USA entern russischen Öltanker im Nordatlantik

Nach tagelanger Verfolgungsjagd:USA entern russischen Öltanker im Nordatlantik

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Nach tagelanger Verfolgungsjagd hat das US-Militär einen Öltanker im Nordatlantik geentert. Dieser soll zuvor eine US-Seeblockade durchbrochen haben. Moskau reagiert scharf.

Archiv: Der Öltanker Marinera, ehemals Bella 1, wurde am 18. März 2025 in der Straße von Singapur fotografiert.

Die USA haben nach wochenlanger Verfolgungsjagd einen Öltanker beschlagnahmt, der unter russischer Flagge fährt. Grund seien Verstöße gegen US-Sanktionen, so die US-Streitkräfte.

07.01.2026 | 2:02 min

Das US-Militär hat einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker mit Verbindungen zu Venezuela beschlagnahmt. Soldaten seien an Bord des Schiffes "Marinera" gegangen, das sie seit Wochen verfolgt hätten, teilte das Europa-Kommando der US-Streitkräfte (Eucom) mit. Sie hätten die Kontrolle über den Tanker an die Strafverfolgungsbehörden übergeben. Eucom erklärte die Beschlagnahmung mit dem "Verstoß gegen US-Sanktionen".

Russland reagierte mit scharfer Kritik. Das Verteidigungsministerium teilte mit:

Kein Staat hat das Recht, Gewalt gegen Schiffe anzuwenden, die ordnungsgemäß unter der Gerichtsbarkeit anderer Staaten registriert sind.

Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums

Das vormals "Bella-1" genannte Schiff habe am 24. Dezember eine einstweilige Genehmigung erhalten, unter dem Namen "Marinera" unter russischer Flagge zu fahren. Laut dem Ministerium in Moskau brach der Kontakt zum Tanker ab, nachdem die US-Marine das Boot "auf offener See, außerhalb der Hoheitsgewässer eines Staates" geentert habe.

Indokarte: Bella 1

Quelle: ZDF

Trump: Seeblockade gegen sanktionierte Tanker

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember eine Blockade gegen sanktionierte Öltanker auf dem Weg von und nach Venezuela angekündigt. Die jetzt geenterte "Marinera" hatte sich dieser Blockade entzogen und war vor Schiffen der US-Küstenwache geflohen.

Nach über zwei Wochen Verfolgung hat das US-Militär im Nordatlantik einen mutmaßlichen Öltanker der russischen Schattenflotte in seine Kontrolle gebracht. Claudia Bates berichtet.
07.01.2026 | 1:04 min

"Donald Trump demonstriert klar, dass die US-Regierung den Daumen auf dem venezolanischen Öl hat. Und, dass sie die vollständige Kontrolle darüber und über die Einnahmen auch durchsetzt. Dafür hat sie auch gerade angekündigt einige Sanktionen gegen Venzuela zu lockern. Russland hat nun verlangt, (...), dass die USA nicht behindern, dass die russischen Staatsbürger auf dem Schiff zügig in ihre Heimat zurückkehren, während die US-Regierung aber sagt, die Besatzung des Schiffes werde strafrechtlich belangt werden."


Das Schiff war 2024 von den USA mit Sanktionen belegt worden, weil es angeblich Fracht für ein Unternehmen schmuggelte, das mit der libanesischen Extremistengruppe Hisbollah in Verbindung stehen soll.

Trump Venzuela

US-Präsident Trump greift in die Ölindustrie Venezuelas ein. Das Land würde bis zu 50 Millionen Barrel Öl an die USA liefern, Trump könnte so die harten US-Sanktionen umgehen.

07.01.2026 | 0:30 min

Tanker laut US-Behörden Teil der russischen Schattenflotte

Wenige Stunden vor der Kontrollübernahme durch die Vereinigten Staaten hatten US-Medien berichtet, dass Russland ein U-Boot in Richtung Atlantik geschickt habe, um den leeren Tanker zu eskortieren.

US-Behörden zufolge gehört der Tanker mutmaßlich zur sogenannten Schattenflotte, die unter Verstoß gegen US-Sanktionen Öl für Länder wie Venezuela, Russland und den Iran transportiert. Am Mittwoch befand sich der Tanker laut der Website Marinetraffic in der Nähe der ausschließlichen Wirtschaftszone vor Island.

USA übernehmen weiteren Tanker

Unabhängig davon haben die USA am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) einen weiteren sanktionierten Öltanker in lateinamerikanischen Gewässern unter ihre Kontrolle gebracht. Die US-Küstenwache habe das offiziell staatenlose Frachtschiff "Sophia", das unter der Flagge Panamas fuhr, "zur endgültigen Klärung des Falls" in die USA eskortiert, teilte das für die Region zuständige Südkommando des US-Militärs (Southcom) mit. Dem voll beladenen Schiff werden "illegale Aktivitäten" in der Karibik vorgeworfen.

Quelle: AFP, AP, dpa
Über dieses Thema berichten die heute-Nachrichten am 07.01.2026 ab 17 Uhr.

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