Tennis: Zverev auf dem Höhepunkt - wer kommt danach?

Deutsche Tennis-Talente im Aufwind:Zverev auf dem Höhepunkt - wer kommt danach?

von Jannik Schneider

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Während Alexander Zverev die Tenniswelt anführt, wächst beim DTB eine neue Generation heran. Doch nach Jahren mit wenig Nachwuchs mahnt die neue Nummer eins der Weltrangliste.

Tennisspieler Alexander Zverev in Aktion, während seines Viertelfinalspiels gegen Arthur Fery, bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle in Wien, Österreich, am 30.10.2026.

35 Jahre nach Boris Becker ist wieder ein deutscher Spieler die Nummer eins der Tennis-Welt: Alexander Zverev übernimmt nach seinem Sieg über Tallon Griekspoor in Wien die Spitze

Quelle: Imago

Alexander Zverev ist erst der sechste Spieler der Tennisgeschichte, der sowohl bei den Junioren als auch bei den Profis die Weltrangliste anführt. Vor ihm gelang dies nur Ivan Lendl, Stefan Edberg, Marcelo Ríos, Roger Federer und Andy Roddick.

2013 stieg der damals 15-jährige Zverev zur Nummer eins auf und gewann 2014 in seinem vorletzten Juniorenjahr die Australian Open. Danach klaffte lange eine Lücke in Deutschland. Nun machen mehrere Teenager auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Herangehensweisen Hoffnung.

Alexander Zverev

Alexander Zeverev wird in Wien zur Nummer eins der Tennis-Weltrangliste. Doch wie steht es um den deutschen Tennis-Nachwuchs? Zverev spricht von "Toptalenten."

31.10.2026 | 1:19 min

Zverev: "Viele Top-Junioren kommen hoch"

Zverev erklärte auf Anfrage von ZDFheute in Wien: "Das Junioren-Tennis in Deutschland ist besser, als es die letzten 15 Jahre war. Viele Top-Junioren kommen hoch." Das ist notwendig. Daniel Altmaier (28 Jahre alt), der über Umwege und ein argentinisch geprägtes Umfeld die Substanz für den Profibereich erlangte, ist neben Zverev (29) der einzige deutsche Profi unter 30 Jahren in den Top 100.

Der Deutsche Tennis Bund (DTB) kennt die Schwächeperiode und beschönigte sie in Person von Herrenchef Michael Kohlmann nie. Wiederholt gab es außerhalb des Verbandes hinter vorgehaltener Hand Kritik an den DTB-Stützpunkten und der teils fehlenden Arbeitsmoral angestellter Trainer.

Archiv: Alexander Zverev hebt die Trophäe „La Coupe des Mousquetaires“ in die Höhe, am 7. 6. 2026

Alexander Zverev übernimmt zum Jahresende die Führung der Weltrangliste. Der French-Open- und US-Open-Sieger ist damit nach Boris Becker der zweite Deutsche an der Spitze der Bestenliste.

13.10.2026 | 1:01 min

Doch gemeinsam mit Ex-Profi Philipp Petzschner und weiteren Weggefährten gelang es Davis-Cup-Kapitän Kohlmann in den vergangenen Jahren, mit einem Mix aus Vertrauen in individuelle Umfelder, gemeinsamen Trainingsmaßnahmen und persönlichen Herangehensweisen mehrere Talente an die Schwelle zum Profitennis zu führen.

Nachwuchskonzept soll Talente fördern

Der DTB hat zudem vor drei Jahren ein Nachwuchskonzept verabschiedet, das erst in einigen Jahren greifen könnte. Schon jetzt geben Namen wie Justin Engel, Diego Dedura, Niels McDonald, Max Schönhaus, Jamie Mackenzie und Vincent Reisach Anlass zur Hoffnung.

Justin Engel machte vor zwei Jahren als Erster im Herrenbereich auf sich aufmerksam, als er im Herbst 2024 beim ATP-Turnier in Kasachstan zum ersten Spieler des Jahrgangs 2007 wurde, der ein ATP-Match gewann.

Justin Engel am 19.05.2026

Gilt als vielversprechendes Tennistalent: Justin Engel, hier beim Hamburg Open 2026.

Quelle: Imago / HMB-Media

Der 19-Jährige setzte früh auf das Herrentennis, doch nach guten Ansätzen 2025 geriet seine Karriere in diesem Jahr durch eine Verletzung am Ellenbogen ins Stocken. Auch ein Umzug nach Monte Carlo, fehlende Trainingspartner und eine lange ungeklärte Trainerfrage hatten zuvor die Stabilisierung auf dem nächsten Level erschwert.

Zverev sprach von "einigen Toptalenten", ohne Namen zu nennen.

Jetzt kommt es darauf an, ob sie die Arbeit machen. Am Ende des Tages bringt dich Talent nur so weit, dann musst du Arbeiten. Und ich hoffe, dass sie das auch tun werden.

Alexander Zverev

Diego Dedura und Max Schönhaus im Aufwind

Als harter Arbeiter gilt Diego Dedura. Die "Berliner Schnauze" mit südamerikanischen und nordeuropäischen Wurzeln gilt als Sandplatzwühler der nächsten Generation. Mit Weltranglistenplatz 184 bei den Herren ist er der viertbeste U-20-Spieler der Welt, der beste in Deutschland.

Max Schönhaus (19), ausgestattet mit einer eleganten, im Profitennis seltener werdenden einhändigen Rückhand und einem stabilen Umfeld, hat sich im ersten vollen Profijahr auf Rang 311 eingereiht.

Max Schönhaus am 31.10.2026

Erreicht im ersten vollen Profijahr Rang 312: Max Schönhaus, hier beim Hamburg Open 2026.

Quelle: Imago / Tischler

Schönhaus erreichte 2025 das erste rein deutsche French-Open-Finale, in dem er dem Schweriner Niels McDonald (18) unterlag.

Das jüngere Talent wird diese Woche auf Karrierehoch 476 geführt. Geboren in Cardiff, aufgewachsen in Schwerin, 2025 für Oldenburg in der 2. Bundesliga spielend und in Stockholm an der Akademie von Ex-Profi Magnus Norman trainierend - McDonald ist ein Beispiel für die individuellen Freiheiten der DTB-Youngster.

Jamie Mackenzie und Vincent Reisach in den Top Ten

Dahinter hat sich der nächste Jahrgang vielversprechend positioniert. Jamie Mackenzie (18) und Vincent Reisach (17) erreichten gemeinsam 2026 das Doppelfinale der French Open und haben sich in den Top Ten der Junioren-Weltrangliste etabliert. Reisach wird beim DTB sehr hoch gehandelt. Doch er hat, wie alle anderen Genannten ebenfalls, einen langen, nicht ebenen Weg in das Profitennis vor sich.

TV-Kameramann beim Fußballspiel

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Über dieses Thema berichtete das ZDF am 31.10.2026 um 11:26 Uhr in dem Beitrag "Zverev: 'Talent bringt dich nur so weit.'"

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