Fehltage und Krankengeld:Krankenkassen: Lange Ausfälle sind größte Kostentreiber
Lange Krankheitsausfälle treiben die Kosten der Krankenkassen stark nach oben. Der BKK-Dachverband fordert mehr Prävention gegen psychische und Muskel-Skelett-Erkrankungen.
Psychische Erkrankungen machen nur einen kleinen Teil der Krankschreibungen aus, im Schnitt dauern sie aber mehr als fünf Wochen an.
Quelle: antherMedia |Nicht kurze Erkältungen, sondern lange schwere Krankheiten sind laut einer Analyse des BKK-Dachverbandes der Betriebskrankenkassen zu Krankschreibungen die großen Kostentreiber für gesetzliche Krankenversicherungen. Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes, sagte:
Es sind die langen, oft Muskel-Skelett und psychisch bedingten Ausfälle, die zum eigentlichen Kostentreiber werden
Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK-Dachverbandes
Das Krankengeld - das erst ab dem 43. Krankheitstag gezahlt wird und damit vor allem Menschen mit langwierigen Erkrankungen betrifft - zähle inzwischen mit 21,6 Milliarden Euro zu den größten Ausgabepositionen der gesetzlichen Krankenversicherung überhaupt, so die BKK. 2025 entfielen demnach mehr als ein Viertel aller Fehltage auf den Bezug von Krankengeld. Die Krankengeldtage seien in den vergangenen zehn Jahren um 24,4 Prozent gestiegen.
Die Reformpläne der Koalition sorgen für Kritik. Unter anderem soll die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden.
03.07.2026 | 1:28 minBKK fordert Präventionsstrategien
Zwar machten psychische Erkrankungen nur 5,4 Prozent aller Krankschreibungen aus, im Schnitt dauerten sie jedoch mehr als fünf Wochen an - mit steigender Tendenz. Klemm fordert deswegen eine ernsthafte Debatte über Präventionsstrategien:
Wir beobachten den Trend der psychischen Belastungen in der Arbeitswelt schon lange. Diese Rechnung zahlen wir sonst noch viele Jahre weiter - und hinter jeder steht das lange Leiden einer betroffenen Person.
Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK-Dachverbandes
Der Krankenstand insgesamt blieb 2025 mit 6,1 Prozent stabil. Häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit seien Atemwegserkrankungen gewesen, die wegen ihrer kurzen Dauer aber laut BKK finanziell kaum ins Gewicht fallen.
Mit der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung will die Koalition die Anzahl der Krankentage senken. Der Vorsitzende des Hausärzteverbands sieht darin keinen Zusammenhang.
03.07.2026 | 3:33 minKoalition will strengere Regeln bei Krankschreibungen
Die schwarz-rote Koalition hatte vor einigen Tagen angekündigt, die Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf den ersten Krankheitstag vorziehen zu wollen und die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung abzuschaffen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete die Pläne damit, dass der Krankenstand gesenkt werden solle.
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