Reaktion auf Nobelpreis für Pillay:Neue US-Sanktionen gegen Internationalen Strafgerichtshof
Die USA haben ihre Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof verschärft. Kurz zuvor war die frühere IStGH-Richterin Pillay mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden.
Die frühere IStGH-Richterin und Friedensnobelpreisträgerin Navi Pillay warnt vor Angriffen auf das Völkerrecht und widmet die Auszeichnung den Opfern internationaler Verbrechen. Am selben Tag kündigen die USA neue Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof an.
09.10.2026 | 3:33 minNach der Verkündung des Friedensnobelpreises, der dieses Jahr an die frühere Richterin am Internationalen Gerichtshof, Navi Pillay, geht verschärfen die USA ihre Sanktionen gegen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag.
Rubio: USA beschneiden Ressourcen des "Schurkengerichts"
US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die USA würden "sämtliche Geschäfte mit diesem Schurkengericht verbieten, seine Ressourcen beschneiden und seine Handlungsfähigkeit entscheidend schwächen". Präsident Donald Trump werde es dem Gericht "niemals erlauben, Amerikaner zu verfolgen", betonte Rubio.
Bereits im August lösten US-Sanktionen gegen die Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs international Kritik aus. Die EU und die Bundesregierung sehen dadurch das Völkerstrafrecht in Gefahr.
19.08.2026 | 0:37 minUnter anderem frieren die USA Vermögenswerte des Gerichts ein. Trump hatte den IStGH im September als "Schurkeninstitution" bezeichnet und die Mitgliedstaaten aufgerufen, das Gericht zu isolieren. Nach Ermittlungen des Tribunals gegen Israel hatten die USA bereits mehrere Mitglieder des IStGH mit Sanktionen belegt.
Strafgerichtshof: Angriff auf die Rechtsordnung
Das Haager Tribunal verurteilte das US-Vorgehen scharf und nannte die Sanktionen einen "Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit und auf die Grundlagen der internationalen Rechtsordnung". Sie widersprächen dem "Grundsatz, dass niemand über dem Gesetz steht".
Die Europäische Union sicherte dem Strafgerichtshof ihre volle Unterstützung zu. Brüssel werde "alle notwendigen Maßnahmen ergreifen", um dem Gericht die Fortsetzung seiner Arbeit zu ermöglichen, erklärte die EU-Kommission. Die Entscheidung Washingtons sei "zutiefst bedauerlich".
Mit der Suche nach Gerechtigkeit legten die Nürnberger Prozesse vor über 80 Jahren den Grundstein für den heutigen Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag und damit für das internationale Völkerstrafrecht.
20.11.2025 | 2:56 minGleichzeitig äußerte sie die Hoffnung, dass mit der US-Regierung noch "Raum für Dialog" bestehe.
Bundesregierung verurteilt US-Sanktionen
Auch die Bundesregierung hat die verschärften US-Sanktionen gegen den IStGH scharf verurteilt. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) sagte in Berlin:
Heute ist ein finsterer Tag für das internationale Recht und die Idee einer regelbasierten Weltordnung.
Stefanie Hubig (SPD), Bundesjustizministerin
Es sei eine "bittere Pointe", dass die USA den Gerichtshof ausgerechnet an dem Tag auf ihre Sanktionsliste gesetzt hätten, an dem einer ehemaligen Richterin des Gerichtshofs der Friedensnobelpreis zugesprochen wurde.
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