Union und SPD wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen

Schwarz-Rot einig:Union und SPD wollen Koalitionsgespräche aufnehmen

Dominik Rzepka

von Dominik Rzepka

|

CDU, CSU und SPD wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Das haben die Spitzen der Parteien am Samstag vereinbart. Die nächste Regierung soll bis Ostern stehen.

Die Sondierungsgespräche zwischen Union und SPD sind am Samstag erfolgreich zu Ende gegangen. Die Spitzen von CDU, CSU und SPD verständigten sich darauf, Koalitionsverhandlungen aufnehmen zu wollen. CDU-Chef Friedrich Merz sagte, die Gespräche hätten in einer "sehr kollegialen Atmosphäre" stattgefunden.

Er verkündete auch erste Ergebnisse beim Thema Migration. So solle es Zurückweisungen an den Grenzen geben, aber in Absprache mit den europäischen Nachbarn. Grenzkontrollen sollen verstärkt werden. Merz sprach außerdem davon, dass der Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte ausgesetzt werden soll.

Außerdem soll das Bürgergeldsystem verändert werden hin zu einer Grundsicherung für Arbeitssuchende. Merz sagte:

Für Menschen, die arbeiten können und wiederholt zumutbare Arbeit verweigern, wird ein vollständiger Leistungsentzug vorgenommen.

Friedrich Merz, CDU

Klingbeil lobt Einigung mit der Union

In einem elfseitigen Papier haben Union und SPD erste Sondierungsergebnisse festgehalten. SPD-Chef Lars Klingbeil sagte, mit dem Sondierungspapier sei "ein erster wichtiger Schritt" gelungen:

Wenn wir es schaffen, gemeinsam Brücken zu bauen, dann kann das auch anderswo in diesem Land gelingen.

Lars Klingbeil, SPD

Laut Klingbeil soll das von der Ampel beschlossene Staatsangehörigkeitsrecht bleiben. Außerdem soll die Stromsteuer gesenkt, die Mietpreisbremse verlängert und der Mindestlohn auf 15 Euro erhöht werden. Bereits Anfang der Woche hatten die Spitzen der Parteien ein milliardenschweres Finanzpaket angekündigt, über das der Bundestag bereits kommende Woche beraten soll.

Koalitionsverhandlungen könnten Mitte März starten

Am Montagmorgen kommen Präsidium und Bundesvorstand der CDU zusammen. Die Gremien der Partei dürften dann offiziell die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der SPD beschließen.

Bei der SPD soll noch am Samstag die Fraktion beraten, am Sonntag dann die Gremien der Partei. Die Koalitionsverhandlungen könnten bereits nächste Woche beginnen. Die Union strebt eine Regierungsbildung bis Ostern an.

Grüne lassen Zustimmung weiter offen

Für eine mögliche Grundgesetzänderung und die Verabschiedung eines Sondervermögens im Bundestag sind Union und SPD auf Stimmen anderer Parteien angewiesen, die Grünen hatten ihre Zustimmung zuletzt aber offen gelassen. Merz kündigte Kompromissbereitschaft gegenüber den Grünen an.

Grünen-Chefin Franziska Brantner kritisiert, Union und SPD würden mit dem geplanten Sondervermögen lediglich neues Geld in alte Schläuche stecken, es gebe keinerlei strukturelle Reformen.

Das hat uns heute ein Stück weiter weg gebracht von einer Zustimmung.

Franziska Brantner, Grüne

Am Freitag hatte bereits Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge eine Zustimmung der Grünen offengelassen. Es gebe noch viele offene Fragen, sagte sie ZDFheute.

SPD-Basis könnte Koalition kippen

Schwarz-Rot ist nach der Bundestagswahl die einzig mögliche Koalition, die nicht im Vorfeld ausgeschlossen wurde. Ob sich Union und SPD einigen, gilt aber als offen. Die SPD hatte zuletzt den rauen Ton von CDU-Chef Friedrich Merz im Wahlkampf kritisiert. Die Sozialdemokraten wollen zudem die eigene Basis über einen möglichen Koalitionsvertrag abstimmen lassen.

Die CDU will auf einem kleinen Parteitag über eine mögliche Koalition mit der SPD entscheiden. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt erwartet schwierige Verhandlungen mit der SPD, Ausgang offen:

Je näher man sich den letzten Metern nähert, umso schwieriger werden die Aufgaben, die zu lösen sind.

Alexander Dobrindt, CSU

Nachrichten zur Bundestagswahl

  1. Sahra Wagenknecht

    Für Neuauszählung der Wahl 2025:BSW klagt in Karlsruhe: Wagenknechts letztes Gefecht

    von Andrea Maurer
    mit Video0:25

  2. Sahra Wagenknecht am 07.12.2025 bei dem BSW-Bundesparteitag auf der Bühne in Magdeburg.

    Forderung nach Neuauszählung:Beschwerde gegen Bundestagswahl: BSW hofft auf Karlsruhe

    mit Video0:25

  3. Sahra Wagenknecht auf dem Bundeparteitag im Dezember 2025.

    Bundesverfassungsgericht:BSW stellt Wahlprüfungsbeschwerde vor

    Video0:25

  4. Politbarometer Grafik

    Nachrichten | heute - in Deutschland:Keine Mehrheit für Union und SPD

    von Udo Harnach
    Video1:49

  5. Hybride Bedrohungen und Cyberangriffe

    Cyberangriffe und Desinformation:Bundesregierung beschuldigt Russland

    Video0:27

  6. Friedrich Merz, Markus Söder und Lars Klingbeil

    Union und SPD vor Koalitionsausschuss:Worum Schwarz-Rot vor Weihnachten noch ringt

    mit Video2:28

  7. Amira Mohamed Ali (l) und Fabio de Masi (r) freuen sich über ihr Wahlergebnis auf dem 3. Bundesparteitag vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).

    Parteitag beschließt Namensänderung:De Masi und Mohamed Ali bilden neue BSW-Spitze

    mit Video1:39

  8. Sahra Wagenknecht, Vorsitzende des BSW, spricht auf dem 3. Bundesparteitag der Partei «Bündnis Sahra Wagenknecht» zu den Delegierten.

    Nachrichten | heute:BSW trifft sich zum Bundesparteitag

    von Andrea Maurer
    Video1:39

  9. Sahra Wagenknecht (M, BSW Bündnis Sahra Wagenknecht), Bundesvorsitzende, nimmt zwischen Fabio De Masi (l) und Amira Mohamad Ali, BSW Bundesvorsitzende, an einer Pressekonferenz zur Neuaufstellung des BSW teil.

    Einspruch des BSW gescheitert:Ausschuss: Bundestagswahl muss nicht neu ausgezählt werden

    mit Video0:29

  10. Sahra Wagenknecht zwischen Fabio De Masi und Amira Mohamad Ali

  11. Gruppe an Leuten mit ihren Smartphones
    Grafiken

    Schlagzeilen, Promis und mehr:Google-Suche 2025: Was besonders im Trend lag

    von Lukas Wagner
    mit Video2:31

  12. BSW-Logo

    Einspruch gegen Wahlergebnis:Erreicht das BSW eine Neuauszählung der Bundestagswahl?

    von Christiane Hübscher und Stefanie Reulmann
    mit Video4:04