Merz sieht "radikale" Änderung der US-Politik - mehr im Liveblog

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Grönland und Trump:Merz sieht "radikale" Änderung der US-Außenpolitik

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Friedrich Merz sieht eine "radikale" Änderung in der Außenpolitik des Verbündeten USA. Das sagt der Kanzler bei seiner Rede in Davos. Alle News im Liveblog.

EU Sondergipfel in Brüssel

23.01.2026 | 2:30 min

Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, zuletzt das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 23.01.2026 ab 05:30 Uhr.

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Wir beenden den Liveblog an dieser Stelle. Wir danken für Ihr Interesse. Aktuelle Nachrichten, Hintergründe und Analysen rund ums Thema finden Sie auf ZDFheute.de und auf unserer Themenseite zu Grönland


Ischinger kritisiert "Zirkus" um Grönland

Der Interimsvorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat den Umgang der Bundesregierung mit Trump gelobt. Es sei richtig, einerseits die militärische und politische Unabhängigkeit von den USA voranzutreiben, aber gleichzeitig den US-Präsidenten an Bord zu halten, sagt Ischinger im ZDF-Morgenmagazin. "Wir brauchen ihn, weil wir Krieg in Europa haben, und den wird die Ukraine nicht gewinnen, wenn die USA sich zurückziehen."  

Ischinger kritisiert jedoch den "Zirkus" um Grönland, der die Diskussionen beim Weltwirtschaftsforum in Davos dominiert habe. Dieser "interne westliche Streit", der ohne Not und zur Unzeit geführt worden sei, habe die Energie abgelenkt, die eigentlich auf die Ukraine hätte verwendet werden müssen. 


Was bleibt nach der Zuspitzung im Grönland-Konflikt?

Nach der zwischenzeitlichen Zuspitzung im Grönland-Konflikt will die EU noch stärker auf Unabhängigkeit von den USA setzen. Nach dem Sondergipfel in Brüssel bleibe "die große Erkenntnis, dass man nur mit Geschlossenheit und Stärke dem mächtigsten Mann der Welt - Trump - die Stirm bieten kann", so Anna Feist aus Brüssel.

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EU-Sondergipfel: Europa sucht Geschlossenheit

Nach dem Weltwirtschaftsforum in Davos steht Europa unter Druck: Kritik aus den USA und ein unklarer Grönland-Deal sorgen für Unruhe. Beim EU-Gipfel in Brüssel geht es um eine gemeinsame Antwort.

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Klingbeil: Druck von Europa hat Trump zum Rückzug gebracht

Vizekanzler Lars Klingbeil führt die vorläufige Entschärfung des Grönland-Konflikts auch darauf zurück, dass die Europäer nicht unter dem Druck von Präsident Trump eingeknickt seien. "Der Druck, der in den USA entstanden ist und der Druck, der von Europa kam, das alles hat dazu geführt, dass Präsident Trump jetzt auch ein bisschen den Rückzug begonnen hat", sagt der SPD-Vorsitzende im "Berlin Playbook Podcast" des Nachrichtenmagazins "Politico". 

Zugleich warnt Klingbeil davor, zu früh aufzuatmen. "Wer jetzt meint in Europa, dass man sich zufrieden zurücklehnt und sagt, es ist ja alles noch einmal gut gegangen, der hat nicht verstanden, worum es gerade geht", sagt der Finanzminister. Die Europäer müssten das - vor Trumps Amtsantritt traditionell enge - Verhältnis zu den USA schützen und dabei zweigleisig fahren, mahnt er.


Von der Leyen: "Zu wenig in die Arktis investiert"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vor dem Hintergrund politischer Spannungen mit den USA Fehler der Europäer im Umgang mit Grönland und der Arktis eingeräumt. "Wir haben gemeinsam zu wenig in die Arktis und die Sicherheit der Arktis investiert", sagt die deutsche Politikerin nach einem EU-Sondergipfel in Brüssel, wie die Nachrichtenagentur dpa meldet. Daher sei es jetzt höchste Zeit, einen Gang höher zu schalten.


Wichtige Meldung

Trump: Bei der Sicherheit Grönlands mit Nato kooperieren

Die USA wollen bei der Sicherheit Grönlands künftig mit der Nato zusammenarbeiten. Das kündigt Präsident Donald Trump an Bord der Air Force One der Nachrichtenagentur Reuters zufolge an. Man werde das gemeinsam mit dem Bündnis machen. "Das ist wirklich so, wie es sein sollte", fügt er hinzu.

EU berät über Trump und neue Zollpläne

Heute kommt die EU zu einem Sondergipfel zusammen. Thema sind die Beziehungen zu den USA und mögliche Reaktionen auf Trumps Ankündigung neuer Zölle im Streit um Grönland.

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Grönland-Konflikt: Dänemark bedankt sich bei Partnern

Nach der überraschenden Deeskalation von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt hat sich Dänemark bei seinen europäischen Partnern für die Rückendeckung bedankt. "Ich möchte deutlich machen, wie dankbar wir im Königreich Dänemark – einschließlich Grönland – sind für all die Unterstützung, die wir aus ganz Europa erhalten haben", sagte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bei einem Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel.  

Die Unterstützung sei in der sehr schwierigen Situation, in die das Land gebracht worden sei, von enormer Bedeutung gewesen, so Frederiksen. Wenn Europa zusammen und für sich selbst einstehe, würden sich Ergebnisse zeigen. "Ich glaube, wir haben in den letzten Tagen und Wochen etwas gelernt. Nun wollen wir selbstverständlich eine Lösung finden."


