Neun Menschen festgenommen:Louvre: Razzia nach Millionenbetrug mit falschen Tickets
Erst vor wenigen Monaten erschütterte ein Juwelen-Diebstahl den Louvre. Nun rückt das Museum wegen eines Betrugsverdachts erneut in den Fokus. Neun Menschen wurden verhaftet.
In Paris sind neun Verdächtige wegen mutmaßlichen Ticketbetrugs im Louvre festgenommen worden. Der Schaden soll über zehn Millionen Euro betragen, über 1,4 Millionen Euro wurden beschlagnahmt.
13.02.2026 | 0:22 minSchon wieder muss die Pariser Polizei zu einem spektakulären Kriminalfall mit Millionenbeute im Louvre anrücken. Wegen des Verdachts eines großangelegten Betrugs mit Eintrittskarten in dem berühmten Museum haben die Fahnder neun Menschen festgenommen und über 1,4 Millionen Euro beschlagnahmt.
Die Verdächtigen sollen an diesem Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Festnahmen erfolgten nach Angaben der Behörde bereits am Dienstag. Zu den Festgenommenen gehörten Touristenführer, zwei Beschäftigte des Louvre sowie eine Person, die verdächtigt wird, das Netzwerk organisiert zu haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Um Instandhaltung und Sicherheit zu finanzieren, hat das Louvre nun ein zweistufiges Ticketsystem. Nicht-Europäer zahlen 32 statt 22 Euro. Die meisten Besucher des Louvre kommen aus den USA.
14.01.2026 | 0:24 minPolizei: Betrug dauerte über zehn Jahre an
Der Betrug soll nach Angaben der Ermittler über zehn Jahre angedauert haben. Der Louvre beziffert den entstandenen Schaden auf über zehn Millionen Euro.
Die Summe sollen die Verdächtigten teils in Immobilien sowohl in Frankreich als auch in Dubai investiert haben, so die Staatsanwaltschaft. Ermittlungen zu einem möglichen Ticketbetrug fanden demnach auch im Schloss von Versailles statt.
Museumsmitarbeiter sollen an Betrug beteiligt sein
Das Museum hatte im Dezember 2024 selbst bei der Polizei Alarm geschlagen, wie eine Sprecherin dem ZDF bestätigte. Die Razzia sei "aufgrund einer Meldung des Louvre-Museums im Rahmen seiner Betrugsbekämpfungspolitik und der kontinuierlichen Zusammenarbeit der Museumsteams mit der Polizei bei der Bekämpfung von Betrugspraktiken" durchgeführt worden.
Dem Louvre war nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein chinesisches Museumsführerpaar aufgefallen, das regelmäßig im Museum anwesend war und chinesische Touristen in die Ausstellungsräume schleuste und dabei mehrfach dieselben Tickets für unterschiedliche Gruppen verwendete. Andere Museumsführer seien anschließend in Verdacht geraten, mit derselben Masche zu arbeiten.
Zu wenig Personal, veraltete und defekte Sicherheitssysteme. Während manche Museen privat finanziert und gesponsort werden, fehlen Gelder in staatlichen Museen. Die Kulturszene ist in Aufruhr.
03.11.2025 | 2:05 minBetrüger durch Überwachungsmaßnahmen gestellt
Um den mutmaßlichen Betrügerring zu überführen, setzten die Fahnder auf Überwachungsmaßnahmen und Abhöraktionen, erläuterte die Staatsanwaltschaft.
Und der Verdacht des Museums bestätigte sich schnell: Die Betrüger sollen demnach Gruppenführungen organisiert haben, die die zulässige Höchstzahl von Personen überschritten, und für die zusätzlichen Teilnehmer überhöhte Preise berechnet haben – außerhalb des offiziellen Ticketverkaufs und zum eigenen Profit.
Gut fünf Wochen nach dem spektakulären Juwelen-Diebstahl im Louvre wurden vier neue Tatverdächtige festgenommen. Doch der gestohlene Schmuck bleibt weiterhin verschwunden.
27.11.2025 | 2:02 minFahnder beschlagnahmen Millionensumme
Auch sollen sie Tickets mehrfach verwendet und falsche Tickets verkauft haben. Museumsmitarbeiter sollen Geld dafür erhalten haben, die Gruppen nicht zu kontrollieren. Neben den Festnahmen wurde bei Razzien mehr als 957.000 Euro in bar beschlagnahmt, darunter 67.000 Euro in ausländischer Währung, sowie 486.000 Euro auf verschiedenen Bankkonten, betrsätigte die Staatsanwaltschaft dem ZDF.
Das Museum habe einen Plan zur Betrugsbekämpfung angeschoben, der strengere Kontrollen und technische Maßnahmen umfasse, sagte eine Louvre-Sprecherin. Auf die Frage, warum der großangelegte Betrug in dem Museum offenbar über Jahre überhaupt nicht auffiel, gab es zunächst keine Antwort.
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