Erster Besuch seit Kriegsbeginn:Wadephul in Israel: Wollen kein "Chaos" in Iran
Johann Wadephul auf Krisenbesuch in Israel: Als erster europäischer Außenminister besucht er das Land seit Beginn des Iran-Kriegs. Er warnte vor einem möglichen Zerfall des Landes.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) ist in den Nahen Osten gereist, um sich ein eigenes Bild des Kriegs zu machen. ZDF-Korrespondentin Ines Trams berichtet von vor Ort.
10.03.2026 | 0:19 minAnderthalb Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs ist Außenminister Johann Wadephul zu einem Solidaritätsbesuch nach Israel gereist. In Jerusalem kam der Minister zu Gesprächen mit seinem Amtskollegen Gideon Saar zusammen. Der Besuch war aus Sicherheitsgründen vor dem Treffen geheim gehalten worden.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Saar warnte Wadephul vor möglichen Folgen des Iran-Kriegs. Die territoriale Integrität Irans müsse gewahrt werden.
Niemand kann ein Interesse an Chaos oder Bürgerkrieg oder dem Zerfall Irans haben.
Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister
"Die Wirkungen wären erheblich und würden wir auch in Europa zu spüren bekommen", sagte der CDU-Politiker weiter.
Wadephul ist der erste europäische Außenminister, der das Land seit Kriegsbeginn am 28. Februar besucht. Israel und die USA hatten Iran am 28. Februar angegriffen. Israel fühlt sich durch das iranische Raketen- und Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Auch die USA verweisen auf eine Bedrohung durch die iranische Führung.
An Israels Nordgrenze spitzt sich die Lage zu. ZDF‑Reporter Thomas Reichart berichtet aus Orten direkt an der Grenze – wo der Krieg für die Menschen zum Alltag geworden ist.
10.03.2026 | 4:28 minWadephul reiste mit Militärmaschine an
Außenminister Saar sagte auf die Frage, wann Israel seine Kriegsziele erreicht sehe, man werde sich mit den US-Partnern abstimmen, "wenn wir denken, dass der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist". Einen genauen Zeitplan für das weitere Vorgehen nannte Saar nicht.
Wir streben keinen endlosen Krieg an.
Gideon Saar, israelischer Außenminister
Wegen der erhöhten Gefährdungslage reiste Wadephul nicht wie sonst üblich mit einem Airbus der Flugbereitschaft der Bundeswehr an, sondern mit einem Militär-Transportflugzeug der Bundeswehr.
US-Verteidigungsminister Hegseth hat die bisher schwersten Bombardierungen angekündigt. Deutschland betont die Notwendigkeit von Diplomatie, um eine Eskalation zu verhindern.
10.03.2026 | 2:31 minWadephul besucht Israel nach Raketeneinschlag
Zu Beginn seines Besuchs in Israel informierte sich Wadephul in der Stadt Beit Schemesch westlich von Jerusalem über Zerstörungen durch einen verheerenden iranischen Raketenangriff. Bei dem Vorfall waren am 1. März neun Menschen getötet und rund 50 weitere verletzt worden.
In Israel kamen im Zuge der aktuellen Raketenangriffe vor allem aus Iran insgesamt bislang 13 Menschen ums Leben. Das israelische Gesundheitsministerium meldete zudem mehr als 2.300 Personen, die in Krankenhäusern behandelt worden seien.
Kanzler Merz spricht von Planlosigkeit im Iran-Krieg. Haben die USA den Konflikt ohne einen klaren Plan begonnen? Einschätzungen von ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.
10.03.2026 | 1:22 minAm Vormittag hatte Wadephul auf der Mittelmeerinsel Zypern mit seinem Kollegen Konstantinos Kombos über die Konsequenzen aus dem Krieg beraten. Zypern ist der EU-Staat, der der Krisenregion im Nahen Osten geografisch am nächsten liegt. Die Insel im östlichen Mittelmeer liegt nur etwa 150 bis 250 Kilometer vom Libanon und Israel entfernt. Der Nato gehört Zypern nicht an.
Merz: Endloser Krieg nicht in deutschem Interesse
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Freitag erklärt, die Bundesregierung teile die Ziele der USA und Israels, die das iranische Nuklear- und Raketenprogramm, Teherans Bedrohung Israels sowie seine Unterstützung von Terrorismus beträfen. Mit zunehmender Dauer und Ausweitung der Kämpfe sehe man aber auch wachsende Risiken.
Ein endloser Krieg sei nicht in deutschem Interesse. Merz warnte vor weitreichenden Folgen für Europa, unter anderem in den Bereichen Sicherheit, Energieversorgung und Migration.
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