Vor der kalten Jahreszeit:Grippe: Warum Hersteller ihre Impfstoffe anpassen müssen
Die Hersteller haben ihre Impfstoffe für die Grippesaison verändert. Warum das so ist und womit Mediziner rechnen - ein Überblick.
Mit dem Herbst häufen sich Husten und Schnupfen. Derzeit kursieren vor allem Erkältungsviren. Später dürften Corona-, Grippe- und RS-Viren folgen. Wie stark die Saison wird, bleibt ungewiss.
07.10.2026 | 0:23 minDie kalte Jahreszeit steht vor der Tür - und damit auch die Grippesaison. Gegen schwere Verläufe schützt die Grippeimpfung. Weil sich die zirkulierenden Viren stark von den bisherigen Referenzviren für Impfungen unterscheiden, haben die Hersteller ihre Wirkstoffe in besonderem Maße angepasst. Ein Überblick, was das bedeutet.
Warum gibt es jeden Herbst neue Impfstoffe gegen die Grippe?
Grippeviren verändern sich fortlaufend. Die Impfstoffe setzen sich aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten zusammen. Deshalb passen Hersteller ihre Impfstoffe jedes Jahr an. Jeweils an die Virusstämme und -varianten, die voraussichtlich in der kommenden Grippesaison zirkulieren.
Winterzeit - Grippezeit. Wenn besonders viele Menschen an Influenza erkrankt sind, spricht man von Grippewellen.
12.11.2025 | 1:12 minGrundlage sind die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Ausschusses für Humanarzneimittel bei der Europäischen Arzneimittelagentur, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das Bundesinstitut für Impfstoffe, erklärt.
Sie betrachten weltweit zirkulierende Varianten der Influenzaviren. Meist werde im Februar eine Prognose für die im folgenden Winter herrschenden Virusvarianten getroffen.
Welche Anpassungen wurden für die kommende Saison gemacht?
Für die Grippesaison 2026/2027 wurden alle drei in den Impfstoffen enthaltenen Stämme angepasst. Dies beruhe auf der veränderten Antigenität der zirkulierenden Viren. Antigenität meint die Erkennbarkeit der Viren durch die nach der Impfung gebildeten Antikörper, erklärt das PEI. Für die zirkulierenden Viren wurden deutliche antigenetische Unterschiede gegenüber den bisherigen Impfstoffreferenzviren beobachtet.
Ärzte haben beobachtet, dass neue Patienten mehr mit der Grippe zu kämpfen haben als noch vor ein paar Jahren.
02.02.2026 | 1:38 minDer Impfstoff sei angepasst worden, weil sich alle drei Stämme in den letzten Jahren deutlich verändert hätten, erklärt Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin an der Charité - "mit dem Ziel, den Impfstoff besser an die zirkulierenden Viren anzupassen."
Lassen sich daraus Rückschlüsse für die bevorstehende Grippesaison ziehen?
"Ich würde daraus nicht primär schließen, dass wir eine viel stärkere Grippesaison bekommen", so Sander. Mit der noch recht neuen Influenza-Variante, A(H3N2) der Subklade K, seien bereits im vergangenen Jahr viele Menschen in Kontakt gekommen. Zudem sei der Grippeimpfstoff nun auch darauf angepasst worden.
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Im vergangenen Jahr habe es zwar eine ausgeprägte Grippesaison mit vielen Erkrankten und vollen Krankenhäusern gegeben, insgesamt sei die Saison aber nicht außergewöhnlich schwer verlaufen. "Auch auf der Südhalbkugel, wo der Winter jetzt ausläuft, gab es keine ganz so schwere Grippesaison."
Der genaue Verlauf einer Grippesaison sei im Vorhinein nicht abzusehen, teilt auch das PEI mit. Der tatsächliche Impfschutz hänge davon ab, wie gut die Stammanpassung zum jeweiligen Zeitpunkt zu den tatsächlich zirkulierenden Virusstämmen passt. Aber auch das Alter der geimpften Personen und frühere Influenzainfektionen oder -impfungen spielen eine Rolle. Der Impfschutz lässt mit der Zeit wieder nach, es hängt also auch vom Zeitpunkt der Grippeinfektion ab.
Im Oktober steht klassisch die Grippeschutzimpfung an. Wer sollte sich impfen lassen?
14.10.2025 | 2:28 minAber auch weniger wirksame Impfstoffe verhindern viele Krankheitsfälle und Influenza-Erkrankungen verlaufen bei geimpften Personen typischerweise milder.
Also Entwarnung für die diesjährige Grippesaison?
Nicht unbedingt. Es gilt trotzdem: "Die Grippewelle kommt immer, da kann man im Grunde die Uhr danach stellen. Jedes Jahr sterben viele Leute daran und es führt immer zu einer hohen Krankheitslast", erklärt Experte Sander. "Aber wir erwarten nicht, dass dieses Jahr eine besonders dramatische Grippewelle auf uns zurollt."
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