Lebensmittel retten: Lebensmittelverschwendung im Alltag senken

Genießbare Lebensmittel retten:Lebensmittelverschwendung senken: Was im Alltag hilft

von Cornelia Petereit

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Mindesthaltbarkeitsdatum prüfen, Einkaufszettel schreiben, Essensreste verarbeiten: Mit diesen und weiteren Tipps retten Sie Lebensmittel vor der Mülltonne und sparen Geld.

Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Im Café Good werden gerettete Lebensmittel kreativ zu Gerichten verarbeitet. Auch Apps und öffentliche Lebensmittelschränke helfen dabei, dass weniger Essen im Müll landet.

29.09.2026 | 4:08 min

Rund 78 Kilogramm genießbare Lebensmittel landen pro Bundesbürger jedes Jahr im Müll. Was Politik, Handel und Verbraucher gegen diese Vernichtung von Lebensmitteln tun können, erklärt Agrarexpertin Reinhild Benning von der Deutschen Umwelthilfe.

Mit Einkaufszettel Lebensmittelverschwendung vermeiden

Der einfachste Tipp, um noch genießbare Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten, ist laut Agrarexpertin Benning, gezielt einkaufen zu gehen.

Wer ohne Einkaufszettel in den Supermarkt geht, kauft meist mehr, als er tatsächlich braucht.

Reinhild Benning, Agrarexpertin, Deutsche Umwelthilfe e. V.

Auch mit großem Hunger einzukaufen, verführe zum Kauf unnötiger Produkte oder übermäßiger Mengen. Benning warnt ebenfalls vor Sonderangeboten oder Großpackungen. Dabei verlocke ein vermeintlicher Preisvorteil zum Kauf: "Wenn das Produkt letztendlich doch nicht aufgebraucht wird und im Müll landet, ist es auch teuer." Hier lautet der Rat, wirklich nur die benötigte Menge zu kaufen.

MHD

Was das Mindesthaltbarkeitsdatum ist und was es wirklich aussagt.

26.07.2023 | 1:40 min

Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum

Ein kritischer Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum kann ebenfalls Lebensmittel vor der Tonne retten, erklärt die Expertin. Abgekürzt mit MHD bestimmt es laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit das Datum, "bis zu dem sich ein verpacktes Lebensmittel mindestens lagern und verzehren lässt und dabei seine spezifischen Eigenschaften behält".

Oft sei ein Produkt aber auch danach noch genieß- oder verwertbar, sagt Benning, und fordert Konsumenten auf, Lebensmittel nicht direkt wegzuwerfen, nur weil das MHD erreicht ist: "Bei vielen Lebensmitteln riecht man schon, ob sie verdorben sind."

Dass Lebensmittel kurz vor dem MHD oft günstiger verkauft würden, wertet Benning als Vorteil. Doch aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe dürfe die Verantwortung für eine geringere Lebensmittelverschwendung nicht allein bei den Verbrauchern liegen.

Die Folgen von Lebensmittelverschwendung

Warum landen pro Kopf fast 80 Kilo Lebensmittel im Müll? Reinhild Benning von der Deutschen Umwelthilfe erklärt, wo Verschwendung entsteht und was dagegen getan werden kann.

29.09.2026 | 6:10 min

Im Rahmen der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung sollen bis 2030 Lebensmittelabfälle in Deutschland deutlich reduziert werden. Experten, unter anderem der Deutschen Umwelthilfe e. V., fordern von der Politik mehr Maßnahmen, um die Ziele der Agenda zu erreichen:

  • Stärkung der Rechte von Lieferanten und Produzenten in der Lebensmittellieferkette
  • Auskunftspflicht für Handel oder Gastronomie über Lebensmittelvernichtung
  • Verbot, dass Supermärkte ihren Lieferanten die Vernichtung von Retouren vorschreiben können
  • Reform des Mindesthaltbarkeitsdatums
  • Sanktionierung von Lebensmittelvernichtung und Steuervergünstigung bei Verteilung von Lebensmitteln durch den Handel
  • Stärkung der Rechtssicherheit für Organisationen, die Lebensmittel weiterverteilen
  • Entkriminalisierung des sogenannten "Containerns" von Lebensmitteln

Vom Lebensmittelhandel fordert Benning ein Umdenken. Strikte Normvorstellungen seien mitverantwortlich für die Vernichtung von Lebensmitteln schon beim Erzeuger.

Bis zu 40 Prozent des Obstes und Gemüses, das geerntet wird, kommt gar nicht in den Handel - weil es die Standards nicht erfüllt.

Reinhild Benning, Agrarexpertin, Deutsche Umwelthilfe e. V.

Unnötige Schönheitsstandards seien beispielsweise "durchgängig grüne Blätter an Kohlrabi, zu kleine Äpfel oder zu große Orangen", findet Benning. Die Agrarexpertin kritisiert aber auch gesetzliche Verpackungsnormen wie den Krümmungsgrad einer Gurke, "nur damit sie besser in die Supermarkt-Kiste passt".

Eine Frau holt Backwaren ab, damit sie nicht weggeschmissen werden

Über zehn Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jedes Jahr weggeschmissen, obwohl sie oft noch gut sind. Lebensmittelretter bewahren sie vor der Tonne und verteilen sie.

29.09.2026 | 1:45 min

Lebensmittel retten durch Foodsharing, Resteverwertung und Co.

Die beste Möglichkeit für Verbraucher, Lebensmittelverschwendung im Alltag zu reduzieren, ist ein bewusster Umgang, so Reinhild Benning. Dazu gehöre auch, Kindern frühzeitig Wertschätzung für Lebensmittel beizubringen.

Bioläden oder Abos für Obst- und Gemüsekisten hätten Produkte im Sortiment, die nicht den Schönheitsstandards und Normen der Handelsketten entsprächen, sagt Benning: "Einfach mal was Schrumpeliges kaufen, verarbeiten und probieren - schmeckt meistens trotzdem." Auch Foodsharing oder Verwertung von Essensresten oder Produkten mit braunen Stellen oder kleinen Makeln rette Lebensmittel.

Und am Ende ließe sich auch bei der Mülltonne noch Geld sparen, ist Benning überzeugt: "Je leerer die Tonne ist, desto mehr kann man Geld sparen: Mit Lebensmittelresten, die weiterverarbeitet und nicht weggeworfen werden. Und durch eine geringere Gebühr für die Müllentsorgung."

Cornelia Petereit ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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:Resteverwertung: Tipps für Reste im Glas

Auch Reste in Gläsern und Verpackungen tragen zur Lebensmittelverschwendung bei. Nachhaltiger ist es, sie zu nutzen. Wie man sie herausbekommen oder direkt verwerten kann.
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Ein Mädchen steht mit gefüllten Frischhalteboxen vor einem offenen Kühlschrank.
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 29.09.2026 ab 09:05 Uhr.

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