CSU-Chef im ZDF-Morgenmagazin:"Eine gute Sache": Söder verteidigt Pläne zur Krankschreibung
Die Gesundheitsreform soll zügig beschlossen werden. Bayerns Ministerpräsident Söder wirbt für das umstrittene Paket - auch für die geplanten Änderungen bei der Krankschreibung.
"Man hat an allen Stellen jetzt gehandelt. Es ist nicht perfekt, aber der Kompromiss wird Deutschland wieder in die Spur bringen", so Markus Söder, CSU, Ministerpräsident Bayern, zum Reformpaket.
10.07.2026 | 6:59 minDer bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wirbt dafür, das Gesetzespaket zur Krankenkassen-Reform in Bundestag und Bundesrat passieren zu lassen. Unmittelbar vor den letzten Sitzungen des Parlaments und der Länderkammer vor der Sommerpause in Berlin sagte Söder im ZDF-Morgenmagazin, es gehe um ein "großes und wichtiges Gesamtpaket": "Wir sollten es jetzt beschließen."
Die schwarz-rote Koalition dringt darauf, das parlamentarische Verfahren noch vor der sitzungsfreien Zeit abzuschließen. Mit der Reform will die Bundesregierung die Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen stabilisieren und Beitragserhöhungen vermeiden.
Söder zu Krankenkassen-Paket: "Die Kosten explodieren sonst"
Vorgesehen sind unter anderem höhere Zuzahlungen der Versicherten zu Medikamenten und Klinikaufenthalten, Einschränkungen bei der beitragsfreien Mitversicherung und die Einführung einer Teil-Krankschreibung. Außerdem werden höhere Rabatte von Pharmafirmen und Apotheken auf Arzneimittelpreise vorgeschrieben. Für Ärztinnen und Ärzte fallen bestimmte Sondervergütungen weg, auch die Regeln zur Krankenhausvergütung werden geändert.
Das Bundesverfassungsgericht hat zwei Eilanträge gegen die für Freitag geplante Bundestagsabstimmung über eine Krankenkassen-Reform abgelehnt. Kanzler Merz warb noch einmal für die Pläne.
09.07.2026 | 1:32 minSöder räumte ein, dass das Paket zahlreiche Belastungen mit sich bringe. Am Ende sei es aber "gerecht und fair", auch wenn es an einigen Stellen schmerze. "Die Kosten explodieren sonst", warnte der CSU-Vorsitzende vor einem Stopp des Vorhabens.
Söder verteidigt Pläne zur Krankschreibung
Insbesondere die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und die Pflicht zur ärztlichen Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag hatten zuletzt für hitzige Debatten gesorgt. Trotz Warnung von Ärztevertretern vor einem Ansturm auf ohnehin überfüllte Praxen verteidigte Söder die Beschlüsse: "Das ist eine gute Sache."
Die Reformpläne der Koalition sorgen für Kritik. Unter anderem soll die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden.
03.07.2026 | 1:28 minDer CSU-Chef verwies dabei auf "Missbrauchsfälle" und das, was "an Brückentagen in der schnellen Krankschreibung passiert". Söder zeigte sich überzeugt, dass die Rückkehr zur persönlichen Vorstellung beim Arzt reibungslos verlaufen werde: "Das hat vorher funktioniert. Das wird jetzt auch funktionieren."
Wenn der Bundestag am Morgen der Reform zustimmt, soll noch im Tagesverlauf der Bundesrat sein Einverständnis geben. Um es dort auf die Tagesordnung zu setzen, bedarf es der Zustimmung der Länder zu einer Fristverkürzung.
Mehr zur Debatte um Krankschreibungen
- Interview
"Vor allem Problem mit Langzeitkranken" :CDU-Arbeitnehmerflügel: Pläne für Krankschreibung überdenken
mit Video6:59 Schärfere Regeln für Arbeitsunfähigkeit:Attest ab erstem Krankheitstag: Was Unternehmen dazu sagen
von Laura OzdobaFehltage und Krankengeld:Krankenkassen: Lange Ausfälle sind größte Kostentreiber
mit Video1:28- Analyse
Nach Kritik an Koalitions-Beschluss:Warum die telefonische Krankschreibung doch bleiben könnte
von Britta Spiekermannmit Video1:28 Finanzminister verteidigt Reformpaket:Klingbeil: "Ihr müsst euch nicht krank zum Arzt schleppen"
mit Video1:28Pläne zu Attestpflicht ab Tag eins:DIW: Neue Krankschreibe-Regeln könnten Fehlzeiten erhöhen
mit Video1:28Debatte über Pläne zu Krankschreibungen:Spahn verteidigt Attestpflicht: Im Zweifel eher arbeiten
mit Video25:38Reformpaket sieht schärfere Regeln vor:Schwarz-roter Plan: Krankschreibung bereits ab Tag eins
mit Video2:28