Schwimm-Star Sjöström: Unwirkliches EM-Comeback, mit Baby an Bord

Schwimm-Superstar greift nochmal an:Sarah Sjöström: Unwirkliches Comeback - mit Baby an Bord

von Andreas Morbach

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Ihren ersten EM-Titel gewann Sarah Sjöström bereits 2008. Nun bringt die bald 33-Jährige ihren elf Monate alten Sohn mit nach Paris - und hofft auf eine sechste Olympia-Teilnahme.

Sarah Sjöström

Schwedin Sarah Sjöström peilt ihre sechsten Olympischen Spiele an.

Quelle: Imago

Die neue Lebenswirklichkeit von Sarah Sjöström ist in Paris momentan regelmäßig zu beobachten. Vor der ersten Pressekonferenz des schwedischen Schwimmteams zum Beispiel kam die dreimalige Olympiasiegerin gerade mit Mann und Kind vom Mittagessen im Hotel. Der gut elf Monate alte Adrian lag im Kinderwagen.

Die deutsche Wasserspringerin Maike Elena Halbisch startet im ersten Durchgang des 20-Meter-Turmspringens.

Maike Halbisch springt vor spektakulärer Kulisse in Paris furios zu EM-Bronze im High Diving. Dabei ließ sie sich auch nicht von einer vorbeifahrenden U-Bahn aus der Ruhe bringen.

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Schwimm-Star Sjöström: Seit einem Jahr Mutter

Die junge Mama kennt diese Situation auch von der anderen Seite. Bei Olympia 2016 brachten die Teamkolleginnen Therese Alshammar und Ida Marko-Varga ihren Nachwuchs ebenfalls mit nach Rio. "Die Babys rannten in Windeln über die Poolterrasse", erinnert sich Sjöström heute. "Das war so süß."

Seit Ende August 2025 ist sie nun selbst Mutter - und auf dem Weg zu ihren sechsten Olympischen Spielen. Die EM in Frankreichs Hauptstadt wird für Sjöström nach ihrer Schwangerschaft dabei ein wichtiger Gradmesser.

Christian Keller

Christian Keller ist vom bisherigen Abschneiden der Deutschen bei der Schwimm-EM begeistert. Der ZDF-Experte wagt sich auch an einer Prognose für die kommende Woche.

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Erster WM-Titel im Sommer 2009

Starten wird sie dort zunächst über 50 Meter Schmetterling (Vorläufe und Halbfinals am Dienstag). Ende der Woche folgen noch die 50 Meter Freistil. Auf beiden Strecken reiste die Skandinavierin mit der weltweit drittschnellsten Zeit in diesem Jahr an. Beide schwamm sie Ende Juni in Rom.

Im Stadio Olimpico del Nuoto in der Ewigen Stadt flog Sjöström im italienischen Sommer 2009 auch zu ihrem ersten WM-Titel. In Weltrekordzeit siegte sie damals über 100 Meter Schmetterling.

Maike Elena Halbisch beim High Diving der Frauen vom 20-Meter-Turm in Paris.

Maike Halbisch jubelt über EM-Bronze im High Diving. Mit einem schwierigen letzten Sprung katapultiert sie sich noch aufs Podest.

08.08.2026 | 0:45 min

Schneller Anzug, blitzende Augen

Es war die Zeit der Highspeed-Schwimmanzüge. Und so stand Sjöström mit ein paar Pickeln im Gesicht und auf den Oberarmen in Rom am Beckenrand und wurde zum Anteil dieses blaugrün schimmernden Kunststoffwunders an den schnellen Zeiten befragt.

Ein Thema, bei dem der blonde Teenager damals ordentlich fuchsig werden konnte. "Das hier hat nicht mein Anzug geschafft, sondern ich", zischte Sjöström. Und ihre Augen blitzten dabei ein kleines bisschen gefährlich.

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Doppel-Olympiasiegerin von Paris

Nicht zuletzt dieser starke Wille machte die Sprinterin aus der Nähe von Stockholm seit ihrem ersten EM-Sieg - ein Jahr vor der WM in Rom, mit 14 (!) - zu einer der schillerndsten Figuren der Branche: Mit bislang 17 EM-Titeln in ihrer Sammlung könnte sie in Paris nun Franziska van Almsick (18) überholen.

Auch die olympische Krone setzte sich die 14-malige Weltmeisterin drei Mal auf - 2024 in Paris über 50 und 100 Meter Freistil gleich doppelt. Doch auch wenn Sjöström acht Jahre zuvor in Rio bereits Gold über 100 Meter Schmetterling gewonnen hatte: Das große Theater um die fünf Ringe hielt für sie auch herbe Enttäuschungen bereit.

Dramatische Geburt

Einen Monat vor den Spielen in London etwa wurde Sjöström krank, schrammte als Vierte über 100 Meter Schmetterling an Edelmetall vorbei. Im Februar 2021, sechs Monate vor Olympia, brach sie sich bei einem Spaziergang im verschneiten Stockholm den Ellenbogen, musste operiert werden. In Tokio reichte es immerhin zu Silber über 50 Meter Freistil.

Richtig dramatisch ging es dann im vergangenen Sommer bei der Geburt ihres Sohnes zu: Mit, wie Sjöström später bei Instagram schrieb, "unglaublichen Schmerzen, Vollgas und Blaulicht" kam es in Stockholm zu einem Wettlauf mit der Zeit. Der kleine Adrian kam schließlich im Krankenwagen direkt vor dem Eingang zum Hospital zur Welt.

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Comeback fühlt sich "unwirklich" an

Als "traumatisch und magisch zugleich" empfand Sjöström diesen Moment. Jetzt hat sie ein munteres Baby an ihrer Seite, feiert am Montag nächster Woche ihren 33. Geburtstag - und denkt schon an Los Angeles.

In Kalifornien könnte die Schwedin im Juli 2028 noch einmal Olympia erleben. Erst einmal aber steht die EM an. In Paris tritt sie auf ihren Strecken jeweils als schnellste Europäerin in diesem Jahr auf den Startblock. "Es fühlt sich unwirklich an, dass ich es wieder auf dieses Niveau geschafft habe", sagt Sarah Sjöström dazu. "Das hätte ich niemals gedacht."

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Quelle: Reuters

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Über die Schwimm-Europameisterschaft berichtet das ZDF seit dem 04.08.2026 in diversen Livestreams.
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