Élysée: "Akt der Verantwortung":Louvre-Direktorin Laurence des Cars tritt zurück
Nach Ticketbetrug, Streiks und Sicherheitslücken im Louvre tritt Direktorin Laurence des Cars zurück. Der Élysée-Palast spricht von einem "Akt der Verantwortung".
Die Direktorin des meistbesuchten Museums der Welt Laurence des Cars ist zurückgetreten. Seit dem Kronjuwelen-Diebstahl kämpft der Louvre mit negativen Schlagzeilen
24.02.2026 | 0:29 minRund vier Monate nach dem Einbruch im Louvre und einer Reihe weiterer Missstände hat die Direktorin des Museums ihren Rücktritt eingereicht. Wie der Élysée-Palast in Paris mitteilte, nahm Frankreichs Präsident Emmanuel Macron das Rücktrittsgesuch von Laurence des Cars an.
Der Élysée schrieb in einer Mitteilung von einem "Akt der Verantwortung". Dieser erfolge in einem Moment, in dem das meistbesuchte Museum der Welt zur Ruhe kommen müsse und neue Impulse brauche, um die großen Herausforderungen mit Blick auf Sicherheit und Modernisierung anzugehen. Macron danke des Cars für ihr Engagement der vergangenen Jahre.
Des Cars hatte 2021 den Posten der Louvre-Direktorin übernommen. Macron schlug nun vor, ihr im Rahmen der laufenden französischen G7-Präsidentschaft eine Mission zur Zusammenarbeit großer Museen anzuvertrauen.
Im Louvre hat die Aktivistengruppe "Everyone Hates Elon" ein Bild von Ex-Prinz Andrew aufgehängt. Das Bild hing kurzzeitig im Museum, bevor es vom Personal wieder abgehängt wurde.
22.02.2026 | 0:35 minEine Serie von Skandalen
Seit Monaten reiht sich eine Negativschlagzeile zu Vorgängen in dem prestigeträchtigen Museum an die nächste. Zuletzt sorgte der Louvre mit dem Verdacht auf einen großangelegten, zehn Jahre andauernden Ticketbetrug für Aufsehen. Fahnder nahmen neun Menschen fest und beschlagnahmten mehr als 1,4 Millionen Euro. Nicht nur das Sicherheitskonzept zeigt Lücken, auch gab es mehrfach Überschwemmungen im Museum, bei denen auch eine Deckenmalerei und Bücher beschädigt worden sein sollen.
Zudem sind die Beschäftigten des Louvre unzufrieden: Im Dezember kam es zu Teilarbeitsniederlegungen und einer vier Tage andauernden vollständigen Schließung. Die Angestellten fordern mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen, ein Ende prekärer Vertragsarbeit und des Outsourcings - und nicht zuletzt Investitionen in die Gebäude und technische Ausstattung.
Zu wenig Personal, veraltete und defekte Sicherheitssysteme. Während manche Museen privat finanziert und gesponsort werden, fehlen Gelder in staatlichen Museen. Die Kulturszene ist in Aufruhr.
03.11.2025 | 2:05 minDer schwerste Schlag aber war der Einbruch im Oktober, bei dem Juwelen im Wert von 88 Millionen Euro gestohlen worden waren. Die Tat mehrerer Krimineller hatte international Schlagzeilen gemacht und eine Debatte über die Sicherheit des Museums ausgelöst. Die Maskierten hatten einen mit einer Hebebühne ausgestatteten Lkw neben dem Museum in der französischen Hauptstadt geparkt. Während zwei der Täter auf Motorrollern an der Straße warteten, gelangten die anderen beiden mit der Hebebühne auf einen Balkon im ersten Stock und von dort durch ein Fenster in das Museum, wo sie auch Personal bedrohten. Bisher wurde die Beute nicht gefunden.
Direktorin des Cars hatte danach bereits ihren Rücktritt angeboten, was die französische Kulturministerin Rachida Dati jedoch abgelehnt hatte. Nach den weiteren Krisen kündigte sie jedoch an, Organisation und Governance des Louvre erneut zu prüfen.
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