Hilfe für Ältere bei der Arbeitssuche:Was Weiterbildungen bei der Jobsuche im Alter bringen
von André Tebbe
Rund 25 Prozent aller Arbeitslosen sind über 55 Jahre. Wer in diesem Alter auf Jobsuche ist, hat mit Weiterbildungen oft Erfolg. Wie man es angeht und wo es Unterstützung gibt.
Politik und Arbeitgeber sprechen über längeres Arbeiten. Doch wer mit über 50 einen neuen Job sucht, hat es oft schwer.
25.09.2026 | 2:32 minRund drei Millionen Arbeitssuchende meldet die Bundesagentur für Arbeit im Herbst 2026 bundesweit. Der Anteil der über 55-Jährigen zeigt seit Jahren eine steigende Tendenz, wie das Informationsportal Sozialpolitik aktuell belegt. Warum Ältere arbeitslos werden und wie sie aus dieser Situation kommen können, erklärt Pascal Blum von der Arbeitsagentur Mönchengladbach.
Was die Jobsuche im Alter erschwert
Oft sei es das bloße Alter oder eine Lücke im beruflichen Lebenslauf, die es Menschen ab dem 50. Lebensjahr schwer machten, wieder einen Job zu bekommen, so Arbeitsvermittler Blum. Auch Pflegesituationen im privaten Umfeld könnten zu einem Ausstieg aus dem Beruf führen. Arbeitgeber seien häufig sehr zurückhaltend, sagt Blum: "Sie greifen lieber zum lückenlosen Lebenslauf." Eine längere berufliche Auszeit könne die Rückkehr in die Beschäftigung erschweren, besonders dann, wenn sich die Anforderungen im jeweiligen Beruf verändert hätten.
Welche Chancen haben ältere Arbeitssuchende auf dem Arbeitsmarkt? Pascal Blum von der Agentur für Arbeit Mönchengladbach über Herausforderungen, Weiterbildungen und den Fachkräftemangel.
25.09.2026 | 6:02 minWo ältere Arbeitssuchende Unterstützung finden
Wer auf Arbeitssuche ist, kann sich bei den bundesweit flächendeckenden Jobcentern oder Agenturen für Arbeit beraten lassen. Pascal Blum von der Arbeitsagentur fordert dringend zum Beratungstermin auf: "Wir schauen zunächst individuell, wo jemand steht und was für den nächsten beruflichen Schritt gebraucht wird." Das könne Vermittlung, Weiterbildung oder unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Förderung der Arbeitsaufnahme sein.
Oft zeichnen sich Probleme mit neuen Arbeitsanforderungen oder drohende Entlassungen ab, auch wenn die Beschäftigten ihren Job noch haben. Die Bundesagentur für Arbeit stehe schon als Ansprechpartner zur Verfügung, wenn Probleme im aktuellen Job erkennbar sind, betont Blum.
In einem persönlichen Gespräch lässt sich klären, welche neuen Qualifikationen oder beruflichen Wege sinnvoll sind, um erst gar nicht in die Arbeitslosigkeit zu rutschen.
Pascal Blum, Agentur für Arbeit Mönchengladbach
Viele Bewerbungen, viele Absagen: Trotz guter Qualifikation finden viele keinen Einstieg. Unternehmen stellen vorsichtiger ein, während oft Qualifikation und offene Stellen nicht zusammenpassen.
30.04.2026 | 2:34 minWelche Qualifizierungsmaßnahmen es gibt
Die Arbeitsagentur bietet verschiedene Möglichkeiten, sich für den aktuellen oder zukünftigen Job besser zu qualifizieren. Wer sich weiterbilden möchte, sollte laut Blum nicht möglichst viele Kurse absolvieren, sondern gezielt Qualifikationen erwerben, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind.
Dazu gehören zum einen sogenannte Anpassungsqualifizierungen. Sie haben das Ziel, bereits vorhandenes berufliches Wissen an neue Entwicklungen anzupassen. Außerdem können Teilqualifikationen absolviert werden, mit denen ein Beruf ohne komplette Umschulung erlernt wird. Darüber hinaus sind umfassende Umschulungen und das Nachholen eines Berufsabschlusses möglich.
Für viele Arbeitslose über 55 ist der Weg zurück in den Beruf "wie zubetoniert", sagt IG-Metall-Chefin Christiane Benner - und das, obwohl Fachkräfte fehlen.
01.09.2026 | 6:28 minBerufserfahrung bei Arbeitssuche gezielt nutzen
Der Fachkräftemangel ist in Deutschland ein bekanntes Problem. Dabei haben gerade ältere Arbeitssuchende oft große, fachspezifische Kenntnisse aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung, betont Blum. Die Bundesagentur für Arbeit verweist auf ihre Kompetenz in der Arbeitsmarktanalyse. So gibt sich Pascal Blum von der Agentur für Arbeit optimistisch: "Berufe und Anforderungen verändern sich stetig, sodass wir vorhandene Erfahrung stärker nutzen und dort, wo es notwendig ist, durch gezielte Qualifizierung weiterentwickeln müssen."
André Tebbe ist Redakteur der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
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