Julian Schuster im sportstudio:"Schlüssel zu jedem einzelnen Spieler finden"
von Christoph Ruf
Der SC Freiburg hat den Stabwechsel von Christian Streich zu Julian Schuster gemeistert. Dem war es wichtig, sich "nicht viele Gedanken zu machen, wen man beerbt".
Mit seinem letzten Schuss düpierte Julian Schuster dann doch noch seinen vorwitzigen Abwehr-Routinier Matthias Ginter. Der hatte im Einspieler orakelt, sein Coach werde beim Torwandschießen leer ausgehen.
"Wenn ich seine Fähigkeiten von früher richtig in Erinnerung habe, trifft er gar keinen." Einen Treffer landete Schuster aber eben doch - und gewann damit gegen Niklas Martin vom SC Durbachtal.
Torwand als Abschluss eines gelungenen Arbeitstages
Für Freiburgs neuen Trainer, der knapp sechs Stunden nach dem 1:0-Sieg seiner Elf in Bochum Moderator Jochen Breyer im aktuellen sportstudio Rede und Antwort stand, war es der passende Abschluss eines gelungenen Arbeitstages.
Am Nachmittag war die Verpflichtung von Jan-Niklas Beste (Benfica Lissabon) bekanntgegeben worden. Kurz zuvor war seinem Team nach drei Niederlagen ein Erfolgserlebnis vergönnt gewesen: 30 Punkte stehen nach dem Sieg in Bochum zu Buche.
30 Punkte aus 20 Spielen: Schusters Zwischenbilanz lässt aufhorchen
Die Südbadener haben nun also - unter Schuster - sogar zwei Punkte mehr auf dem Konto als nach dem 20. Spieltag der vergangenen Saison - der letzten Spielzeit unter Christian Streich, der den Sportclub zwölfeinhalb Jahre trainiert hatte.
Kein Wunder also, dass die ersten Fragen, die Schuster beantwortete, dem Stabwechsel galten. Denn tatsächlich gibt es ja leichtere Aufgaben als einen Mann abzulösen, der in Freiburg regelrecht verehrt wird.
Nach zuletzt drei Niederlagen am Stück feiert Freiburg in Bochum wieder einen Dreier. Für den VfL wird es im Kampf um den Klassenverbleib immer enger.
03.02.2025 | 7:10 minSchuster strahlt eine authentische Gelassenheit aus
Man habe es im Verein geschafft, "den Übergang relativ geräuschlos hinzukriegen. Das ist keine Selbstverständlichkeit." Vielleicht aber, schob Schuster verschmitzt nach, sei es auch ein "großer Vorteil, sich gar nicht so viele Gedanken darüber zu machen, wen man beerbt."
So viel Gelassenheit mag überraschend klingen, zumal für einen Mann, der vor dem ersten Spieltag dieser Saison noch nie eine Mannschaft trainiert hatte. Doch tatsächlich hatte Schuster schon im Sommer-Trainingslager eine völlig authentische Souveränität ausgestrahlt.
Mit neun seiner Profis hat er noch selbst zusammengespielt
Auch die Tatsache, dass er mit nicht weniger als neun seiner jetzigen Schützlinge noch selbst in seiner Zeit als SC-Profi (2008 bis 2018) zusammengespielt hatte, untergrub seine Autorität zu keiner Sekunde. Geholfen habe ihm da sehr die Zeit als Verbindungstrainer (2018 bis 2024).
Damals hatte er er Top-Talente wie Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund) oder seinen jetzigen Keeper Noah Atubolo an die Profis herangeführt. Und in dieser Zeit, so Schuster, sei er auch mit Spielern im engen Austausch gewesen, die Negativerlebnisse zu verdauen hatten.
Der nette "Schusti" kann auch anders
Es sei "wichtig, den Schlüssel zu jedem einzelnen Menschen und Spieler zu finden". Das habe ihm am Anfang als Cheftrainer "sehr viel Zeit geschenkt". Und, ja, er, der stets als "nett" beschrieben wird und den beim SC jeder "Schusti" nennt, könne durchaus klare Ansagen machen.
"Vielleicht beschreibt es 'klar' besser als 'streng'. Und das fällt mir nicht schwer." Bestätigen wird das Mittelfeldspieler Nicolas Höfler, der unter Streich als Stammspieler gesetzt war - und von Schuster meist auf die Bank gesetzt wurde. Privat sind beide eng befreundet.
Was ihm schwerfällt: "Abseits des Fußballs nicht an Fußball zu denken"
Bliebe die Frage, ob Schuster, dem es nach eigener Aussage schwerfällt, "abseits des Fußballs nicht an Fußball zu denken", auch abschalten kann - seinem Vorgänger gelang das nicht immer.
Nein, komplett freie Tage kenne er auch nicht, gab dann auch Schuster ein wenig zerknirscht zu.
Fußball kann unendlich sein, da gibt es gefühlt kein Ende.
Julian Schuster, Trainer SC Freiburg
Aber er nehme sich immer wieder Auszeiten, um zusammen mit seiner Frau Sarah zum Yoga zu gehen.
Auszeiten müssen sein - auch wenn die Nationalelf spielt
Dass er abschalten kann, bewies der vierfache Vater zudem am 16. November vergangenen Jahres, als die deutsche Nationalmannschaft in Freiburg auf Bosnien-Herzegowina traf.
Für Schuster wäre das normalerweise ein Pflichttermin gewesen. Den 7:0-Sieg ließ er trotzdem sausen, schickte die Kinder mit dem Opa zum Spiel - und genoss stattdessen ganz bewusst mal wieder ein paar Stunden Freizeit mit seiner Frau.
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