Deutschland - Österreich in WM-Quali:Länderspiel-Doppelpack mit "Derby-Vibes"
von Frank Hellmann
Die besten Zeiten von Österreichs Fußball-Frauen liegen lang zurück. Doch in der WM-Qualifikation gegen Deutschland soll ihnen der besondere Bezug zu ihren Nachbarinnen helfen.
Die Rollenverteilung vor dem WM-Qualifikationsspiel zwischen den deutschen und den österreichischen Fußballerinnen ist klar: Die DFB-Frauen gehen als klarer Favorit in die Partie.
13.04.2026 | 0:36 minEs ist unvergessen, wie im Sommer 2017 die noch beim FC Bayern spielenden Manuela Zinsberger, Viktoria Schnaderbeck und Carina Wenninger eine Musikbox durch die Gänge schleppten und wiederholt zu Mallorca-Hits tanzten.
Österreicherinnen brillieren bei EM 2017
Die österreichischen Fußballerinnen mischten nämlich bei der Frauen-EM in den Niederlanden die etablierten Hierarchien auf: In der Gruppenphase schalteten sie Frankreich aus, im Viertelfinale Spanien - und im Halbfinale gegen Dänemark ließen sie sich erst im Elfmeterschießen stoppen. Das deutsche Team war zu diesem Zeitpunkt schon gescheitert.
Doch in der Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien ist von solcher Fröhlichkeit nicht mehr viel geblieben. Als Gruppenletzter geht die österreichische Elf in den Doppelpack gegen Deutschland in Nürnberg (Dienstag, 18:15 Uhr / ZDF-TV und -Stream ab 17:55 Uhr) und dann in Ried (Samstag, 18 Uhr / ARD). Die bisherigen Spiele gegen Norwegen und Slowenien gingen jeweils 0:1 verloren.
Teamchef Alexander Schriebl gibt sich demütig
Zudem haben die Österreicherinnen die letzten sieben Aufeinandertreffen gegen die DFB-Auswahl allesamt verloren. "Die Rollenverteilung könnte deutlicher nicht sein", sagt ÖFB-Teamchef Alexander Schriebl:
Mit Deutschland warten die beiden schwierigsten Aufgaben in dieser Gruppenphase auf uns. Sie bewegen sich nicht nur in der Breite, sondern auch qualitativ auf einem eigenen Level.
ÖFB-Teamchef Alexander Schriebl
Sein Ensemble solle "Mut, Leidenschaft und Herz" zeigen. Und mehr ist nicht drin?
Immerhin kennen die meisten Spielerinnen die Bundesliga. Deutschlands stellvertretende Kapitänin Janina Minge spricht wegen der Bezugs- und Berührungspunkte von "Derby-Vibes auf Nationalmannschaftsebene".
Spieltag zwei, Norwegen - Deutschland: Die besten Szenen vom 5:0-Sieg der DFB-Frauen mit dem Original-Kommentar von Claudia Neumann.
07.03.2026 | 18:49 minDie am Bodensee aufgewachsene Abwehrchefin hält sich noch viel in Österreich und in den Bergen auf, wenn sie zu Hause ist: "Mit einigen Österreicherinnen habe ich zusammengespielt. Ich weiß genau, dass sie 200 Prozent geben werden, um uns zu ärgern."
13 Österreicherinnen spielen in Deutschland
Allein 13 Spielerinnen stehen bei deutschen Klubs unter Vertrag, mit Torhüterin Mariele El Sherif, Chiara D'Angelo und Sarah Gutmann spielen drei bei Werder Bremen.
"Die Spiele gegen Deutschland haben einen ganz speziellen Charakter", sagt die mittlerweile bei Houston Dash in den USA angestellte Kapitänin Sarah Puntigam, die schon beim FC Bayern, SC Freiburg, 1. FC Köln unter Vertrag stand.
Im EM-Viertelfinale 2022 fehlte nicht viel zur Sensation
Die 33 Jahre alte Rekordnationalspielerin (163 Länderspiele) erinnert sich am liebsten ans EM-Viertelfinale 2022, als der große Favorit wankte. Beim 2:0 damals in Brentford hatten die Deutschen schwer zu kämpfen. Doch dem sanften Aufschwung der Österreicherinnen folgte wieder ein Abschwung.
Obwohl der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) einiges getan hat, wächst der Frauen- und Mädchenfußball nicht in der Breite. Offiziell gemeldet sind im Land nur 17.000 kickende Frauen und Mädchen.
Im Tor der DFB-Frauen ist eine Entscheidung gefallen: Die 35 Jahre alte Ann-Katrin Berger wird weiter zwischen den Pfosten stehen.
18.12.2025 | 0:31 minKlar, es gibt eine eigene ÖFB-Frauen-Akademie in St. Pölten bei Wien, doch die besten Spielerinnen (auch die vom SKN St. Pölten) wandern immer früher ins Ausland ab. Österreichs Fußballerin des Jahres 2023 und 2024, Barbara Dunst, wechselte schon 2017 nach Deutschland und steht mittlerweile beim FC Bayern unter Vertrag.
Babara Dunst in Kontakt mit Nicole Anyomi
Kürzlich wurde sie von Nicole Anyomi mal wieder angerufen. Sie kennt die Stürmerin der deutschen Mannschaft aus der gemeinsamen Zeit bei Eintracht Frankfurt. Anyomi warnte im ZDF-Gespräch: "Österreich ist ein Gegner, den man nicht unterschätzen darf."
Vor allem auch nicht beim Rückspiel in Ried, wo bald alle der 4.300 zur Verfügung stehenden Tickets abgesetzt sein sollten. Nur zum Vergleich: In Nürnberg wird beim Hinspiel am Dienstag mit rund 25.000 Fans gerechnet.
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