Was Abkühlung verschafft:Fünf Tipps gegen Schlafprobleme bei Hitze
von Tim Uhlendorf
Immer mehr warme Nächte rauben vielen Menschen den Schlaf. Klimaanlagen sind oft ausverkauft oder teuer. Mit einfachen Haushaltstricks lassen sich Schlafzimmer und Körper abkühlen.
Wenn die Temperaturen nachts nicht sinken, wird Schlaf zur Herausforderung. Doch schon kleine Veränderungen können helfen.
28.07.2026 | 5:58 minHitzerekorde und immer mehr Tropennächte machen guten Schlaf im Sommer zunehmend schwierig. Die ideale Raumtemperatur liegt zwischen 16 und 18 Grad Celsius.
Vor dem Einschlafen sinkt die Kerntemperatur des Körpers im Laufe des Abends allmählich. Dabei weiten sich die Blutgefäße und geben überschüssige Wärme ab. "Ist das Schlafzimmer zu warm, funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr und wir schlafen schlechter ein und wachen häufiger auf", erklärt Schlafcoach Martin Schlott.
Fehlen erholsame Tiefschlafphasen, kann sich das negativ auf Immunsystem, Stressempfinden und Reaktionsfähigkeit auswirken. Mit einfachen Maßnahmen und kleinen Tricks lässt sich das Schlafzimmer dennoch etwas abkühlen.
Tropennächte werden in Mitteleuropa durch die Klimaerwärmung immer häufiger. Besonders in Städten speichern Asphalt, Beton und Gebäude die Wärme und geben sie nachts wieder ab.
07.07.2026 | 1:02 minTipp 1: Richtig lüften
Die wirksamste Maßnahme ist oft die einfachste: lüften, sobald die Außentemperaturen sinken. Besonders effektiv ist es, gegenüberliegende Fenster zu öffnen, sodass Durchzug entsteht.
Ein Ventilator am Fenster kann den Effekt verstärken. Dabei sollte das Gerät nicht nach innen, sondern nach außen blasen. So wird warme Luft aus der Wohnung gedrückt, während kühlere Außenluft nachströmt.
Tipp 2: Versteckte Wärmequellen reduzieren
Fernseher, WLAN-Router, Ladegeräte oder Computer geben oft auch dann Wärme ab, wenn sie nicht aktiv genutzt werden.
Wer unnötige Geräte vor dem Schlafengehen ausschaltet oder vom Strom trennt, verringert zusätzliche Wärmequellen im Raum. Gerade in kleinen oder schlecht belüfteten Schlafzimmern kann das einen spürbaren Unterschied machen.
Wie geht es Menschen, deren Alltag durch Schlafstörungen aus dem Takt geraten ist, und wie finden sie einen Ausweg aus diesem Teufelskreis?
13.01.2026 | 28:35 minTipp 3: Keine kalte Dusche vor dem Schlafengehen
Ein häufiger Fehler ist eine kalte Dusche kurz vor dem Schlafengehen: Kaltes Wasser lässt die Blutgefäße zusammenziehen, sodass die Wärme im Körper bleibt. Lauwarmes Wasser (etwa 20 bis 25 Grad Celsius) unterstützt dagegen die Wärmeabgabe.
Ein zusätzlicher Tipp: "Ein lauwarmes Fußbad mit einigen Tropfen Pfefferminzöl kann einen zusätzlich kühlenden Effekt simulieren", so Schlott. Das enthaltene Menthol aktiviert Kälterezeptoren in der Haut - das Gehirn erhält dadurch das Signal "kühl", obwohl die Haut tatsächlich kaum abgekühlt wird.
Die Hitzewellen der vergangenen Wochen sorgen für einen Boom bei Klimaanlagen. Inzwischen verfügt fast jeder vierte Haushalt über ein entsprechendes Gerät, deutlich mehr als noch vor einem Jahr.
12.07.2026 | 1:29 minTipp 4: Bettwäsche leicht befeuchten
Kurzfristige Abkühlung kann auch Verdunstungskälte bringen. Dafür Bettlaken oder Bettdecke leicht mit Wasser aus einem Zerstäuber besprühen. Beim Verdunsten entzieht das Wasser dem Stoff Wärme. Der Effekt ist spürbar, hält jedoch nur begrenzte Zeit an.
Wichtig: Die Bettwäsche sollte nicht durchnässt sein. Zu viel Feuchtigkeit kann das Schlafklima verschlechtern und die Vermehrung von Keimen wie Bakterien oder Pilzen begünstigen.
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung - das gilt mit Abstrichen auch bei Hitze. Entscheidend sind luftige Stoffe, helle Farben und Schnitte, die die Haut atmen lassen.
17.07.2026 | 2:38 minTipp 5: Flexibles Kühlkissen aus Reis
Viele greifen zu Kühlakkus, um das Bett abzukühlen. Beim Kontakt mit der sehr kalten Außenseite bildet sich schnell Kondenswasser - ein weiteres Risiko für zu viel Feuchtigkeit. Eine einfache Alternative: ungekochten Reis in eine lange, saubere Baumwollsocke füllen, verknoten und für einige Stunden ins Gefrierfach legen. Das selbst gemachte Kühlkissen bleibt flexibel, passt sich Nacken oder Kopf an und verursacht weniger Feuchtigkeit als ein klassischer Kühlakku.
Schon kleine Veränderungen können in heißen Nächten einen spürbaren Unterschied machen. Wer die Wärmeabgabe des Körpers unterstützt, richtig lüftet und das Bett gezielt kühlt, schafft bessere Voraussetzungen für erholsamen Schlaf.
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