Verstorbener Altbundespräsident:Horst Köhler mit Staatsakt verabschiedet
Der verstorbene Altbundespräsident Horst Köhler wurde für sein Lebenswerk mit einem Staatsakt gewürdigt. Bundespräsident Steinmeier nannte ihn einen "unermüdlichen Diener".
Deutschland hat sich vom verstorbenen Altbundespräsidenten Horst Köhler mit einem Staatsakt verabschiedet. Im Berliner Dom sprach unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Dem eigentlichen Staatsakt war ein Trauergottesdienst vorausgegangen, der unter anderem vom ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche und Berliner Altbischof Wolfgang Huber gestaltet wurde.
Steinmeier: Köhler war "unermüdlicher Diener"
In seiner Rede würdigte Bundespräsident Steinmeier seinen Vorgänger. Köhler sei anderen Menschen mit "großer Freundlichkeit und Zugewandtheit" begegnet. Er empfinde beim Gedanken an Köhler "Dankbarkeit für einen tatkräftigen und bis in die letzten Tage seines Lebens unermüdlichen Diener unseres Gemeinwesens". Köhlers "tief von innen kommende Zuwendung" habe sich immer wieder an "die Verletzten, die Trauernden, die auf Hilfe Angewiesenen, die Schwerkranken und Behinderten" gerichtet, fuhr Steinmeier fort.
Horst Köhler war berührbar - aber er ließ sich nicht blenden. Weder forsches Auftreten noch Ämter und Titel, weder internationaler Ruhm noch Schmeicheleien konnten ihn beeindrucken.
Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident
Es sei spürbar gewesen, dass der christliche Glaube für Köhler "die Kraftquelle seines Lebens und seines Engagements" gewesen sei.Steinmeier hob das Engagement des früheren Bundespräsidenten für Afrika hervor - den Kontinent, "an dem sein Herz hing". Köhler habe "hier bei uns" den Blick auf Afrika "entscheidend verändert" und sei auf dem Nachbarkontinent "zu einem nicht nur sehr geschätzten, sondern auch glaubwürdigen Vertreter Europas geworden".
Horst Köhler - sein Leben und Wirken
Mit Köhler übernahm erstmals kein Parteipolitiker das höchste Amt im Staat. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler hatte 1976 eine Beamtenlaufbahn im Bundeswirtschaftsministerium begonnen. Köhler war unter anderem deutscher Chefunterhändler für den Maastricht-Vertrag über die Europäische Währungsunion.
1993 wechselte er in die Finanzwelt. 2000 wurde er Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF). 2004 wurde Köhler als Nachfolger von Johannes Rau Bundespräsident. 2009 wählte ihn die Bundesversammlung erneut. Sein Rücktritt mit sofortiger Wirkung nur ein Jahr später war einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik.
Staatsakt als besondere Würdigung
Die nur selten angeordneten Staatsbegräbnisse und Trauerstaatsakte sind Ausdruck höchster Würdigung einer gestorbenen Persönlichkeit durch die Bundesrepublik Deutschland. Um dem Anlass Gewicht zu verleihen, richtet der Staat eine aufwendige Feier mit seinen höchsten Repräsentanten, Hinterbliebenen, Weggefährten und anderen geladenen Gästen aus.
Zum festlichen Rahmen gehören die Nationalhymne und eine Traueransprache des Staatsoberhaupts oder eines Vertreters. Staatsakte werden durch den Bundespräsidenten angeordnet. Für die Organisation ist das Bundesinnenministerium zuständig.
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