Dröge über Trumps Zoll-Drohungen: LNG-Importe überdenken

Interview

Nach Trumps Zoll-Drohungen:Dröge: LNG-Importe aus den USA überdenken

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Wie soll Europa Trump kontern? Die EU brauche "Klarheit" und die Bereitschaft für Gegenmaßnahmen, so Grünen-Politikerin Dröge - und stellt die LNG-Importe aus den USA in Frage.

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"Es wäre richtig, jetzt auf Augenhöhe gegenüber den USA aufzutreten", so Katharina Dröge, Fraktionsvorsitzende B'90/Grüne, zu Trumps Zoll-Drohungen.

19.01.2026 | 5:49 min

Im Konflikt um die US-Besitzansprüche auf Grönland sollte die EU aus Sicht der Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge auch den Stopp von Energieimporten aus den USA in Betracht ziehen. "Diese Abhängigkeit ist wirtschaftspolitisch und energiepolitisch gefährlich", sagte Dröge im ZDF-Morgenmagazin.

Die EU hatte im vergangenen Sommer im Zuge des Handelsdeals mit den Vereinigten Staaten zugesagt, bis zum Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump US-Energie im Wert von 750 Milliarden Dollar zu kaufen, darunter Flüssigerdgas (LNG). "Hier sollte man aus meiner Sicht genau diese Entscheidung überdenken", sagte Dröge.

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Als Europäische Union braucht es jetzt Klarheit, dass man so ein Handeln von Trump nicht akzeptieren wird.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge

Das bedeute Klarheit, dass man zu Gegenmaßnahmen bereit sei, und gleichzeitig die ausgestreckte Hand, um Gespräche weiter zu ermöglichen.

Die Infokarte zeigt die betroffenen Länder der angedrohten US-Zölle im Grönland-Streit. Gegen Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland sollen ab dem 1. Februar Zölle in Höhe von 10 Prozent gelten, ab dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent.

Von Trumps Zöllen sind Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland betroffen.

Quelle: ZDF

Trump beharrt darauf, dass sich die USA Grönland einverleiben - was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. Am Samstag kündigte er Strafzölle gegen Deutschland und weitere Nato-Länder an. Die EU will auf einem Sondergipfel beraten, wie sie darauf reagieren soll.

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Zwei Menschen wehen auf einem Hügel grönländische Fahnen, im Hintergrund ist unter ihnen eine Menge von Demonstranten zu sehen.
FAQ
Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtete das ZDF-Morgenmagazin am 19.01.2026 ab 5:30 Uhr.

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