Fast 50 Prozent Aufschlag:Louvre-Eintritt wird für Nicht-Europäer deutlich teurer
Wer aus den USA, China oder Japan nach Paris reist, um die Mona Lisa im Louvre zu bewundern, muss ab heute mehr Eintritt zahlen. Die Regierung hofft auf Geld für die Renovierung.
Um Instandhaltung und Sicherheit zu finanzieren, hat das Louvre nun ein zweistufiges Ticketsystem. Nicht-Europäer zahlen 32 statt 22 Euro. Die meisten Besucher des Louvre kommen aus den USA.
14.01.2026 | 0:24 min32 Euro und damit 45 Prozent mehr als bislang müssen Nicht-Europäer ab sofort zahlen, um sich die Mona Lisa und andere weltberühmte Kunstwerke im Pariser Louvre anzusehen. Dort und in fünf weiteren bedeutenden französischen Museen wird damit ein Zwei-Klassen-System für die Besucher eingeführt, das im internationalen Vergleich unüblich ist.
Die Regierung in Frankreich will die Mehreinnahmen vor allem in die kostspielige Renovierung des Louvre stecken. Zuletzt machte das Museum mit einem spektakulären Einbruch im Oktober sowie Personalstreiks Schlagzeilen.
Zu wenig Personal, veraltete Sicherheitssysteme. Während manche Museen privat finanziert und gesponsort werden, fehlen Gelder in staatlichen Museen in Frankreich.
03.11.2025 | 2:05 minEintritt in den Louvre für deutsche Reisende nicht teurer
Für Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum, also der EU sowie Norwegen, Island und Liechtenstein, bleiben die Louvre-Ticketpreise gleich. Die vielen Besucher aus Ländern wie den USA, Japan oder China müssen nun hingegen statt bisher 22 nun 32 Euro berappen, um sich das meistbesuchte Museum der Welt von innen anzuschauen.
Im Schloss Chambord, einem prächtigen Renaissance-Bau im Loiretal, steigt der Eintrittspreis für die Nicht-Europäer um 10 auf 31 Euro und im Schloss Versailles wird es für sie immerhin drei Euro teurer. Das Zwei-Klassen-Ticketsystem wird außerdem in den prunkvollen Pariser Bauten Conciergerie, Sainte-Chapelle und Opéra Garnier eingeführt.
Im Dezember streikte das Personal des Louvre aufgrund von verschlechterten Arbeitsbedingungen und unzureichender finanzieller Mittel für das Museum.
15.12.2025 | 2:06 min"Bruch in der Preispolitik" ist europaweit einzigartig
"Ich möchte, dass die Besucher von außerhalb der EU mehr für ihre Eintrittskarten zahlen und dass diese Mehreinnahmen die Renovierung des nationalen Kulturerbes finanzieren", hatte die französische Kulturministerin Rachida Dati bereits Ende 2024 geworben. Zugleich räumte sie ein, dass dies einen "echten Bruch in der Preispolitik" der französischen Museen bedeute.
Tatsächlich gibt es in Europa keine vergleichbare Zwei-Klassen-Preispolitik in großen Museen. Im British Museum in London ist der Eintritt für alle frei, in der Alten Nationalgalerie in Berlin, im Amsterdamer Rijksmuseum und im Prado in Madrid zahlen alle Besucher dasselbe - egal woher sie kommen.
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Der Louvre-Einbruch wurde zu viraler Werbung für eine deutsche Kran-Firma.
27.10.2025 | 2:10 minMacron hofft auf Millionen für Louvre-Sanierung
Frankreich führt die ungewöhnliche Preisstruktur ein, um pro Jahr zusätzliche 20 bis 30 Millionen Euro für die Erhaltung seines Kulturerbes einzunehmen. Das Geld wird insbesondere für die Renovierung des Louvre benötigt, die sich Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron wünscht und die mehr als eine Milliarde Euro verschlingen dürfte.
Die Erhöhung der Ticketpreise für Nicht-Europäer sei "eines der Mittel" zur Finanzierung der Bauarbeiten, erläuterte Macron im Januar vergangenen Jahres, als er die Renovierungspläne unter dem glanzvollen Titel "Louvre - neue Wiedergeburt" präsentierte. Zudem sei mit einer Zunahme der Besucherzahl im Louvre von derzeit rund neun auf knapp zwölf Millionen pro Jahr zu rechnen.
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