Kanzler zur Arbeitsleistung der Deutschen:Merz kritisiert hohen Krankenstand und Telefonkrankschreibung
Bundeskanzler Friedrich Merz hält den Krankenstand in Deutschland für zu hoch und will Anreize schaffen, um das zu ändern. Zudem stellt er die Telefonkrankschreibung infrage.
Bundeskanzler Merz hält den Krankenstand in Deutschland für zu hoch und fordert die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung.
17.01.2026 | 0:18 minBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den aus seiner Sicht zu hohen Krankenstand der Deutschen kritisiert. Im Schnitt kämen die Beschäftigten in Deutschland auf 14,5 Krankentage, sagte der CDU-Politiker bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau bei Heilbronn.
Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?
Friedrich Merz, Bundeskanzler
In den Niederlanden sind die Regeln anders: Die Firmen zahlen den Lohn im Krankheitsfall bis zu zwei Jahre weiter - nicht die Krankenkasse.
28.03.2025 | 2:01 minMerz kritisiert telefonische Krankschreibung
Man müsse sich darüber unterhalten, wie man Anreize schaffe, dass die Menschen ihrer Beschäftigung nachgingen, so Merz. Als Beispiel nannte er die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung. Diese gilt seit 2021, die Union dringt auf eine Abschaffung.
"Während der Coronazeit begründet richtig, heute immer noch?", fragte der Kanzler. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen.
Am Ende des Tages muss stehen, dass wir alle zusammen in dieser Bundesrepublik Deutschland eine höhere volkswirtschaftliche Leistung gemeinsam erreichen, als wir sie gegenwärtig erreichen.
Friedrich Merz, Bundeskanzler
Quelle: ZDF
Krankenkasse: Bessere Erfassung durch elektronische Krankmeldung
Die Krankenkasse AOK geht allerdings davon aus, dass die Möglichkeit einer telefonischen Krankschreibung nicht dazu führt, dass sich Menschen häufiger krankschreiben lassen. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte hätten diese nur in einem Bruchteil der Fälle abgerechnet.
Einen Einfluss auf die Zahlen kann der Kasse zufolge dagegen die Einführung der elektronischen Krankmeldung haben. Sie führe laut aktuellen Analysen zu einer vollständigeren Erfassung der Fehlzeiten.
Husten, Schnupfen, Halsschmerzen - keine Diagnose wird in deutschen Praxen häufiger gestellt als Atemwegserkrankungen. Die meisten Fehltage entstehen aber durch andere Krankheiten.
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