Galavorstellung bei 4:1 gegen Norwegen:Boston verneigt sich vor Frankreich und Dembelé
von Heiko Oldörp
Norwegen schont zehn Stammspieler, Frankreich gibt Vollgas und gewinnt zum Vorrundenabschluss 4:1. Les Bleus könnten Deutschlands Achtelfinal-Gegner sein.
Hoch lebe Ousmane Dembelé, meint Kylian Mbappé (rechts) und nimmt's wörtlich.
Quelle: Witters | Stephane ManteyIn der 65. Minute wurde es laut im Bostoner WM-Stadion. Ousmane Dembelé, der große Entertainer, verließ das Spielfeld - und somit seine Bühne. Was hatte er die 64.146 Zuschauer unterhalten. Was hatte er sie, soweit sie nicht Norweger waren, begeistert. Wie sehr hatte er bei Frankreichs 4:1-Sieg zum Vorrundenabschluss brilliert.
Drei Schüsse, drei Tore, dreimal der linke Fuß, dreimal dieselbe, lange Ecke. Und das alles zwischen der siebten und 32. Minute.
Im Duell um den Sieg in Gruppe I pariert Frankreichs Keeper Maignan den Foulelfmeter des Norwegers Strand Larsen. Tore fallen aber trotzdem.
26.06.2026 | 9:35 minNorwegen schickt B-Elf aufs Feld
Wen interessierte es da noch, dass das erwartete Duell der Top-Torjäger zwischen Kylian Mbappé und Erling Haaland ausfiel, weil Norwegens Trainer Ståle Solbakken zehn Stammspieler schonte und auch seinen Ausnahmestürmer auf der Bank ließ.
Tom Brady, der langjährige Quarterback der New England Patriots aus der National Football League, die in diesem WM-Stadion zu Hause sind, hatte einst hier zahlreiche grandiose und unvergessliche Auftritte. Aber von einem Fußballer gab es solch eine Show wie die von Ousmane Dembelé an diesem 26. Juni 2026 in dieser Arena noch nie.
Frankreich sofort mit Vollgas-Fußball
Im Duell der bislang dominierenden Teams der Vorrundengruppe I schaltete Frankreich sofort in den sechsten Gang. Nach 22 Sekunden schoss Mbappé den Ball aus halbrechter Position an die Querlatte. Fünf Minuten später war Dembelé von genau dort zum ersten Mal erfolgreich.
In der 20. Minute legte der Stürmer von Paris St. Germain nach. Wieder drang er von rechts in den Strafraum ein, legte sich den Ball auf den linken Fuß und schlenzte ihn unhaltbar ins lange Eck.
Frankreich und Norwegen überzeugen bei dieser WM bislang. Wer den Gruppensieg holt und damit ein möglicher deutscher Achtelfinalgegner wird, das entscheidet sich heute Abend im direkten Duell.
26.06.2026 | 1:34 minIm Gegenzug war Thelo Aasgaard aus 14 Metern in zentraler Position mit einem Flachschuss zum Anschluss erfolgreich. Da sah Frankreichs Abwehr aus wie ein Oberligist.
Norwegens Coach staunt über Dembelé
Doch Frankreich hatte ja immer noch Ousmane Dembelé. In der 32. Minute wiederholte er das, womit er zuvor schon zweimal erfolgreich gewesen war und traf zum 3:1.
"Heute hatte er einen Tag, an dem er den Ball sehr gut getroffen hat. Zwei seiner drei Torabschlüsse waren Weltklasse", lobte selbst Norwegens Trainer Solbakken. Für ihn ist Frankreich "der große, große WM-Favorit."
Frankreichs Abwehr ein Schwachpunkt?
Doch Solbakkens Team hat gezeigt, dass diese Franzosen in der Verteidigung nicht diese Weltklasse haben, wie im Angriff. So musste ihr Keeper Mike Maignan einige Male seine Klasse zeigen - und parierte auch den Elfmeter von Jürgen Strand Larsen (48. Minute).
Relive: Norwegen trifft am 3. Spieltag der Gruppe I in der Vorrunde der Fußball-WM 2026 auf Frankreich, Weltmeister von 2018.
26.06.2026 | 211:31 minDen Schlusspunkt zum mühelosen Sieg setzte Desiré Doué, der in der Nachspielzeit zum 4:1 einköpfte. Frankreich reist nun als Gruppensieger zum ersten K.o.-Rundenspiel am Dienstag nach New York. Im Achtelfinale könnte der Vizeweltmeister dann am 4. Juli in Philadelphia der Gegner der deutschen Mannschaft sein.
Deutschland wäre Außenseiter gegen Frankreich
Deutschland gegen Frankreich - das waren in der WM-Historie immer große Spiele. Zum Beispiel in den Halbfinales 1982 und 1986 oder im Viertelfinale 2014. Jedes Mal gewann Deutschland - und erreichte anschließend auch immer das Endspiel.
Doch sollte es diesmal zum Nachbarduell kommen, wären die Rollen klar verteilt. Wie soll die bislang nicht überzeugende deutsche Mannschaft diese Franzosen aufhalten? Wie ihren Spielwitz eingrenzen? Oder diese Offensive mit Mbappé, Dembélé, Doué und Michael Olise stoppen?
Doch erst einmal muss Deutschland am Montag sein Sechzehntelfinale gewinnen. Der Gegner ist noch offen. Gespielt wird in Boston - dort, wo die Franzosen die Messlatte sehr hoch gelegt haben.
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