Am Sonntag gegen Leverkusen:SC Freiburg: Auf leisen Sohlen nach Europa
Am 31. Spieltag kann der SC Freiburg mit einem Sieg gegen Bayer Leverkusen die Chance auf die Champions League wahren. Doch die Bilanz gegen die Spitzenteams ist miserabel.
Drei Siege in Folge geben Zuversicht: Lucas Höler (rechts) nach dem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach.
Quelle: Oliver Kaelke/DeFodi ImageDrei Siege in Folge hat der Sportclub Freiburg zuletzt eingefahren, darunter die Auswärts-Dreier in Mönchengladbach und Wolfsburg. Kein Wunder also, dass beim Tabellen-Vierten der Bundesliga die Laune derzeit prächtig ist.
Angeblich keine Gedanken an Europa
Zwei Punkte Vorsprung haben die Südbadener derzeit auf Platz fünf und RB Leipzig: Die Chance, in der nächsten Spielzeit in der Champions League zu starten, ist also groß.
Und das am Ende einer Umbruchsaison, in der man Julian Schuster wohl auch eine schwache Mittelfeldplatzierung zugestanden hätte. Wenn der Trainer-Novize dennoch betont, dass er sich übers internationale Geschäft "keine Gedanken macht", passt das zur Vereinspolitik.
Der SC Freiburg holt mit einem 1:0-Erfolg beim VfL Wolfsburg den dritten Sieg in Folge. Die Champions League kommt für die Breisgauer immer mehr in Reichweite.
27.04.2025 | 7:23 minFreiburg: Interna bleiben intern
Eher ginge ein Kamel durchs Nadelöhr, als dass ein Freiburger Funktionär die Ziele öffentlich ausposaunen würde, die intern längst anvisiert wurden.
Indes ließ Verteidiger Max Rosenfelder nach dem Sieg in Wolfsburg durchblicken, dass man jetzt auch das Maximum anvisieren will und nicht, wie schon einige Male in der Vergangenheit, auf der Zielgeraden doch noch nachlassen werde. Genau das habe man "intern auch schon angesprochen": "Wir wissen, dass es jetzt zählt".
Schlechte Bilanz gegen Spitzenteams
Ähnlich hatte sich am Spieltag zuvor auch schon Lucas Höler geäußert. Dabei hat die verbale Zurückhaltung nicht nur taktische Gründe. Schließlich geht es in den beiden ausstehenden Heimspielen gegen Spitzenteams der Liga.
Julian Schuster und die Fußstapfen von Christian Streich: Trotz einiger Skepsis liegt der SC Freiburg mit dem neuen Trainer auf Champions-League-Kurs. Wie ist das gelungen?
27.02.2025 | 13:16 minUnd gegen die sah man in dieser Saison bislang durchgehend schlecht aus. In den bisher acht Spielen gegen Leverkusen, Frankfurt, Borussia Dortmund, den FC Bayern und RB Leipzig verlor der SC sieben Mal, lediglich gegen RB gelang ein Punktgewinn (0:0). Auch die Tordifferenz von 5:24 aus diesen Spielen spricht eine deutliche Sprache.
Dennoch rangiert Freiburg natürlich nicht ohne Grund auf Rang vier: Die Partien gegen Teams aus dem Tabellenmittelfeld und -keller gewann man zuverlässiger als die Konkurrenz.
Freiburgs Kader wäre gut gerüstet für Europa
Dass die Freiburger intern nichts dagegen hätten, ab Sommer in der Champions League zu starten, versteht sich von selbst. Zum einen ist der Kader in der Breite gut genug besetzt, um parallel drei Wettbewerbe bestreiten zu können.
In den ersten Jahren der Ära von Christian Streich war das noch anders, weshalb der SC die Dreifachbelastung stets auch mit einem weinenden Auge sah.
19 Millionen Euro Antrittsprämie
Vor allem aber würde Platz vier in der Endabrechnung für hochwillkommene Einnahmen sorgen. Allein die Antrittsprämie in der Champions League liegt bei knapp 19 Millionen Euro, damit hätte der Sportclub ganz andere finanzielle Möglichkeiten als bisher.
Wobei: Die Tage, in denen der SC zu den ärmeren Klubs der Liga zählte, sind lange vorbei. Seit Jahren zahlt man gute Gehälter. Spieler wie Mathias Ginter oder Niklas Beste wären sonst auch kaum von einer Vertragsunterschrift zu überzeugen gewesen.
SC Freiburg würde sich wohl treu bleiben
Eines scheint jedoch sicher: Dass der Verein bei einer erfolgreichen Champions-League-Qualifikation an seiner auf wirtschaftliche Vernunft basierenden Politik festhält.
Planspiele, sich durch massive Investitionen dauerhaft als europäischer Player zu etablieren, sind an der Dreisam undenkbar. Das würde zum einen der Vereinsphilosophie widersprechen, die seit den Neunzigern nie infrage gestellt wurde.
Allerdings würden es die Millionen einfacher machen, Top-Spieler wie Merlin Röhl oder den derzeit verletzten Keeper Noah Atubolo zu halten.
Doan ist im Sommer wohl weg
Der Weggang von Ritsu Doan, dem mit neun Toren treffsichersten Freiburger, scheint indes kaum zu verhindern. Darauf deutet auch die anstehende Verpflichtung von Cyriaque Irié hin. Der 19-Jährige ist beim französischen Zweitligisten EAC Troyes schon Stammspieler - und spielt auf der auf der rechten offensiven Außenbahn: wie Doan.
Trainer-Umbruch beim SC Freiburg:Warum Schuster als Streich-Erbe funktioniert
von Ralf Lorenzen- Interview
Julian Schuster im sportstudio:"Schlüssel zu jedem einzelnen Spieler finden"
von Christoph Ruf Freiburgs neuer Trainer:Schuster - ganz bestimmt kein neuer Streich
von Christoph RufDominoeffekt befürchtet:Leverkusens Angst vor Alonsos Absprung
von Stephan KlemmBundesliga:Montag ab 0.00 Uhr: Alle Spiele im Video
Ergebnisse und Tabellen:Die Fußball-Bundesliga im Überblick
Spielberichte, Videos und mehr:Alles zur Bundesliga
Kritisch und auf den Punkt:Bolzplatz