Gefahr durch hybride Angriffe:Dobrindt eröffnet Abwehrzentrum gegen die "dunkle Bedrohung"
Cyberattacken, Wegwerf-Agenten und Propaganda: Der Innenminister sieht hybride Angriffe als reale Gefahr. Ein Abwehrzentrum soll helfen. Was sich hinter dem "GAZ Hybrid" verbirgt.
In Berlin hat Bundesinnenminister Dobrindt ein Gemeinsames Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen eröffnet. Laut Dobrindt seien hybride Bedrohungen die Schattenkriege des 21. Jahrhunderts.
16.06.2026 | 0:24 minDamit die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern hybride Angriffe künftig besser kontern können, nimmt in Berlin ein Gemeinsames Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen die Arbeit auf. Das neue GAZ Hybrid soll helfen, Kampagnen und Attacken von Staaten wie Russland frühzeitig zu erkennen, um dann Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
"Deutschland befindet sich nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel einer hybriden Kriegsführung", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in einem Statement zur Eröffnung. Hybride Bedrohungen seien "der Schattenkrieg des 21. Jahrhunderts" und eine "dunkle Bedrohung, die versucht, sich manipulativ über unser Land" zu legen.
Wir antworten heute mit einem starken gemeinsamen Schild gegen die hybride Bedrohung.
Alexander Dobrindt (CSU), Bundesinnenminister
Doch worum geht es genau beim GAZ Hybrid? Die wichtigsten Antworten:
Was sind hybride Angriffe?
Unter hybrider Kriegsführung versteht man eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln. Dazu zählen auch Cyberattacken und die Beeinflussung der öffentlichen Meinung - etwa vor Wahlen. Meist wird versucht, die Urheberschaft solcher Aktionen zu verschleiern, auch durch die Beauftragung sogenannter Wegwerf-Agenten. Darunter versteht man Handlanger, die teilweise gar nicht wissen, dass ihr Auftraggeber ein ausländischer Geheimdienst ist.
Ausblick: Das GAZ Hybrid soll hybride Bedrohungen erkennen und bekämpfen.
13.06.2026 | 1:13 minWird jetzt eine neue Behörde gegründet?
Nein. Das Zentrum ist keine eigenständige Behörde, sondern eine Koordinierungsplattform für die Zusammenarbeit verschiedener Sicherheitsbehörden. Diese entsenden jeweils Vertreter zu Besprechungen, bei denen es um konkrete Beobachtungen und aktuelle Analysen geht.
Die Bundesregierung wirft Russland hybride Angriffe auf Deutschland vor und hat den Botschafter einbestellt.
13.12.2025 | 2:49 minWarum hält man das gerade jetzt für notwendig?
Vor allem aufgrund seiner Rolle als wichtiger Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine ist Deutschland seit einigen Jahren verstärkt im Visier russischer Nachrichtendienste. Auch China gilt im Bereich hybrider Bedrohungen als wichtiger Akteur.
Deutsche Unternehmen berichten von hybriden Angriffen und verdächtigen Russland. Wie viel wirklich passiert, ist unklar.
25.11.2025 | 9:30 minWelche Angriffe sind aufgefallen?
Ein Beispiel für einen mutmaßlichen hybriden Angriff ist eine Serie von Bauschaum-Attacken auf Hunderte Autos in vier Bundesländern kurz vor der letzten Bundestagswahl. Die Staatsanwaltschaft Ulm vermutet, dass die Täter von einem Auftraggeber angestiftet wurden, um das Wahlverhalten zu beeinflussen.
- Bauschaum und Desinformation: Russlands hybride Angriffe auf Deutschland
Im Juli 2024 geriet ein Paket in einem Frachtcontainer in Leipzig in Brand. Es enthielt einen Brandsatz mit Zeitzünder und stammte aus dem Baltikum, mutmaßlich im Auftrag eines russischen Geheimdienstes. Wäre der Weiterflug nicht verzögert worden, hätte es wohl während des Flugs gebrannt. Hinzu kommen verschiedene Cyberattacken auf politische Ziele und Desinformationskampagnen, die teils ausländischen Akteuren zugeordnet werden konnten.
Wer steckt hinter der "Doppelgänger"-Kampagne? Ein Hacker enttarnt Desinformations-Netzwerk.
12.02.2026 | 3:12 minWer beteiligt sich an dem neuen Zentrum?
Beteiligt sind Nachrichtendienste, Polizeibehörden von Bund und Ländern sowie einige weitere Bundesbehörden, etwa das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das sich um Cybersicherheit kümmert.
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