Erster Besuch seit Kriegsbeginn:Wadephul in Israel: Wollen kein "Chaos" in Iran
Johann Wadephul auf Krisenbesuch in Israel: Als erster europäischer Außenminister besucht er das Land seit Beginn des Iran-Kriegs. Er warnte vor einem möglichen Zerfall des Landes.
"Wir teilen die Sicherheitsbedenken" der USA und Israel, so Bundesaußenminister Wadephul in Riad. Aber man wolle, dass die territoriale Integrität des Iran gewahrt bleibe.
10.03.2026 | 6:49 minAnderthalb Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs ist Außenminister Johann Wadephul zu einem Solidaritätsbesuch nach Israel gereist. In Jerusalem kam der Minister zu Gesprächen mit seinem Amtskollegen Gideon Saar zusammen. Der Besuch war aus Sicherheitsgründen vor dem Treffen geheim gehalten worden.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Saar warnte Wadephul vor möglichen Folgen des Iran-Kriegs. Nach dem Treffen sagte er am Abend im ZDF heute journal, dass die territoriale Integrität Irans gewahrt werden müsse.
Wir wollen in diesem Land kein Chaos sehen, weil das für eine weitere Eskalation in dieser Region sorgen könnte, Flüchtlingsströme verursachen könnte und natürlich für die Energiepreise weitere Unwägbarkeiten bedeutete.
Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister
Das sei weder im Interesse Deutschlands noch der EU.
Außenminister Wadephul besucht den Nahen Osten, um Solidarität mit den von iranischen Angriffen betroffenen Ländern zu zeigen. Heute machte er Station in Israel.
10.03.2026 | 1:51 minWadephul ist der erste europäische Außenminister, der das Land seit Kriegsbeginn am 28. Februar besucht. Israel und die USA hatten Iran am 28. Februar angegriffen. Israel fühlt sich durch das iranische Raketen- und Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Auch die USA verweisen auf eine Bedrohung durch die iranische Führung.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) ist in den Nahen Osten gereist, um sich ein eigenes Bild des Kriegs zu machen. ZDF-Korrespondentin Ines Trams berichtet.
10.03.2026 | 0:19 minWadephul reiste mit Militärmaschine an
Außenminister Saar sagte auf die Frage, wann Israel seine Kriegsziele erreicht sehe, man werde sich mit den US-Partnern abstimmen, "wenn wir denken, dass der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist". Einen genauen Zeitplan für das weitere Vorgehen nannte Saar nicht.
Wir streben keinen endlosen Krieg an.
Gideon Saar, israelischer Außenminister
Wegen der erhöhten Gefährdungslage reiste Wadephul nicht wie sonst üblich mit einem Airbus der Flugbereitschaft der Bundeswehr an, sondern mit einem Militär-Transportflugzeug der Bundeswehr.
Zerstörungen in Iran und im Libanon, Raketenalarm in Israel: Die gegenseitigen Angriffe im Nahen Osten gehen weiter. Kanzler Merz äußert sich besorgt über die Kriegsführung.
10.03.2026 | 2:41 minWadephul besucht Israel nach Raketeneinschlag
Zu Beginn seines Besuchs in Israel informierte sich Wadephul in der Stadt Beit Schemesch westlich von Jerusalem über Zerstörungen durch einen verheerenden iranischen Raketenangriff. Bei dem Vorfall waren am 1. März neun Menschen getötet und rund 50 weitere verletzt worden.
In Israel kamen im Zuge der aktuellen Raketenangriffe vor allem aus Iran insgesamt bislang 13 Menschen ums Leben. Das israelische Gesundheitsministerium meldete zudem mehr als 2.300 Personen, die in Krankenhäusern behandelt worden seien.
Kanzler Merz spricht von Planlosigkeit im Iran-Krieg. Haben die USA den Konflikt ohne einen klaren Plan begonnen? Einschätzungen von ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.
10.03.2026 | 1:22 minAm Vormittag hatte Wadephul auf der Mittelmeerinsel Zypern mit seinem Kollegen Konstantinos Kombos über die Konsequenzen aus dem Krieg beraten. Zypern ist der EU-Staat, der der Krisenregion im Nahen Osten geografisch am nächsten liegt.
Die Insel im östlichen Mittelmeer liegt nur etwa 150 bis 250 Kilometer vom Libanon und Israel entfernt. Der Nato gehört Zypern nicht an.
Merz: Endloser Krieg nicht in deutschem Interesse
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Freitag erklärt, die Bundesregierung teile die Ziele der USA und Israels, die das iranische Nuklear- und Raketenprogramm, Teherans Bedrohung Israels sowie seine Unterstützung von Terrorismus beträfen. Mit zunehmender Dauer und Ausweitung der Kämpfe sehe man aber auch wachsende Risiken.
Ein endloser Krieg sei nicht in deutschem Interesse. Im Interview mit dem ZDF heute journal machte der Außenminister klar, die Dauer des Konflikts werde davon abhängen, wann die USA und Israel ihre militärischen Ziele erreicht sehen.
Es gehe aus seiner Sicht vor allem darum, "die militärischen Fähigkeiten des iranischen Regimes" zu reduzieren. Dabei spiele insbesondere die mögliche Entwicklung einer Atomwaffe eine Rolle, ebenso wie das "große ballistische Raketenprogramm", das Israel und möglicherweise auch Europa bedrohen könne. Auch die maritimen Fähigkeiten des Iran seien ein Thema, betont er.
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