US-Angriffe: Dutzende iranische Kriegsschiffe zerstört

Dutzende Kriegsschiffe zerstört:Was von Irans Marine noch übrig ist

Autorenfoto Nils Metzger

von Nils Metzger

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Innerhalb weniger Tage haben die USA viele der größten iranischen Kriegsschiffe vernichtet. Ein Überblick zu Irans Marine und ihrer verbleibenden Schlagkraft.

Mitglieder eines Rettungsteams arbeiten an einem durch Luftangriffe beschädigten Gebäude in Iran.

Seit einer Woche attackieren die USA und Israel Iran. Teheran antwortet mit eigenen Angriffen, auch auf die Golfregion. Ein Ende der Kriegshandlungen ist nicht in Sicht.

07.03.2026 | 1:50 min

Die Zerstörung der iranischen Marine ist eines der erklärten Ziele der US-Operation "Epischer Zorn". Es soll verhindert werden, dass Iran den wichtigen Seeverkehr durch die Straße von Hormus einschränken kann.

Bereits nach einer Woche Krieg haben die iranischen Seestreitkräfte dabei heftige Verluste hinnehmen müssen. Ein Überblick.

Die iranische Flagge auf halbmast bei der iranischen Botschaft in Moskau.

Iran beschießt militärische Stellungen der USA in der Golfregion. Strategische Unterstützung kommt dabei auch aus Russland.

07.03.2026 | 1:51 min

Schiffe der Revolutionsgarden: Guerillatruppe zu Wasser

Fokus der Revolutionsgarden zur See sind schnelle, kleine Angriffsboote, bewaffnet mit Torpedos und Anti-Schiff-Raketen. Damit können sie ähnlich agieren wie Terrormilizen an Land: große Seegebiete abdecken, Hinterhalte für Flottenverbände oder zivile Schiffe legen. Sie feuern ihre Distanzwaffen ab und verschwinden wieder. Anders als bei Nato-Streitkräften bedeutet der Verlust eines einzelnen dieser Schiffe kaum Verlust an Schlagkraft der gesamten Marine.

Ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarde umkreist den unter britischer Flagge fahrenden Öltanker Stena Impero, der am 21.07.2019 von der Revolutionsgarde im iranischen Hafen Bandar Abbas beschlagnahmt wurde.

Solche Schnellboote sind ein zentrales Angriffswerkzeug der iranischen Revolutionsgarden.

Quelle: AP

Sie umfasst über 130 Patrouillenboote, meist bewaffnet mit Torpedos oder Anti-Schiff-Raketen. Die Schiffe sind eine Mischung aus eigener Produktion (z.B. Kashdom-2-Klasse), Weiterentwicklungen nordkoreanischer Modelle (Peykaap-1 bis Peykaap-3), oder die aus China beschaffte Thondor-Klasse. Dazu kommt eine unbekannte Zahl an kleinen Schnellbooten (z.B. Taregh-Klasse oder Seraj-1-Klasse).

Wie viele dieser kleineren Schiffe aktuell noch in einem einsatzbereiten Zustand sind, ist nicht bekannt. Die Marinebasen entlang der iranischen Küste, darunter wichtige Standorte wie Bandar Abbas und Buschehr, wurden bereits schwer beschädigt. Dort lagen zahlreiche Schiffe vor Anker.

Dieses von Planet Labs PBC zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt den Militärhafen von Bandar Abbas im Iran am 02.03.2026.

Brennende Schiffe im iranischen Militärhafen von Bandar Abbas am 2. März.

Quelle: Uncredited/Planet Labs PBC via AP/dpa

USA zerstören iranische Drohnen-Träger

Die wenigen größeren Schiffe der Revolutionsgarden umfassen vier Korvetten vom Typ Shahid-Soleimani, benannt nach dem 2020 getöteten Kommandeur der Quds-Einheit. Sie sind 65 Meter lang und wurden ab 2022 in Dienst gestellt, gehören also zu den modernsten iranischen Kriegsschiffen.

