Hausärzteverband zur Abschaffung der telefonischen AU

Abschaffung telefonische Krankschreibung:Hausärzte: "Alles andere als Prävention"

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Mit der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung will die Koalition die Anzahl der Krankentage senken. Der Vorsitzende des Hausärzteverbands sieht darin keinen Zusammenhang.

SGS Blumenthal Beier

Die Praxen würden bei einem Wegfall der telefonischen Krankschreibung mit unnötiger Bürokratie geflutet, so Blumenthal-Beier zu den vorgestellten Reformen der Krankschreibung.

03.07.2026 | 3:33 min

Für ihre Reformbeschlüsse, die telefonische Krankmeldung abzuschaffen und eine Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag einzuführen, erntet die Regierungskoalition breite Kritik seitens der Hausärzte. Die telefonische Krankschreibung habe nichts mit der dauerhaft hohen Anzahl an Krankmeldungen in Deutschland zu tun, sagte der Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Blumenthal-Beier, im ZDF heute journal update.

Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigten, dass sich die Krankheitszeit von etwa 6,8 Prozent der Arbeitszeit in den letzten zehn Jahren nicht geändert habe, so Blumenthal-Beier.

Mit der telefonischen Krankschreibung hat das alles überhaupt nichts zu tun.

Markus Blumenthal-Beier, Bundesvorsitzender des Hausärzteverbands

Krankheitsbedingte Ausfälle in Deutschland

ZDFheute Infografik

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Hausärzte: Abschaffung würde Praxen überfluten

Bereits am Donnerstag nannte Blumenthal-Beier das Reformpaket "absolut katastrophal". "Auf unsere Praxen kommt damit eine riesige Bürokratiewelle zu, die kaum zu bewältigen sein wird", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Im ZDF erläuterte Blumenthal-Beier: "Wir erleben tagtäglich, dass sowohl die telefonische Krankschreibung als auch die Möglichkeit, die ersten drei Tage ohne Krankschreibung zu sein, durchaus in Anspruch genommen werden und unsere Praxen entlasten." Die nun gefassten Beschlüsse der Regierung würden die Arztpraxen mit "unnötiger Bürokratie" überfluten.

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Hausärzte: Prävention statt Verbot

Was gegen den hohen Krankenstand dagegen helfen würde, wäre laut Blumenthal-Beier eine "echte Analyse der Probleme und keine Scheinlösung". Etwa drei Prozent der Krankenfälle würden fast 50 Prozent der Krankentage ausmachen, sagte er. Darunter seien vor allem psychische und chronische Krankheiten vertreten.

"In diese chronischen Krankschreibungen, in die muss man mit Maßnahmen reingehen." Dies könnte beispielsweise durch mehr betriebliche Gesundheitsförderung, einfachere Wiedereingliederungsprogramme und Prävention erreicht werden.

Die Politik redet gerne über Prävention, die Abschaffung der telefonischen AU ist alles andere als Prävention.

Markus Blumenthal-Beier, Vorsitzender des Hausärzteverbands

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In Zukunft mehr Videosprechstunden?

Sollte die Reformmaßnahme der Koalition im Bundestag angenommen und umgesetzt werden, fehlten den Praxen die finanziellen Mittel, um sich für den zu erwartenden Patientenandrang entsprechend auszustatten. "Wir werden sicher - das machen wir jetzt auch schon - dann noch mehr in Videosprechstunden gehen müssen", sagte Blumenthal-Beier.

Über diese Video-Sprechstunden ließen sich auch Atteste ausstellen. Nur: "Die Menschen, die das nicht hinbekommen technisch, die haben dann ein Problem."

Auf dem Bild sind Friedrich Merz und Lars Klingbeil zu sehen.

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