Neues geistliches Oberhaupt:Was erwartet Iran unter der Führung von Chamenei Junior?
Modschtaba Chamenei übernimmt die Macht in Iran. Der Sohn des getöteten Religionsführers Ali Chamenei gilt als erzkonservativer Hardliner. Was über seinen Kurs bekannt ist.
Modschtaba Chamenei, Sohn von Ali Chamenei, wird offiziell zum neuen obersten Führer gewählt. In der Zwischenzeit geht der Irankrieg mit unverminderter Häre weiter.
09.03.2026 | 1:40 minMitten im Krieg und nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei ist dessen Sohn Modschtaba zum neuen obersten Führer Irans ernannt worden. Über das Denken Modschtaba Chameneis ist wenig bekannt. In den vergangenen Jahren hat er sich kaum öffentlich gezeigt.
Viele Insider in Iran gehen jedoch seit längerem davon aus, dass er im Schatten seines Vaters erheblichen Einfluss ausgeübt hat. Welchen Kurs könnte Modschtaba Chamenei für die Islamische Republik einschlagen?
Welche Kräfte werden mit Chamenei in Iran gestärkt?
Seine Wahl zum obersten Führer sei ein "Sieg der Hardliner-Fraktionen über pragmatischere Kräfte innerhalb des Regimes", heißt es in einer Analyse des Critical Threats Project, das von den in Washington ansässigen Denkfabriken Institute for the Study of War und dem American Enterprise Institute betrieben wird.
Der 56-Jährige sei ein "Hardliner-Kleriker", der voraussichtlich eine ähnliche Politik verfolgen werde wie sein Vater.
Im Iran übernimmt Modschtaba Chamenei, Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei, die Führung des Regimes. Während Anhänger ihn in Teheran feiern, geht der Krieg weiter.
09.03.2026 | 2:25 minWie ist sein Verhältnis zu den mächtigen Revolutionsgarden?
Während des Iran-Irak-Kriegs in den 1980er Jahren trat Modschtaba Chamenei einer Freiwilligeneinheit der Revolutionsgarden bei. Demnach nahm er auch an mehreren Kämpfen an der Front teil. Er gilt als gut vernetzt, insbesondere durch Kontakte aus seiner Zeit im sogenannten Habib-Ibn-Masahir-Bataillon, dessen Mitglieder heute wichtige Positionen im Geheimdienst der Revolutionsgarden bekleiden.
In den vergangenen Tagen sollen einflussreiche Funktionäre für seine Wahl zum neuen obersten Führer geworben haben. Unterstützt wurde Modschtaba Chamenei laut Berichten von Hussein Taib, dem ehemaligen Geheimdienstchef der Revolutionsgarden.
Der Expertenrat in Iran hat sich auf Chameneis Nachfolge geeinigt. Über die Lage in Iran und an der israelisch‑libanesischen Grenze berichten Isabelle Tümena und Thomas Reichart.
08.03.2026 | 2:41 minDer Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, soll gegen seine Wahl gewesen sein. Laridschani steht als Technokrat eher für einen pragmatischen Kurs. Sein Bruder Sadegh, ein schiitischer Geistlicher, galt ebenfalls als möglicher Kandidat.
Was bedeutet die Ernennung von Modschtaba Chamenei für den Krieg?
Eine Waffenruhe lehnt die iranische Staatsspitze trotz massiver Bombardierungen im eigenen Land weiter ab. Mit ihren Gegenattacken auf Israel und US-Stützpunkte in den Golfstaaten führen die Streitkräfte den Willen des getöteten Ajatollahs aus, der vor den israelisch-amerikanischen Angriffen mit einem regionalen Krieg gedroht hatte.
Teheran bestätigte die Wahl eines neuen geistlichen Oberhauptes, gab den Namen aber zunächst nicht bekannt. ZDF-Korrespondentin Isabelle Tümena berichtete über die Hintergründe.
08.03.2026 | 1:16 minDas Portal Amwaj schreibt, mit der Wahl Modschtaba Chameneis wollten Hardliner im Machtapparat vor allem einen harten Kurs signalisieren. Dies solle zeigen: "Iran wird nicht nachgeben, ungeachtet der erheblichen wirtschaftlichen und militärischen Verluste, die er erlitten hat."
Dabei muss auch das neue Staatsoberhaupt künftig um sein Leben fürchten. Israel hat bereits gedroht, auch den Nachfolger von Ajatollah Ali Chamenei umbringen zu wollen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete Modschtaba Chamenei noch vor der Wahl als "inakzeptabel".
Wohl wissend um dieses Szenario existiere noch die Möglichkeit, dass einige Kreise in Teheran auch deshalb seine Wahl befürwortet haben könnten, schreibt Amwaj. Für Verschwörungstheoretiker deute dies darauf hin, "dass der oberste Führer, den sie wirklich im Sinn haben, tatsächlich der Nachfolger von Chamenei Junior sein könnte". Solche Pläne, falls sie existieren, seien jedoch "äußerst risikoreich".
Israel und die USA töten Irans Machthaber Ali Chamenei. Einst waren die Beziehungen freundlich. Ein Blick zurück zeigt, wie aus Partnern über Jahrzehnte erbitterte Gegner wurden.
05.03.2026 | 16:08 minWelche Herausforderungen erwarten Modschtaba Chamenei?
Neben Chamenei wurden wie schon im Zwölftagekrieg im vergangenen Jahr erneut hochrangige Militäroffiziere getötet. Auch mit internen Spannungen muss sich das neue Staatsoberhaupt nun auseinandersetzen.
Einige loyale Anhänger des Systems könnten seine Wahl kritisch sehen, da sie eine Machtübertragung innerhalb der Familie ablehnen. Für sie weckt dies Erinnerungen an das Modell einer Erbmonarchie - jenes System, das die islamische Revolution mit dem Sturz des Schahs 1979 eigentlich überwinden wollte.
Falls Modschtaba Chamenei den Krieg überlebt, erwarten ihn zahlreiche Probleme. Darunter eine schwere Wirtschaftskrise, mögliche Protestwellen der Bevölkerung gegen das autoritäre Herrschaftssystem sowie Trockenheit und Wassermangel. Gleichzeitig bleibt das Land international weitgehend isoliert und steht unter schweren westlichen Sanktionen. In der breiten Bevölkerung dürfte die Wahl von Chamenei Junior auf große Ablehnung stoßen.
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