Krise im Pariser Museum:Die Pechsträhne des Louvre
von Sara Pipaud, Paris
Der Louvre bleibt hartnäckig in den Schlagzeilen: Einbruch, Streiks, höhere Ticketpreise, Wasserschaden und Millionenbetrug. Was läuft schief? Eine Chronologie.
In Paris sind neun Verdächtige wegen mutmaßlichen Ticketbetrugs im Louvre festgenommen worden. Der Schaden soll über zehn Millionen Euro betragen, über 1,4 Millionen Euro wurden beschlagnahmt.
13.02.2026 | 0:22 minDer Louvre ist erneut im Fokus eines Skandals. Diesmal geht es um einen Betrug an der Kasse, der seit etwa zehn Jahren betrieben worden sein soll. Der Schaden wird auf mehr als 10 Millionen Euro geschätzt. Damit reiht sich auch dieser Fall in eine lange Liste von Ereignissen ein, die das renommierte Museum in letzter Zeit heimgesucht haben.
Der Einbruch im Oktober 2025
Der spektakuläre Raub im Oktober, bei dem die Täter mit einem mobilen Lastenaufzug einbrachen, schien ein Vorbote zu sein. Denn im meistbesuchten Museum der Welt scheint einiges schief zu laufen. Zwar saßen die Verdächtigen bereits wenige Wochen später in Untersuchungshaft, doch die gestohlenen Schmuckstücke bleiben bis heute verschwunden. Nach heftiger Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen musste sich die Museumsleitung vor einem französischen Parlamentsausschuss verantworten. Als Sofortmaßnahmen wurden eine mobile Polizeiwache sowie 100 zusätzliche Überwachungskameras angekündigt.
Ein Einbruch wie im Kino: Aus dem Louvre verschwinden französische Kronjuwelen. Nach ein paar Minuten sind die Räuber verschwunden, niemand verletzt. Wie war das möglich?
20.10.2025 | 2:08 minEine positive Nachricht: Die von den Tätern zurückgelassene Krone von Eugénie "ist nahezu unversehrt geblieben" und kann "ohne Rekonstruktion oder Wiederherstellung" restauriert werden, teilte das Museum mit.
Wasserschaden und Streik seit November
Auch im November hält sich der Louvre fest im Blick der Öffentlichkeit. Zunächst mit einem Wasserschaden, der 400 historische Dokumente beschädigte, und kurz darauf mit einem Streik. Das Personal fordert bessere Arbeitsbedingungen, vor allem auch in Bezug auf Sicherheit und fordert, dass überfällige Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Die Proteste halten an: Am 26. Januar blieb das Museum bereits zum vierten Mal seit Beginn der Mobilisierung geschlossen.
Das Personal des Louvre will in einen unbefristeten Streik gegen die verschlechterten Arbeitsbedingungen in dem weltberühmten Museum und unzureichende finanzielle Mittel eintreten.
15.12.2025 | 2:06 minBetrug bei Ticketverkauf
Beim Streik der Gewerkschaften wurden auch die höheren Ticketpreise für Nicht-Europäer kritisiert, die seit Januar in Kraft sind. Sie seien diskriminierend, da sie den Zugang zu Kultur erschweren würden. Nicht- Europäer zahlen nun 32 Euro für einen Besuch des Museums, zehn Euro mehr als Europäer. Mit diesen Mehreinnahmen sollen die dringend benötigten Renovierungen finanziert werden.
Und während das Museum versucht, zusätzliche Mittel zu generieren, wurde nun ein mutmaßliches Betrugsnetzwerk im Ticketverkauf des Louvre und des Schlosses von Versailles aufgedeckt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Paris entstand ein Schaden von rund zehn Millionen Euro. Neun Personen wurden daraufhin festgenommen, darunter zwei Mitarbeiter des Louvre.
Die Bausubstanz eines der berühmtesten Museen der Welt im ehemaligen Königspalast leidet unter den Besuchermassen, die täglich durch die Gänge pilgern. Die Direktorin zeigte sich schon im letzten Jahr besorgt.
28.01.2025 | 2:06 minErneuter Wasserschaden
Wäre das nicht genug, sah sich das Museum einen Tag später gezwungen, mehrere Säle zu schließen. In der Nacht war es zu einem Wasserleck gekommen, mindestens eine Decke wurde beschädigt, teilte der Louvre mit. Das genaue Ausmaß des Schadens wird derzeit geprüft.
Auch die geplante Neugestaltung des Ostflügels verzögert sich. Nach der Vorauswahl von fünf Architekturbüros sollte am 11. Februar der Gewinner für das Projekt "Louvre-Grande Colonnade" bekannt gegeben werden. Die Entscheidung wurde jedoch verschoben, ein neuer Termin steht bislang nicht fest.
Die auf 660 Millionen Euro geschätzte Umgestaltung ist Teil des Projekts "Louvre-Nouvelle Renaissance", das Präsident Emmanuel Macron im Januar 2025 angekündigt hatte.
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