Kommt der Iran-Krieg nach Europa? "Die Gefahr sehe ich nicht"

Interview

FDP-Politikerin Strack-Zimmermann:Iranische Angriffe auf Europa? "Die Gefahr sehe ich nicht"

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Weitet sich der Krieg nach Europa aus? Nein, glaubt Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Trotzdem müsse die EU militärisch präsenter werden - doch dazu fehle es an Einigkeit.

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Seit Jahrzehnten sei der Iran eine Gefahr für Europa. Dass sich der Krieg jetzt ausweitet, bezweifelt Marie-Agnes Strack-Zimmermann dennoch.

05.03.2026 | 5:11 min

Weitet sich der Krieg in Iran auch auf Europa aus? Spätestens nach dem Raketenschuss auf die Türkei und den Drohnensichtungen auf Zypern wächst die Sorge vor einer Ausbreitung. Die Wahrscheinlichkeit dafür hält Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im EU-Parlament, für gering.

Iran wird den Teufel tun und sich mit Nato-Staaten anlegen.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im EU-Parlament

Im ZDF-Morgenmagazin spricht sie zudem über eine mögliche Beteiligung der EU am Iran-Krieg und die Rolle Europas in internationalen Konflikten.

Sehen Sie oben das Interview in voller Länge oder lesen Sie es hier in Auszügen. Das sagt Strack-Zimmermann ...

… zu einer möglichen Ausweitung des Krieges

Nach dem Abfangen einer iranischen Rakete vor der Türkei dementierte das Regime einen absichtlichen Angriff. Die Rakete habe nicht dem Nato-Land gegolten, hieß es. Die Aussage glaubt Strack-Zimmermann und geht nicht von einem bewussten Angriff auf die Nato aus. Auch der Angriff auf die Airbase von Zypern scheine von der Hisbollah ausgegangen zu sein, so die Vorsitzende des EU-Sicherheitsausschusses.

US-Kriegsminister Pete Hegseth gibt den U-Boot-Angriff bekannt. Dramatische Aufnahmen zeigen, wie ein iranisches Schiff von einem US-U-Boot gesprengt wird. US-Kriegsminister Pete Hegseth sagte am Mittwoch (4. März): „Im Indischen Ozean hat ein amerikanisches U-Boot ein iranisches Kriegsschiff versenkt, das sich in internationalen Gewässern in Sicherheit wähnte.

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Natürlich gebe es unter Umständen "Trittbrettfahrer, die großes Interesse haben, dass dieser Krieg ausgeweitet wird", sagt Strack-Zimmermann. Daher müsse man sich von Fake-Bildern, die gerade im Umlauf sind, nicht irritieren lassen und die Situation sehr sachlich beobachten.

Dennoch sieht die FDP-Politikerin keine Gefahr für eine Ausweitung, "wenn die Amerikaner nicht im wahrsten Sinne des Wortes übers Ziel hinausschießen". Spätestens nach dem Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in den USA sei aber "bedauerlicherweise" klar geworden, dass die USA keine Strategie hätten.

"Letztendlich wird die Frage sein, wann dem ein Ende gesetzt wird", so Strack-Zimmermann. Solange Iran allerdings weiter "wild um sich schießt", wisse man nicht, wann das der Fall sein werde.

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… zur Beteiligung der EU in Nahost

Trotz einer geringen Wahrscheinlichkeit, dass sich der Krieg auf den europäischen Kontinent ausweite, dürfe Europa der Wirklichkeit nicht ausweichen, so Strack-Zimmermann:

Iran ist seit Jahrzehnten ein riesiges Problem, nicht nur in der Region, sondern auch in Europa.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP)

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Mittlerweile wurden die Revolutionsgarden in Iran "endlich" von der EU auf die Terrorliste gesetzt. Ein Schritt, der für Strack-Zimmermann "viel zu spät" kam. Hinzu komme, dass Russland die Ukraine "im Windschatten des Nahost-Krieges" weiterhin angreife. Iran sei ein wesentlicher Treiber des Ukraine-Krieges. Nichtsdestotrotz bleibt Europa in der Rolle des Beobachters, sagt Strack-Zimmermann:

Europa beobachtet das, es wird aber mit Sicherheit nicht mit Truppen in diesen Krieg hineingezogen werden.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP)

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… zur Rolle der EU in internationalen Konflikten

So oder so müsse sich Europa klar werden, "dass wir international keine Rolle spielen", sagt Strack-Zimmermann. Die EU sei weder wirtschaftlich noch militärisch "in irgendeiner Form präsent", kritisiert sie und habe auch nicht die Kraft, eine stärkere Rolle zu spielen.

Ein großes Problem sei dabei die Uneinigkeit innerhalb der Europäischen Union, so Strack-Zimmermann weiter. Während Deutschland die Angriffe auf Iran billigt, hat Ministerpräsident Pedro Sánchez den USA untersagt, aus ihren Stützpunkten in Südspanien Offensiven zu starten.

Aber solange jeder Staat meint, machen zu müssen, was er macht, ist es schwierig.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP)

"Wir sind in der Tat keine Verteidigungsunion, uns liegt sehr daran, eine aufzubauen." Dass auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und ihre Vizepräsidentin Kaja Kallas "offensichtlich nicht an einem Strang ziehen", mache die EU auch nicht stärker, so Strack-Zimmermann. Wenn die EU eine Rolle spielen soll, müssten "diese vielen unterschiedlichen Gesänge aufhören".

Quelle: ZDF
Über dieses Thema berichtete das ZDF-Morgenmagazin am 05.03.2026 ab 05:30 Uhr.

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