Vierschanzentournee: Die Ziele für Raimund, Hoffmann und Co

Vierschanzentournee:Das sind jetzt die Ziele für die deutschen Skispringer

von Lars Becker

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Die 74. Vierschanzentournee scheint schon bei Halbzeit für "Domenator" Domen Prevc entschieden. Deshalb blickt Bundestrainer Stefan Horngacher voraus.

Skispringen: Felix Hoffmann und Philipp Raimund.

Mit dem Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee wird es wohl nichts in diesem Jahr: Felix Hoffmann (l.) und Philipp Raimund.

Quelle: ddp

Immer am 2. Januar lädt das deutsche Skisprung-Team schon seit vielen Jahren zur Halbzeit-Bilanz der Vierschanzentournee ins Seehaus-Hotel am Rießersee ein. Freude kam bei diesem Termin aber auch beim Start ins Jahr 2026 nicht auf. Stattdessen entfaltete sich der Charme vom Silvester-Klassiker "Dinner for One" mit dem Slogan "The same procedere as every year". Passiert kein Wunder, wird das inzwischen 24 Jahre dauernde Warten auf den ersten deutschen Tournee-Gesamtsieg weitergehen.

Horngacher hakt Tourneesieg ab

Bundestrainer Stefan Horngacher gab mit Blick auf die Überlegenheit von Domen Prevc zu, dass dieses Ziel "unrealistisch" ist:

Er müsste fast schon zweimal disqualifiziert werden. Man kann froh sein, wenn man hier am Ende mit ihm auf dem Podest steht.

Bundestrainer Stefan Horngacher zur Dominanz von Domen Prevc

Felix Hoffmann hat als bester Deutscher vor den ausstehenden Tourneespringen in Innsbruck (4. Januar, live im ZDF) und Bischofshofen (6. Januar) als Vierter 46,6 Punkte Rückstand auf Prevc - das sind umgerechnet 25,89 Meter. Und ob man "Zweiter, Dritter, Vierter oder Fünfter bei der Tournee wird, ist irrelevant", findet Hoffmann.

Der slowenische Skispringer Domen Prevc befindet sich im Flug nach seinem Absprung beri der 74. Internationale Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen

Domen Prevc dominiert auch das zweite Tourneespringen und siegt mit großem Vorsprung. Felix Hoffmann und Philipp Raimund überzeugen in Garmisch-Partenkirchen ein weiteres Mal.

01.01.2026 | 2:59 min

Raimund: Prevc-Dominanz "einfach krank"

Es geht nur um den Goldenen Adler und die 100.000 Schweizer Franken Siegprämie beim Skisprung-Grand-Slam, den Sven Hannawald 2002 als letzter Deutscher gewinnen konnte. In den vergangenen Jahren dominierten immer andere - ob nun Ryoyu Kobayashi (Japan) oder 2024/25 die Österreicher.

Diesmal spricht alles für einen Triumph von "Domenator" Prevc. Philipp Raimund hat als Sechster schon unglaubliche 29,56 Meter (53,2 Punkte) nach zwei Springen Rückstand auf ihn. "Einfach krank" hat Raimund diese Distanz genannt: "Ich frage mich, wo ich 15 Meter pro Springen gegen Domen verliere."

Eine genaue Analyse von Prevc' Sprüngen wird im deutschen Team momentan offenbar nicht betrieben. "Ich habe Domen nicht analysiert, habe kein einziges Video von ihm", sagte Horngacher. "Ich kann mich nicht auch noch um Domen kümmern."

Die Geheimnisse von Prevc

Dass der Slowene mit nur locker zugebundenen Schuhen abspringt, beweglich in den Fußknöcheln wie kein anderer, am schnellsten in der idealen Fluglage ist sowie über ein außergewöhnliches Fluggefühl verfügt, sind Puzzleteile seiner Überlegenheit. Nach dem Geheimnis seines Erfolgs gefragt, antwortet Prevc: "Es sieht nur von außen so leicht aus."

Ich stehe jeden Tag um sieben Uhr auf und konzentriere mich auf die Dinge, die mich so stark gemacht haben: harte Arbeit und voller Fokus.

Domen Prevc

Genau das steht auch im deutschen Team vor allem bei Andreas Wellinger, Pius Paschke und Karl Geiger an. Am Ruhetag standen vor der Weiterreise nach Innsbruck Technik-Übungseinheiten in Garmisch-Partenkirchen auf dem Programm.

Blick geht zur Skiflug-WM und Olympia

Die zweite Tournee-Halbzeit ist für das abgestürzte Trio nur besseres Training, neues Ziel ist neben Olympia im Februar vor allem die Skiflug-Heim-WM in drei Wochen in Oberstdorf: "Das ist unser Anker. Dort wollen wir eine Teammedaille gewinnen", sagt Horngacher. "Dafür brauchen wir aber vier gute Springer."

Skispringen: Bundestrainer Stefan Horngacher.

Skisprung-Bundestrainer Stefan Horngacher zieht ein Zwischenfazit der Vierschanzentournee. Mit Blick auf Olympia und die Skiflug-WM wartet noch jede Menge Arbeit.

02.01.2026 | 1:36 min

Momentan sind es mit Hoffmann und Raimund nur zwei "Superspringer", wie Horngacher sie nennt - diese sollen als Vorbereitung für die anstehenden Großereignisse bei der Tournee "noch Richtung Podest arbeiten".

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Hoffnung auf den nächsten Winter

Das Duo freut sich auf das nächste Springen auf der schwierigsten Tourneeschanze, die selbst Domen Prevc "tricky" findet. "Schicksalsberg hin oder her: Ich finde Innsbruck geil und wir werfen den Ring ins Feuer", sagt Raimund. Schließlich bleibt immer noch die Möglichkeit, dass Prevc entweder einen kapitalen Fehler macht oder wie sein Teamkollege Timi Zajc wegen Material-Mogeleien disqualifiziert wird.

Realistischer bleibt ein Gesamtsieg von Prevc. Es wäre zehn Jahre nach dem Triumph seines Bruders Peter ein historisches Novum, nie zuvor haben Geschwister die Tour gewonnen.

So müssen die deutschen Skispringer auf den nächsten Winter hoffen. Ob dann der Fluch gebrochen und im Januar 2027 eine andere Geschichte erzählt wird?

Skispringer Timi Zajc zum zweiten Mal disqualifiziert bei der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in dem Beitrag "Prevc gewinnt Neujahrsspringen, DSV-Duo stark" am 01.01.2026 um 14:20 Uhr.

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