Schäden nach einem US-Angriff auf eine Shahid-Soleimani-Korvette

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Aktuelle Videoaufnahmen des US-Militärs zeigen einen Angriff auf eine der vier Korvetten, die dabei schwer beschädigt wurde. Verteidigungsminister Pete Hegseth erwähnte die Versenkung einer weiteren Shahid-Soleimani-Korvette, legte dafür aber bislang keine Bildbelege vor.

Ein vom iranischen Militär zur Verfügung gestelltes Foto zeigt das iranische Kriegsschiff Shahid Sayyad Shirazi während einer gemeinsamen Marineübung im Omanischen Meer im Süden des Iran am 19.02.2026.

Die Korvette "Shahid Sayyad Shirazi" (Shahid-Soleimani-Klasse): Eines der modernsten iranischen Kriegsschiffe - und Ziel eines US-Angriffs.

Quelle: epa/Iranian Army Office

Die Revolutionsgarden haben drei Tanker umgebaut zu Startplattformen für Hubschrauber und Drohnen. "Shahid Bagheri", "Shahid Mahdavi" und "Shahid Roudaki" sind damit die größten Schiffe der Revolutionsgarden.

Die "Shahid Mahdavi" wurde nach US-Angaben bereits am ersten Tag des Krieges auf offener See im Golf von Oman versenkt. Am Freitag veröffentlichten die USA ein Video, das zwei schwere Treffer der "Shahid Bagheri" zeigt.

Video der Zerstörung der "Shahid Bagheri"

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Iran verliert sein modernstes U-Boot

Zur regulären iranischen Flotte gehören auch 19 U-Boote, wobei der Großteil davon sogenannte Mikro-U-Boote (Ghadir-Klasse) mit nur sieben Mann Besatzung sind. Größere U-Boote betreibt die iranische Marine zwei: eine ältere Taregh-Klasse und die moderne Fateh-Klasse, von denen sich zuletzt mehrere im Bau befanden. Das eine einsatzbereite Fateh-U-Boot wurde von den USA in den vergangenen Tagen versenkt.

Auf diesem von Vantor bereitgestellten Satellitenbild ist ein Überblick über zerstörte Schiffe und Einrichtungen im Marinestützpunkt Konarak im Iran am 01.03.2026, zu sehen.

Mehrere gesunkene iranische Kriegsschiffe im Militärhafen von Konarak.

Quelle: 2026 Vantor via AP

Admiral Brad Cooper, Kommandeur des US-CENTCOM, sagte am Mittwoch:

Bislang haben wir 17 iranische Schiffe zerstört, inklusive des einsatzstärksten iranischen U-Boots, das jetzt ein Loch in seiner Seite hat.

Admiral Brad Cooper, Kommandeur US-CENTCOM

Inzwischen geben die US-Streitkräfte die Zahl der zerstörten iranischen Schiffe mit mehr als 30 an.

Stellungnahme von Admiral Brad Cooper

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Moderne Korvetten im Fokus der US-Angriffe

Die iranische Marine umfasste vor Kriegsbeginn acht Korvetten (teils auch als leichte Fregatten klassifiziert). Einige davon stammen noch aus der Zeit vor der islamischen Revolution 1979, etwa die Alvand- und Bayandor-Klassen, sowie die "Hamzah", die zum Kriegsschiff umgebaute Jacht des Schahs.

ZDF-Korrespondenten Isabelle Tümena und Thomas Reichart

Der Krieg im Nahen Osten lässt an Intensität nicht nach. Die ZDF-Korrespondenten Isabell Tümena und Thomas Reichart berichten über die aktuelle Lage.

07.03.2026 | 2:24 min

2010 begann Iran die Einführung der modernen, 95 Meter langen Korvetten der Moudge-Klasse. Iranische Staatsmedien bezeichneten diese Eigenentwicklung als große nationale Errungenschaft. Viel Glück hatte Iran aber nicht mit ihnen - innerhalb weniger Jahre wurden mehrere von Stürmen oder Unfällen außer Gefecht gesetzt.

Während der vergangenen Woche waren sie ein wichtiges Angriffsziel und mindestens drei Moudge-Korvetten wurden bereits von den USA versenkt. Die einsatzbereiten iranischen Korvetten wurden damit vermutlich zum Großteil zerstört.

