Das haben wir ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers in Brüssel gefragt. "Die EU hat hier verschiedene Möglichkeiten, zwei scheinen am wahrscheinlichsten", schreibt uns Schaefers.
Erstens: "Der Zoll-Deal zwischen EU und USA sieht vor, dass gegenseitig Zölle in verschiedenen Bereichen gesenkt oder ganz abgeschafft werden. Die EU hat den Deal noch nicht komplett umgesetzt, müsste noch einige Zölle auf US-Produkte senken. Das könnte nun vorerst ausbleiben."
Zweitens: "Außerdem gibt es das so genannte Anti-Zwangsmaßnahmen-Gesetz, welches für den Fall vorgesehen ist, wenn Drittstaaten politische Ziele durch wirtschaftlichen Druck erreichen wollen. Bisher galt hierfür vor allem China als Kandidat. Aber nun dürften die USA genau in diese Kategorie fallen. Durch diesen Mechanismus wären weitreichendere Maßnahmen möglich, wie Gegenzölle, Patente auszusetzen oder auch Importbegrenzungen zu verhängen."
"Die EU-Kommission müsste diese Maßnahme nun vorschlagen und eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedsstaaten müsste zustimmen", sagt Schaefers. Aber ob die EU bereit ist, dieses Mal hart zu reagieren? "Es schwingt auch weiterhin die Sorge mit, dass Gegenmaßnahmen eine weitere Eskalation provozieren könnten - in Grönland, in der NATO und für die Wirtschaft der EU", ordnet die ZDF-Korrespondentin ein.