Eine Woche Krieg in Nahost:Wie sich die Lage in Iran und der Region verändert hat
Seit einer Woche greifen Israel und USA Iran an. Iran wiederum attackiert Ziele in der Golfregion. In der Nacht wurde Teheran besonders schwer bombardiert. Wie jetzt die Lage ist.
Seit dem Angriff von USA und Israel auf Iran weitet sich der Konflikt in Nahost weiter aus. Auch die Kurden könnten zu einem wichtigen Faktor werden, berichtet ZDFheute live.
07.03.2026 | 19:49 minVergangenen Samstag hat der Beschuss Irans durch Israel und die USA begonnen. Das Land antwortet seither mit Raketen- und Drohnenattacken auf Israel und amerikanische Stützpunkte in benachbarten Golfstaaten. In der vergangenen Nacht erlebte Irans Hauptstadt Teheran die wohl heftigsten Angriffe seit Beginn des Krieges. Es gäbe schwere Schäden, sagt ZDF-Korrespondentin Isabell Tümena, die aus Istanbul über die Situation in Iran berichtet:
Das israelische Militär meldet, mit über 80 Kampfjets die Stadt bombardiert zu haben. Es soll ein Flughafen getroffen worden sein, eine große Militärakademie. Straßen und Autobahnen sind blockiert.
Isabell Tümena, ZDF-Korrespondentin
Davon unbeeindruckt hat Irans Präsident Massud Peseschkian am Samstagmorgen die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer bedingungslosen Kapitulation der Islamischen Republik strikt abgelehnt.
Seit einer Woche attackieren die USA und Israel Iran. Teheran antwortet mit eigenen Angriffen, auch auf die Golfregion. Ein Ende der Kriegshandlungen ist nicht in Sicht.
07.03.2026 | 1:50 minIrans Entschuldigung mit Bedingungen
Anzeichen einer Schwächung der Regierung in Teheran gäbe es jedoch, berichtet Tümena. So habe Peseschkian sich am Morgen bei den Golfstaaten für den Beschuss mit Drohnen und Raketen entschuldigt, mit dem Hinweis, dass die Offiziere der Revolutionsgarden führungslos gehandelt hätten.
Iran beschießt militärische Stellungen der USA in der Golfregion. Strategische Unterstützung kommt dabei auch aus Russland.
07.03.2026 | 1:51 minDas sei ein erster, sehr vorsichtiger Schritt in Richtung Wiederaufnahme von Gesprächen, erläutert Tümena - auch, wenn die Entschuldigung Richtung Golfstaaten mit einer Bedingung verknüpft worden sei.
Die Angriffe auf sie würden eingestellt, sofern von diesen Staaten keine Angriffe mehr ausgingen. Faktisch würde das heißen, dass die USA ihre Militärbasen in Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien nicht mehr nutzen dürften, um von dort aus Kampfjets loszuschicken, erklärt ZDF-Korrespondentin Tümena.
Der Krieg im Nahen Osten lässt an Intensität nicht nach. Die ZDF-Korrespondenten Isabell Tümena und Thomas Reichart berichten über die aktuelle Lage.
07.03.2026 | 2:24 minInterne Kritik an Präsident Peseschkian
Peseschkians Äußerungen lösten im Iran politische Unruhe aus. Sein Büro sah sich genötigt zu betonen, dass das iranische Militär weiterhin entschlossen auf Angriffe von US-Stützpunkten in der Region reagieren werde. Am Samstag meldeten mehrere Golfstaaten erneut die Abwehr von Angriffen mit Raketen und Drohnen.
Hardliner im eigenen Land kritisierten den iranischen Präsidenten scharf. Hamid Rasai, ein konservativer Geistlicher und Abgeordneter, bezeichnete Peseschkians Haltung als "unprofessionell, schwach und inakzeptabel".
Interessant, so Tümena, sei auch das Video, in dem Peseschkian die Entschuldigung verkündet. Der Präsident sähe alt und erschöpft aus, das Video wirke wie mit einer Handykamera aufgenommen, sei nicht besonders arrangiert.
Staatsfernsehtauglich ist das nicht.
Isabell Tümena, ZDF-Korrespondentin
Golfstaaten bisher ohne Reaktion auf Entschuldigung
Aus den Golfstaaten wie Kuwait, Katar und Bahrain liegen bisher noch keine Reaktionen auf die Entschuldigung des iranischen Präsidenten vor. Aus Sicht von Golineh Atai, Korrespondentin für das ZDF in Nahost, ist das nachvollziehbar: Im Moment klinge die Entschuldigung "für arabische Beobachter wenig glaubwürdig".
Krieg in Nahost: Während bei vielen Exil-Iranern nun die Hoffnung aufblüht, dass ein “Regime Change” in greifbare Nähe gerückt ist, bleibt die Frage nach einem konkreten Ziel dieses Kriegs offen.
05.03.2026 | 44:59 minOffiziell seien vom Territorium und vom Luftraum der golfarabischen Staaten ja keine Angriffe geflogen worden.
Dass diese Worte eben ausgerechnet zu einem Zeitpunkt kommen, wo tatsächlich Angriffe laufen gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, gegen Katar und gegen Bahrain, das hat natürlich, wenn man das so sagen will, ein Geschmäckle.
Golineh Atai, Nahost-Korrespondentin für das ZDF
Sind die Äußerungen Peseschkians bisher nur leere Worte - oder vielleicht ein Zeichen dafür, dass im Inneren des Teheraner Regimes etwas brodelt? Schwer zu sagen sei das aktuell, betont Atai.
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