Iranische Staatsmedien berichten seit Tagen immer wieder von erfolgreichen Angriffen auf US-Kriegsschiffe vor ihrer Küste. Dafür gibt es keine belastbaren Belege, bislang verzeichneten die USA während der aktuellen Militäroperation keine Verluste unter ihren Schiffen.

In den sozialen Netzwerken werden zwar Videos als vermeintlicher Beweis für zerstörte US-Schiffe oder US-Militärbasen angeführt. Dabei handelt es sich aktuell durchweg um alte Aufnahmen oder mit KI erstellte Videos.


Versenkung vor Sri Lanka: War das ein Kriegsverbrechen?

Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei das Ende der Moudge-Klasse-Korvette "Dena" am 4. März vor der Küste von Sri Lanka. Sie traf ein Torpedo eines amerikanischen U-Boots, der erste Angriff dieser Art seit Jahrzehnten. Die iranische Regierung bezeichnete die Versenkung als "Kriegsverbrechen".

Dieses Bild das vom US-Amerikanischen Kriegsministerium zur Verfügung gestellt wurde zeigt ein Iranisches Kriegsschiff im Indischen Ozean von einem Amerikansichen U-Boot angegriffen wird.

Dieses vom US-Kriegsministerium veröffentlichte Foto soll den Torpedoangriff auf die "Dena" zeigen.

Quelle: action press

Den Angriff auf die "Dena" selbst bewerten Experten nicht als Verstoß gegen geltende Konventionen. Er erfolgte in internationalen Gewässern und die Korvette "Dena" war durch ihre Zugehörigkeit zur iranischen Marine ein legitimes Ziel, ungeachtet dessen, dass sie über 1.500 Seemeilen von Iran entfernt auf der Rückfahrt von einer Militärübung in Indien war. Ob das Schiff zum Zeitpunkt des Angriffs in aktiven Kampfhandlungen war oder ob seine Waffensysteme einsatzbereit waren, ist dabei unerheblich.

Die Dena war ein eindeutig militärisches Ziel. (…) Der Angriff auf ein Militärschiff ist kein Kriegsverbrechen.

Marko Milanovic, Professor für Internationales Recht, Universität Reading

Ungeklärt ist die Frage, ob das US-Schiff nach dem Angriff alle möglichen Mittel unternommen hat, überlebende Besatzungsmitglieder zu retten - dazu verpflichtet sie das Völkerrecht. Mindestens 87 iranische Militärangehörige starben laut srilankischen Behördenangaben bei dem Angriff. Ein weiteres iranisches Marine-Schiff, das Landungsboot "Lavan", wurde unmittelbar nach dem Angriff in einem indischen Hafen aufgenommen und liegt seitdem dort.

Ein Schaltgespräch mit ZDF-Korrespondentin Golineh Atai.

Iranisch-kurdische Kämpfer seien in ständiger Bereitschaft, sagt ZDF-Korrespondentin Golineh Atai. Eine Offensive sei möglich, man hoffe aber auf weitere Unterstützer und US-Waffenlieferungen.

07.03.2026 | 10:12 min

Fazit

Die Schlagkraft der iranischen Marine ist nach rund einer Woche Krieg signifikant geschwächt. Von den größten iranischen Schiffen, Korvetten und Drohnen-Trägern, dürften die Mehrheit inzwischen nicht mehr einsatzbereit oder gesunken sein.

Auch zahlreiche kleinere Schiffe wurden auf See oder in ihren Basen am Persischen Golf zerstört. Mit den verbleibenden Schnellbooten bleibt eine gewisse Bedrohung für unbewaffnete Frachtschiffe in der Straße von Hormus.

Die Angaben zu den Schiffen der iranischen Streitkräfte entstammen dem Military-Balance-Bericht der Denkfabrik IISS.

Eskalation im Nahen Osten
:Iran-Krieg: Wer greift wo an und warum?

Israel und die USA greifen Iran an, Teheran antwortet mit Raketen und Drohnen. Auch die Hisbollah und Staaten der Golfregion sind betroffen. Ein Überblick über die Angriffe.
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Iran-Krieg - Teheran
Über dieses Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, zuletzt bei ZDFheute live am 07.03.2026 ab 14:00 Uhr.
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