Immer mehr rechtsextremistische Vorfälle an Schulen

Bericht über alarmierenden Trend:Immer mehr rechtsextremistische Vorfälle an Schulen

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Es gibt immer mehr rechtsextreme Vorfälle an Schulen - mehrere Bundesländer melden teils deutlich steigende Zahlen. Politik und Behörden schlagen Alarm.

Leere Stühle und Tische stehen in einem Klassenraum vor einer Tafel.

In vielen Bundesländern nimmt die Zahl rechtsextremer Vorfälle an Schulen zu. Besonders stark war demnach der Anstieg in Brandenburg - dort habe sich die Zahl der gemeldeten Fälle verfünffacht.

07.03.2026 | 0:17 min

Zahlreiche Bundesländer beobachten einem Bericht der "Welt am Sonntag" zufolge einen Anstieg bei rechtsextremen Vorfällen an Schulen.

Rechtsextremismus ist unser größtes gesellschaftliches Problem.

Conrad Clemens, Kultusminister von Sachsen in der "Welt am Sonntag"

Das sagt Conrad Clemens (CDU), der Kultusminister von Sachsen. In seinem Bundesland wurden 2023 dem Bericht zufolge 149 rechtsextreme Vorfälle an Schulen erfasst, 2024 waren es 155 und 2025 bereits 245.

Leon Windscheid steht am rechten Bildrand, stützt seinen Kopf auf seine linke Faust und blickt nachdenklich in die Kamera. Im Hintergrund erkennt man ein Kinderauge, das halb blau, halb braun gefärbt ist.

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Politische, rassistische oder antisemitische Vorfälle

Grundlage der Zahlen sind demnach "besondere Vorkommnisse", die Schulleitungen melden - wie "politische oder religiös extremistische Einwirkungen" oder "rassistische oder antisemitische Vorfälle". Die Zeitung fragte die Zahlen bei den zuständigen Ministerien der Länder ab.

Die Zahlen der verschiedenen Bundesländer lassen sich nicht miteinander vergleichen, da sich Zählweisen, Beobachtungszeiträume und Melderegularien unterscheiden. Der Trend sei laut "Welt am Sonntag" jedoch evident.

Rechte Gewaltfälle von jungen Menschen 2025

ZDFheute Infografik

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So stieg die Zahl rechtsextremistischer Vorfälle an Schulen in Thüringen von 113 im Jahr 2023 auf 198 im Jahr 2025. In Hessen wuchs die Zahl gemeldeter rechtsextremistischer Vorfälle von 39 (2023) auf 159 im Jahr 2025, in Berlin von 74 (2023) auf 126 (2025), in Rheinland-Pfalz von 25 (2023) auf 78 (2025).

Neonazi Symbolfoto

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NRW betrachtet Polizeidaten mit dem Tatort "Schule"

Nordrhein-Westfalen zieht dagegen Polizeidaten, also erfasste Straftaten, heran. 2023 registrierte die Polizei 277 politisch motivierte Straftaten mit der Tatörtlichkeit "Schule/Uni", 2024 waren es bereits 452. Für 2025 liegen 461 Fälle vor.

Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete im Schuljahr 2024/2025 235 Meldungen zu extremistischen Hintergründen oder verfassungswidrigen Kennzeichen. Im vorherigen Schuljahr waren 195 Vorfälle gemeldet worden. Im laufenden Schuljahr wurden bislang 98 Vorkommnisse erfasst.

Mann mit Glatze und 444 Tattoo von der Rücksite, vor Spur-Logo und Reichsflagge sowie rechten Demonstrierenden

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Verfünffachung der Vorfälle in Brandenburg

In Sachsen-Anhalt stiegen die polizeilich registrierten rechten Straftaten an Schulen laut dem Zeitungsbericht von 74 im Jahr 2023 auf 192 im Jahr 2024. Dazu erklärte Tamara Zieschang (CDU), Innenministerin des Landes:

Rechtsextreme Vorfälle an Grundschulen sind besonders besorgniserregend. Sie zeigen, wie wichtig eine frühe Vermittlung demokratischer Werte ist, die nicht nur in der Schule, sondern ebenso und besonders im Elternhaus beginnen muss.

Tamara Zieschang, Innenministerin von Sachsen-Anhalt in der "Welt am Sonntag"

In Brandenburg hat sich die Zahl der rechtsextremen Vorfälle an Schulen dem Bericht zufolge zwischen 2022/2023 und 2023/2024 von 117 auf 560 nahezu verfünffacht. 2024/2025 lag die Zahl wieder niedriger bei 386 und für 2025/2026 weist das Ministerium 109 Fälle im ersten Halbjahr aus.

Quelle: Reuters, AFP
Über dieses Thema berichtete die ZDFheute Xpress am 07.03.2026 ab 11:05 Uhr.

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