Grönland-Streit verschärft sich weiter - was treibt Trump an?

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US-Ansprüche auf Grönland:Grönland-Streit: Was Trumps Zolldrohungen bedeuten

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Donald Trump hält an seinen Ansprüchen auf Grönland fest und übt mit Zöllen Druck auf Europa aus. Worum es ihm geht und was die EU tun kann - Fragen und Antworten im Überblick.

Nordrhein-Westfalen, Duisburg: Container stapeln sich im Hafen.

Nach der Zollandrohung von US-Präsident Trump im Streit um Grönland prüft die EU jetzt Gegenzölle. Bundeskanzler Merz möchte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos das Gespräch mit Trump suchen.

19.01.2026 | 1:54 min

Grönland soll Teil der USA werden - um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, hat US-Präsident Donald Trump den Druck auf Grönland, Dänemark und andere Länder der Europäischen Union erhöht.

Am Samstag kündigte er zusätzliche Zölle für Deutschland und einige Nato-Partner an: zehn Prozent ab 1. Februar, 25 Prozent ab 1. Juni - es sei denn, Dänemark verkaufe Grönland an die USA.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Grönland-Streit im Überblick.

ZDF-Korrespondent Ulf Röller

Trump droht den Europäern im Streit um Grönland mit Zöllen. Die EU möchte den Drohungen etwas entgegensetzen. ZDF-Korrespondent Ulf Röller ordnet ein.

19.01.2026 | 1:49 min

Was ist im Grönland-Streit bislang passiert?

Sein Interesse an Grönland bekundet Donald Trump schon länger. Doch seit dem Angriff der USA auf Venezuela am 3. Januar hat der US-Präsident seine Drohungen, die Arktisinsel den USA einzuverleiben, noch einmal verstärkt. Er begründet dies mit einer Bedrohung durch Russland und China.

"Wir werden nicht zulassen, dass Russland oder China Grönland besetzen", sagte Trump am 9. Januar. "Das werden sie tun, wenn wir es nicht tun. Also werden wir etwas mit Grönland unternehmen, entweder auf die angenehme Art oder auf die schwierigere Art."

ZDF-Korrespondent Ulf Röller

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos wappnet sich die EU gegen die Zollpolitik von US-Präsident Trump. ZDF-Korrespondent Ulf Röller berichtet.

19.01.2026 | 1:07 min

Nachdem ein Gespräch zwischen Dänemark, zu dessen Hoheitsgebiet Grönland gehört, und den USA ergebnislos geblieben war, entsandten mehrere Nato-Länder am Donnerstag Militärangehörige zu einer "Erkundungsmission" nach Grönland. Auch die Bundeswehr ist mit 15 Soldaten an "Arctic Endurance" beteiligt.

Darauf reagierte Donald Trump am Samstag, indem er Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, der Niederlande und Finnland mit neuen Zöllen drohte.

Deutsches Bundeswehr-Team kommt abends auf Grönland an

Auf Grönland beteiligen sich 15 Bundeswehrsoldaten an der Erkundungsmission europäischer Nato-Staaten. Die Soldaten sollen die Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen.

17.01.2026 | 0:26 min

Was will Trump erreichen - und wie geht er vor?

Trump schrieb am Samstag auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social, die USA hätten Dänemark und alle Länder der EU über viele Jahre hinweg subventioniert, weil sie von ihnen keine Zölle oder andere Formen der Gegenleistung verlangt hätten. "Nun, nach Jahrhunderten, ist es für Dänemark an der Zeit, etwas zurückzugeben - der Weltfrieden steht auf dem Spiel!", schrieb Trump.

Laut Claudia Bates, ZDF-Korrespondentin in Washington, sind für Trump Allianzen "nicht so sehr eine Frage internationaler Abkommen oder Organisationen wie der Nato oder der EU - verbündet ist er mit denen, die die Interessen der US-Regierung bedienen". Nach dieser Logik würden Länder, die gegen die Übernahme Grönlands durch die USA seien, mit Zöllen abgestraft und unter Druck gesetzt.

