Rechtsextremistin Liebich in Tschechien festgenommen

Europäischer Haftbefehl:Rechtsextremistin Liebich in Tschechien festgenommen

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Die europaweit gesuchte deutsche Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich ist in Tschechien festgenommen worden. Es soll ein Auslieferungsverfahren geben.

Ermittler haben die flüchtige Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich in Tschechien festgenommen. Nachdem sie ihre Haftstrafe nicht angetreten hatte, wurde seit August 2025 nach ihr gefahndet.

Ermittler haben die flüchtige Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich in Tschechien festgenommen. Nachdem sie ihre Haftstrafe nicht angetreten hatte, wurde seit August 2025 nach ihr gefahndet.

09.04.2026 | 0:23 min

Die flüchtige, bundesweit bekannte Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich ist in Tschechien entdeckt und festgenommen worden. Der leitende Oberstaatsanwalt der in Deutschland zuständigen Staatsanwaltschaft Halle in Sachsen-Anhalt, Dennis Cernota, bestätigte dem ZDF am Donnerstag die Festnahme. Zuerst hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.

Tschechische Polizisten hätten Liebich auf der Grundlage eines europäischen Haftbefehls in Schönbach bei Asch festgenommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halle. Die Gemeinde liegt ganz im Westen Tschechiens. Wie Cernota erklärte, gingen der Festnahme umfangreiche, teilweise verdeckt geführte Ermittlungsmaßnahmen voraus. Liebich habe kurzzeitig versucht, sich dem Zugriff zu entziehen, sagte der Sprecher. Sie sei jetzt in Gewahrsam. Die Staatsanwaltschaft werde nun die erforderlichen Schritte für ein Auslieferungsverfahren einleiten.

18 Monate Haft stehen für Liebich aus

Liebich sollte ihre Haft eigentlich spätestens seit dem 29. August 2025 absitzen, meldete sich dafür jedoch nicht im Frauengefängnis in Chemnitz. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten einen Vollstreckungshaftbefehl erlassen, nachdem Liebich die Haft nicht angetreten hatte. Die Beamten suchten seitdem nach der Rechtsextremistin. Über die Plattform X hatte Liebich behauptet, sich ins Ausland abgesetzt zu haben.

Liebich war im Juli 2023 - damals noch als Sven Liebich - vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Die Berufung dagegen scheiterte, ebenso wie später die Revision.

Sven Liebich hatte seinen Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich und den Vornamen in Marla-Svenja ändern lassen. Der Fall fachte die Debatte über das neue Selbstbestimmungsgesetz zuletzt wieder an. Die Motive Liebichs für die Änderung sind bisher unklar. Bürgerrechts- und Transsexuellenorganisationen äußerten in der Vergangenheit den Verdacht, dass es sich um eine gegen das neue Gesetz gerichtete rechtsextremistische Provokation handeln könnte.

Quelle: AFP, dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 09.04.2026 um 17:42 Uhr in dem Beitrag "Rechtsextremistin Liebich festgenommen".

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