

Man wolle Elemente, die man bei der Strafverfolgung einsetzen könne, auch für die Gefahrenabwehr verwenden. "Aus unserer Sicht ist das eindeutig eine Regelungslücke, die geschlossen werden muss."

Angriffe auf Krankenhäuser, Verwaltungen, Verkehrsbetriebe

Ransomware-Attacken haben in der Vergangenheit schon Krankenhäuser, Kommunalverwaltungen und Verkehrsbetriebe vorübergehend lahmgelegt. Größere Einrichtungen, die zur sogenannten kritischen Infrastruktur gehören, sind inzwischen gesetzlich verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um Cyberangriffe zu vermeiden. Im Falle eines erfolgreichen Hackerangriffs müssen sie den Vorfall an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden.

Rund 90 Prozent der Angriffe richteten sich im vergangenen Jahr gegen kleine und mittlere Unternehmen.

Manfred Weber bei Maybrit Illner

Manfred Weber, EVP-Vorsitzender im Europa-Parlament, fordert bei "maybrit illner": Europa soll Russland mit gezielten Cyberangriffen Grenzen aufzeigen.

02.10.2025 | 1:19 min

Nur sieben Prozent der von Ransomware-Attacken Betroffenen zahlten 2025 nach eigenen Angaben Lösegeld, nach neun Prozent im Jahr zuvor. Bei den Geschädigten, die sich dafür entschieden, den Forderungen der Kriminellen nachzugeben, lag die gezahlte Lösegeldsumme laut BKA bei durchschnittlich rund 456.300 US-Dollar (rund 387.000 Euro) und damit deutlich höher als im Jahr zuvor (276.615 Dollar).

Angriffe aus politischer Motivitaion nehmen zu

Einen Anstieg beobachtet die Polizei auch bei DDoS-Angriffen. Attacken sogenannter Hacktivisten, die IT-Systeme aus politischen Gründen lahmlegen, stiegen 2025 den Angaben zufolge um 224 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was vor allem mit der deutschen Unterstützung für die Verteidigung der Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg in Zusammenhang gebracht wird.

Das EU-Parlament hat heute entschieden,künftig europaweit härter gegen Cybermobbing vorzugehen.

Mobbing im Internet ist besonders gefährlich, denn es verbreitet sich schneller als offline. Das EU-Parlament will nun härter dagegen vorgehen.

30.04.2026 | 1:46 min

Die Cybercrime-Zahlen zeigen seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg, insbesondere bei Straftaten aus dem Ausland. Im Jahr 2024 sank die Zahl der Fälle mit mutmaßlichen Tätern im Inland leicht von rund 134.000 auf etwa 131.000 Fälle. Gleichzeitig stieg die Zahl der aus dem Ausland verübten Taten von rund 190.000 auf knapp 202.000 Fälle.

Vorwurf der Grünen: Bundesregierung bleibt tatenlos

Im Jahr 2025 wurden insgesamt knapp 334.000 Cybercrime-Delikte polizeibekannt. In rund 126.000 Fällen wurde der Täter beziehungsweise die Tätergruppe in Deutschland verortet.

Vorstellung des BSI-Lageberichts 2025

Cyberangriffe werden für Deutschland immer gefährlicher. Nicht nur die Systeme von Staat und Kommunen sind bedroht, die Angriffe richten sich auch gegen kleine Unternehmen.

11.11.2025 | 2:35 min

Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz warf der Bundesregierung Tatenlosigkeit vor und verlangte eine "eine echte Kehrtwende in der IT-Sicherheitspolitik". Der stellvertretende Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestags kritisierte in Berlin:

Ob staatliches Schwachstellenmanagement, die Stärkung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) oder entsprechende Grundgesetzänderungen - keines der überfälligen Reformvorhaben kam bisher.

Konstantin von Notz (Grüne), Bundestagsabgeordneter

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF unter anderem in dem Beitrag "Rekordschäden durch Cyberkriminalität" am 12.05.2026 um 15:17 Uhr.

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