Aus seinem Statement gehe klar hervor, dass Trump meine, Dänemark und andere EU-Länder seien den USA etwas schuldig. Die Verhandlungen einer eingesetzten Arbeitsgruppe sieht er als "Kaufgespräche".

ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers berichtet aus Brüssel

US-Präsident Trump hat Strafzölle für Deutschland und weitere Nato-Staaten angekündigt. Über die Reaktion der EU berichtet ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers aus Brüssel.

19.01.2026 | 0:59 min

Nach Ansicht der Forschungsgruppenleiterin Amerika der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) will Trump mit seiner Zollandrohung die Europäer spalten. "Trump macht das, weil er es kann und weil Grönland für ihn eine wichtige 'Trophäe' ist", sagte Laura von Daniels der Deutschen Presse-Agentur.

Er nutze die Zölle gegen einzelne europäische Staaten, "um maximal Druck aufzubauen und die Europäer, die bisher in der Grönland-Krise eng zusammenstehen, zu spalten".

Ein anderer Grund könnte eine kalkulierte Machtdemonstration sein, kurz bevor der US-Präsident selbst zum Weltwirtschaftsforum nach Davos reise, das am Montag beginnt. "Trump setzt auf Einschüchterung und Demütigung der eigenen Verbündeten, vor allem Dänemarks und Grönlands", sagte von Daniels.

Die Infokarte zeigt die betroffenen Länder der angedrohten US-Zölle im Grönland-Streit. Gegen Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland sollen ab dem 1. Februar Zölle in Höhe von 10 Prozent gelten, ab dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent.

Von Trumps Zöllen sind Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland betroffen.

Quelle: ZDF

Wie reagiert Europa?

Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Norwegen, Schweden, die Niederlande und das Vereinigte Königreich veröffentlichten am Sonntag eine gemeinsame Erklärung. Darin betonen sie einerseits das gemeinsame transatlantische Interesse, die Sicherheit in der Arktis zu stärken - und andererseits die Solidarität mit Dänemark.

"Aufbauend auf dem letzte Woche begonnenen Prozess sind wir bereit, in einen Dialog einzutreten, auf Grundlage der Prinzipien der Souveränität und territorialen Integrität. Wir stehen fest zu diesen Prinzipien", heißt es in der Erklärung. "Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation. Wir werden weiterhin geeint und koordiniert reagieren. Wir sind entschlossen, unsere Souveränität zu wahren."

SGS-Röller-Barnick

Mit der Entsendung von Soldaten nach Grönland wollten die Europäer ihre Solidarität zeigen und einen "dicken roten Strich" durch das Eis ziehen, so ZDF-Korrespondent Ulf Röller.

16.01.2026 | 2:20 min

Während andere Regierungschefs wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron oder der britische Premierminister Keir Starmer öffentlich den Vorstoß Trumps kritisierten, äußerte sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zunächst nicht dazu. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte lediglich, die Bundesregierung befinde sich in engster Abstimmung mit den europäischen Partnern.

Deutlicher wurde Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD): "Wir dürfen uns nicht erpressen lassen von dem, was da gerade passiert", sagte er. Den Weg, den US-Präsident Donald Trump einschlage, könne man nicht mitgehen: "Da müssen wir klar sein, unaufgeregt, aber klar."

Die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni, bekannt für ihre Nähe zu Trump, bezeichnete die Zusatzzölle als Fehler. Sie habe mit Trump telefoniert "und ihm gesagt, was ich denke", so Meloni.

Zugleich versuchte Meloni, die Spannungen zwischen den USA und Europa zu entschärfen. Es habe "ein Problem bei der Kommunikation und beim Verstehen" gegeben. "Aus US-Sicht war die Botschaft von der anderen Seite des Atlantiks nicht eindeutig", so Meloni.

Politologin Cathryn Clüver Ashbrook vor einem weißen Bücherregal.

