Razzien gegen rechtsextreme Gruppe "Letzte Verteidigungswelle"

Durchsuchungen bei rechter Terrorgruppe:Neue Razzien gegen "Letzte Verteidigungswelle"

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Die "Letzte Verteidigungswelle" soll Anschläge auf Linke, Geflüchtete und mutmaßliche Pädokriminelle verübt haben. Nun gab es erneut Razzien gegen die rechtsextreme Gruppe.

Zwei maskierte Polizisten von hinten.

Seit Dienstagmorgen läuft eine Razzia gegen weitere Verdächtige der «Letzten Verteidigungswelle». Die Bundesanwaltschaft lässt die Räumlichkeiten von zehn Beschuldigten durchsuchen.

17.03.2026 | 0:39 min

Zehn Monate nach der Zerschlagung einer mutmaßlichen Zelle von jugendlichen Rechtsextremisten hat die Bundesanwaltschaft am Dienstag Wohnungen weiterer Beschuldigter durchsuchen lassen. Die Razzia in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein richtet sich gegen zehn mutmaßliche Mitglieder der "Letzten Verteidigungswelle", wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Eine weibliche Beschuldigte soll eine Führungsfigur der Gruppe sein.

Auch im brandenburgischen Altdöbern führten Beamte eine Hausdurchsuchung durch im Kontext der "Letzten Verteidigungswelle" durch.

Brandenburg, Altdöbern: Polizisten durchsuchen ein Haus, Archivbild

Quelle: dpa

Gruppe flog im Mai 2025 auf

Die "Letzte Verteidigungswelle" soll potenziell tödliche Anschläge auf Linke und Geflüchtete verübt und weitere bereits geplant haben. Im Mai vergangenen Jahres flog die Gruppe auf. Spezialeinheiten und andere Einsatzkräfte der Polizei nahmen bei koordinierten Razzien mehrere Beschuldigte fest, andere waren bereits zuvor festgenommen worden und befanden sich schon in Haft. Es handelte sich um Jugendliche und Heranwachsende. Sie waren zwischen 14 und 21 Jahre alt.

Im April 2024 sollen sie sich zusammengeschlossen haben, um politisch motivierte Gewalttaten in Form von Brand- und Bombenanschlägen zu verüben. Die Gruppierung habe "durch Gewalttaten vornehmlich gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems" herbeiführen wollen, hieß es von der Bundesanwaltschaft.

Die Angeklagten stehen im Sitzungssaal im Strafjustizgebäude zu Beginn des Prozesses

In Hamburg hat Anfang März der Prozess gegen die rechtsextreme Gruppe "Letzte Verteidigungswelle" begonnen.

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Behörde: Zufall, dass es keine Todesopfer gab

Verletzte oder gar Tote gab es nicht - was der Behörde zufolge aber teils nur Zufällen zu verdanken war. In Hamburg begann Anfang des Monats der Prozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer. Sie müssen sich vor dem Oberlandesgericht unter anderem wegen versuchten Mordes und Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation verantworten.

Zu den angeklagten Taten gehört ein nächtlicher Brandanschlag auf ein Kulturzentrum in Altdöbern in Brandenburg im Oktober 2024. Neben dem Anschlag in Altdöbern sollen einige der Beschuldigten laut Anklage im Januar 2025 nachts Feuerwerkskörper in eine Flüchtlingsunterkunft im thüringischen Schmölln geschossen haben. Am Tatort hinterließen sie demnach nationalsozialistische Symbole.

Leere Stühle und Tische stehen in einem Klassenraum vor einer Tafel.

In vielen Bundesländern nimmt die Zahl rechtsextremer Vorfälle an Schulen zu.

07.03.2026 | 0:17 min

Keine Festnahmen bei Razzia

Mehrere Beschuldigte sollen darüber hinaus Überfälle auf Menschen verübt haben, die sie als "pädophil" einstuften. Diese wurden durch Täuschung zu Treffen gelotst, bei denen sie geschlagen und getreten wurden. Auch zwei der nun Beschuldigten, deren Wohnungen am Dienstag durchsucht wurden, sollen sich an solchen Angriffen beteiligt haben. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Allen zehn wird Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen, der mutmaßlichen Führungsfigur auch Rädelsführerschaft.

Bei der neuen Razzia gab es keine Festnahmen. Die Bundesanwaltschaft erklärte:

Die heutigen Durchsuchungen dienen dazu, die bestehenden Verdachtsmomente zu objektivieren.

Bundesanwaltschaft

Quelle: AFP
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 17.03.2026 um 14:46 Uhr im Beitrag "Durchsuchungen bei 'Letzter Verteidigungswelle'".

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