Offensiver gegen Hackerattacken:Dobrindt: Werden bei Cyberangriffen zurückschlagen
Minütlich 5.000 Hackerangriffe allein auf die Bundesbank - Innenminister Dobrindt will, dass die Behörden offensiver gegen Cyberattacken vorgehen können. Auch im Ausland.
Cyberattacken - oft werden sie aus dem Ausland gesteuert
Quelle: dpaDie Bundesregierung will auf Cyberangriffe künftig offensiver reagieren. "Wir werden zurückschlagen, auch im Ausland", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt der "Süddeutschen Zeitung".
Wir werden Angreifer stören und ihre Infrastruktur zerstören.
Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister
Deutschland werde die Schwelle für solche Schritte niedrig ansetzen, ergänzte der CSU-Politiker. Verantwortlich für solche Gegenschläge sollen Geheimdienste und das Bundeskriminalamt gemeinsam sein.
Um die Arbeit der verschiedenen Ebenen besser zu koordinieren, plane das Innenministerium ein neues Abwehrzentrum gegen hybride Gefahren, das derzeit vom Bundesamt für Verfassungsschutz vorbereitet werde und im Laufe dieses Jahres seine Arbeit aufnehmen solle.
Bei der Cybersicherheit in Deutschland gibt es trotz einiger Fortschritte immer noch erhebliche Schwachstellen, so das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
11.11.2025 | 2:35 minDobrindt im Herbst: Keine allgemeinen Hackbacks
Entsprechende Gesetzesänderungen sind nach früheren Äußerungen Dobrindts in Arbeit. Es gehe dabei jedoch nicht um allgemeine Gegenschläge, sogenannte Hackbacks, sondern um reine Abwehrschläge, hatte der Minister bereits im Herbst erklärt. Demnach gehe es darum, laufende oder bevorstehende Angriffe zu stoppen. Dazu müsse man in der Lage sein, die Server-Infrastruktur oder die digitalen Systeme von Angreifern auch im Ausland lahmzulegen. Bislang ist umstritten, inwiefern deutsche Sicherheitsbehörden bei Cyberangriffen aus dem Ausland zurückschlagen dürfen.
Dobrindt beklagte in der "SZ", Deutschland erlebe ständig Cyberangriffe - auf Institutionen, Infrastruktur und Unternehmen. Oft gingen die Attacken von Gruppen aus, die Verbindungen zu staatlichen Geheimdiensten hätten und von diesen finanziert würden, so der CSU-Politiker mit Blick auf hybride Angriffe aus Russland und anderen Teilen der Welt. "Das können wir nicht hinnehmen."
Falschinformation, Cyberattacken, Sabotage und Spionage: Die Bundesregierung wirft Russland hybride Angriffe gegen Deutschland vor. Der russische Botschafter wurde einbestellt.
12.12.2025 | 2:24 minBundesbank-Chef: Jede Minute 5.000 Cyberangriffe
Allein auf die Bundesbank etwa werden nach Worten ihres Präsidenten Joachim Nagel minütlich "mehr als 5.000 Cyberangriffe" verübt. Aufs Jahr hochgerechnet seien das zweieinhalb Milliarden Fälle, die an der Firewall abprallen würden, sagte er dem "Tagesspiegel".
Es ist ein ständiger Wettlauf.
Joachim Nagel, Präsident der Bundesbank
Cyberangriffe auf Energieversorger, Ausspähversuche gegen Rüstungskonzerne - Unternehmen berichten von hybriden Angriffen und verdächtigen Russland. Wie viel wirklich passiert, ist unklar.
25.11.2025 | 9:30 minDobrindt zufolge sollen Deutschlands Geheimdienste auch bei der Informationsbeschaffung und weiteren Aktivitäten neue Befugnisse bekommen. "Wir waren zu lange abhängig von den Informationen anderer. Es brauche eine "Zeitenwende bei den Geheimdiensten". Bereits im ersten Halbjahr werde er dafür Gesetze vorlegen.
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