TextTrumps Politik hat das über 80 Jahre gewachsene Vertrauen zwischen Europa und den USA schwer verletzt, sagt Politologin Clüver Ashbrook. Damit schade die US-Regierung auch dem eigenen Land.

18.01.2026 | 17:18 min

Was kann Europa jetzt tun?

Isabelle Schäfers, ZDF-Korrespondentin in Brüssel, hält zwei Möglichkeiten Europas, auf die Zölle zu reagieren, für am wahrscheinlichsten:

  • Die EU könnte den Zoll-Deal, auf den man sich vergangenes Jahr mit den USA geeinigt hat, vorerst nicht weiter umsetzen. Dann würden einige Zölle auf US-Produkte erstmal nicht gesenkt werden.
  • Man könnte sich auf das Anti-Zwangsmaßnahmen-Gesetz berufen, das für den Fall vorgesehen ist, "wenn Drittstaaten politische Ziele durch wirtschaftlichen Druck erreichen wollen", so Schäfers. "Durch diesen Mechanismus wären weitreichendere Maßnahmen möglich, wie Gegenzölle, das Aussetzen von Patenten oder Importbegrenzungen."

Norbert Röttgen bei Maybrit Illner am 15. Januar 2026

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Norbert Röttgen (CDU) zur Entsendung von Soldaten nach Grönland bei Maybrit Illner am 15. Januar 2026.

15.01.2026 | 1:37 min

Wie reagiert die US-Politik?

Auch im US-Kongress regt sich Widerstand gegen Trumps Zollandrohung. Der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, kündigte an, die angedrohten Zölle stoppen zu wollen.

Die Zölle Trumps hätten die Preise bereits in die Höhe getrieben und der US-Wirtschaft geschadet. Jetzt verschlimmere Trump die Lage nur noch mehr, teilte Schumer mit. Die Demokraten sind im Senat zwar in der Minderheit, zu Trumps Zoll-Plänen haben sich aber auch bereits Republikaner kritisch geäußert.

Die beiden Co-Vorsitzenden der parteiübergreifenden Nato-Beobachtergruppe des Senats, die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen und der republikanische Senator Thom Tillis, erklärten: Eine solche Rhetorik helfe Gegnern wie Kremlchef Wladimir Putin und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, "die eine Spaltung der Nato sehen wollen".

"Zu einer Zeit, in der viele Amerikaner bereits über steigende Lebenshaltungskosten besorgt sind, würden diese Zölle die Preise sowohl für Familien als auch für Unternehmen erhöhen."

Schaltgespräch Christian Siever mit Boris Pistorius

Die nach Grönland entsandten deutschen Soldaten seien ein Erkundungsteam, so Verteidigungsminister Pistorius. Die Europäer müssten zeigen, dass sie zu ihren Verpflichtungen stehen.

15.01.2026 | 7:53 min

Welche Auswirkungen hätten Zusatzzölle auf die Wirtschaft?

Die angekündigten Zölle würden aus Sicht der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) spürbare zusätzliche Einschnitte nach sich ziehen: "Der Einbruch der deutschen Exporte in die USA um fast zehn Prozent im Jahr 2025 wäre damit nur ein Aufgalopp", warnt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

Der europäische Maschinen- und Anlagenbau ist laut dem Branchenverband VDMA von den US-Zöllen bereits jetzt überdurchschnittlich stark betroffen, weil eine Vielzahl von Produkten den Sonderzöllen auf Stahl und Aluminium von 50 Prozent unterliegt.

Nach Darstellung des Verbands der Automobilindustrie wären die Kosten durch diese zusätzlichen Zölle für die deutsche sowie europäische Industrie enorm.

Quelle: AFP, dpa, AP
Über dieses Thema berichteten unter anderem heute am 19.01.2026 ab 17 Uhr, heute Xpress am 19.01.2026 ab 15 Uhr sowie heute am 18.10.2026 um 19:00 Uhr.

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    Streit um Grönland:Trumps Zoll-Drohung: So könnte die EU reagieren

    von Isabelle Schaefers
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