"Verweigerung" von Friedensnobelpreis:Trump sieht sich nicht mehr zu Frieden verpflichtet
US-Präsident Trump hält am Grönland-Anspruch fest und kritisiert Norwegen: Ohne Friedensnobelpreis fühle er sich auch nicht länger verpflichtet, "nur an Frieden zu denken".
Mit Zoll-Drohungen erhöht Trump den Druck, um in der Grönland-Frage Verhandlungsmacht zu gewinnen. "Für die Nato ist das eine extrem schwierige Lage", sagt ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers.
19.01.2026 | 2:37 minNach den Erkundungsmissionen einiger Nato-Mitglieder auf Grönland und der Androhung von US-Präsident Donald Trump, gegen diese Länder neue Zölle zu erheben, hat dieser nun noch nachgelegt und seinen Anspruch auf die Arktis-Insel bekräftigt.
"Die Welt ist nicht sicher, bis wir die vollständige und totale Kontrolle über Grönland haben", erklärte Trump in einer Mitteilung an den norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Störe. "Dänemark kann dieses Land nicht vor Russland oder China schützen", fügte er hinzu.
Trump: Frieden nicht mehr wichtigstes Ziel
In der Mitteilung, deren Echtheit Mitarbeiter von Störe der Nachrichtenagentur AFP bestätigten, schrieb Trump zudem, dass Frieden für ihn nicht mehr das wichtigste politische Ziel sei.
Angesichts der Tatsache, dass Ihr Land entschieden hat, mir für die Beendigung von acht Kriegen und mehr nicht den Friedensnobelpreis zu geben, fühle ich mich nicht mehr verpflichtet, nur an Frieden zu denken.
US-Präsident Donald Trump
Er könne nun darüber nachdenken, was "gut und richtig für die Vereinigten Staaten von Amerika" sei. Trump beansprucht seit Langem offen den Friedensnobelpreis für sich.
Der US-Präsident rühmt sich immer wieder damit, innerhalb weniger Monate mehrere Kriege beendet zu haben. Das ist jedoch übertrieben: In manchen der Konflikte, die er selbst oder das Weiße Haus benannte, wurde zwar eine Deeskalation erreicht, aber kein Frieden. In anderen Fällen gab es zuvor keinen Krieg, der hätte beendet werden können.
Norwegens Ministerpräsident: Unabhängiges Komitee vergibt Nobelpreis
Störe betonte, dass der Friedensnobelpreis nicht durch die norwegische Regierung vergeben werde. "Ich habe deutlich erklärt, auch an Präsident Trump, was weithin bekannt ist: Der Preis wird vom unabhängigen Nobelpreiskomitee vergeben", erklärte der Regierungschef.
US-Präsident Trump hat am Wochenende Zölle gegen Deutschland und sieben weitere Nato-Staaten angekündigt. Die EU will auf einem Sondergipfel beraten, wie sie darauf reagieren soll.
19.01.2026 | 0:29 minTrump zweifelt Zugehörigkeit Grönlands zu Dänemark an
Trump stellte zudem die Zugehörigkeit Grönlands zu Dänemark in Frage. "Es gibt darüber keine Schriftsätze, vor Hunderten von Jahren ist dort lediglich ein Boot gelandet", schrieb Trump weiter.
Wir hatten auch Boote, die da [auf Grönland] gelandet sind.
Trump über Besitzansprüche für Grönland
Grönland gehört als autonomes Gebiet zum EU- und Nato-Land Dänemark. Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder einen Besitzanspruch auf Grönland erhoben und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen der USA in der Arktis begründet. Meist war von einem Kauf der Arktis-Insel die Rede, aber auch militärische Gewalt schloss Trump nicht aus.
Trumps Zoll-Drohungen sorgen in Washington für Widerstand – auch aus den eigenen Reihen. ZDF‑Korrespondentin Claudia Bates berichtet von deutlichem Gegenwind im Kongress.
19.01.2026 | 2:35 minGrönland-Konflikt bedroht Verteidigungsbündnis Nato
Am Samstag hatte Trump den Streit um Grönland nochmals angeheizt, indem er Strafzölle für Deutschland und weitere europäische Nato-Länder androhte, sollten sie der Übernahme Grönlands durch die USA nicht zustimmen. Da Dänemark wie die USA der Nato angehört, droht der Konflikt um Grönland das Verteidigungsbündnis zu spalten.
Vor dem Hintergrund von Trumps Drohungen hatte auf Einladung Dänemarks eine Erkundungsmission mehrerer Nato-Länder in Grönland stattgefunden, an der sich auch die Bundeswehr mit 15 Soldatinnen und Soldaten beteiligte. Alle beteiligten Länder sind nun von Trumps Zolldrohung betroffen. Die EU will auf einem Sondergipfel beraten, wie sie darauf reagieren soll.
Donald Trump setze "alle Mittel ein", um seine Ziele zu erreichen, sagt Norbert Röttgen, der stellvertretende CDU‑Fraktionsvorsitzende. Für die Mitwirkung von Grönland und Dänemark nutze Trump wirtschaftlichen Druck.
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