Merz sieht Einlenken Trumps als Erfolg Europas

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat das Einlenken von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt als Erfolg Europas gewertet. "Es hat sich gezeigt, dass Geschlossenheit und Entschlossenheit auf der europäischen Seite durchaus etwas bewirken können", sagte er zum Auftakt des EU-Gipfels in Brüssel. "Ich bin sehr dankbar, dass Präsident Trump Abstand genommen hat, von seinen ursprünglichen Plänen Grönland zu übernehmen."

Trotzdem müssten die Europäer nun Konsequenzen ziehen und ihre Verteidigungsfähigkeit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit stärken. "Die Europäische Union, der europäische Teil der Nato, muss in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen", sagte er.


Wichtige Meldung

Kallas: Beziehungen zwischen EU und USA erleiden "schweren Schlag"

Die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den USA erleiden nach den Worten der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas einen schweren Schlag. "Uneinigkeiten zwischen Verbündeten wie Europa und Amerika nützen nur unseren Gegnern, die zuschauen und die Aussicht genießen", sagt Kallas vor einem Krisentreffen der EU-Staats- und Regierungschefs.

ZDF-Korrespondentin: "Die Zeichen stehen nicht auf Entspannung"

Die EU will unabhängiger von den USA werden. Welche konkrete Rolle Deutschland dabei übernehmen soll, wird aktuell diskutiert. Dazu Isabel Schaefers aus Brüssel und Diana Zimmermann aus Berlin.

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Merz lobt nach Grönland-Einigung europäische "Geschlossenheit"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat nach der vorläufigen Beilegung des Streits mit den USA über Grönland die europäische Geschlossenheit in dieser Frage gelobt. "Es hat sich gezeigt, dass Geschlossenheit und Entschlossenheit auf der europäischen Seite durchaus etwas bewirken können", sagte Merz am Donnerstag vor einem informellen Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Trotz des "guten Ergebnis" müsse allerdings "die Resilienz, die Widerstandsfähigkeit der Europäischen Union" gestärkt werden.


Dänemark fordert stärkere Nato-Präsenz in Arktis

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen fordert angesichts wiederholter Drohungen von US-Präsident Donald Trump bezüglich Grönland eine stärkere Präsenz der Nato in der Arktis. "Wir brauchen eine ständige Präsenz der Nato in der Arktis, auch um Grönland herum", sagt sie vor einem EU-Sondergipfel in Brüssel. Es sei für jeden klar, dass Dänemark ein souveräner Staat sei und dies nicht verhandelbar sei. "Aber natürlich können wir mit den USA erörtern, wie wir unsere gemeinsame Zusammenarbeit bei der Sicherheit in der Arktis stärken können", fügt sie hinzu. Es gebe jedoch rote Linien für ihr Land. Dazu gehöre die Souveränität Dänemarks, die Teil der demokratischen Grundwerte sei. Die letzten Tage hätten gezeigt, wie stark die EU sei, wenn sie geeint auftrete. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch seine Annexionsdrohungen gegen Grönland zum größten Teil zurückgenommen und verzichtet auch auf neue Strafzölle gegen europäische Staaten.


Wichtige Meldung

Grönlands Regierungschef bekennt sich zu Dänemark und bekräftigt "rote Linien"

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hat sich erneut ganz klar zu Dänemark bekannt und "rote Linien" gegenüber den USA bekräftigt. "Niemand außer Grönland und dem Königreich Dänemark hat das Recht, Vereinbarungen oder Abkommen ohne uns zu treffen", sagte Nielsen am Donnerstag vor Journalisten. Eine Verletzung der grönländischen Souveränität und territorialen Integrität seien "rote Linien".  

Grönland wolle einen "friedlichen Dialog" über die Zukunft der Arktisinsel führen - jedoch unter Wahrung seines "Rechts auf Selbstbestimmung", erklärte Nielsen weiter. Wenn sich Grönland zwischen dem Verbleib bei Dänemark oder einem Beitritt zu den USA entscheiden müsse, würde es sich "für das Königreich Dänemark, die EU und die Nato entscheiden".

Klingbeil: Kooperation mit USA steht trotz Grönlandstreit nicht zur Disposition

 Vize-Kanzler Lars Klingbeil will trotz der jüngsten Zolldrohungen im Grönland-Streit weiter eng mit den USA zusammenarbeiten. "Es geht überhaupt nicht darum, mit den Amerikanern zu brechen, das Verhältnis aufzulösen", sagte der Bundesfinanzminister und SPD-Co-Chef am Donnerstag am Rande des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos zu Journalisten. Berechtigte Sicherheitsinteressen der USA würden innerhalb der Nato geklärt.
Es sei gut, dass es keine militärische Gewalt geben werde, um sich Grönland einzuverleiben. "Über alles andere können wir reden", sagte Klingbeil.


Finnland will Plan für Arktis-Sicherheit bis Nato-Gipfel im Juli

Nach der angekündigten Einigung im Grönland-Streit dringt der finnische Präsident Alexander Stubb auf einen schnellen Plan zur Stärkung der Sicherheit in der Arktis. Dieser solle idealerweise bis zum Nato-Gipfel im Juli in Ankara fertig sein, sagt Stubb der Nachrichtenagentur Reuters in Davos. Er sei zudem überzeugt, dass die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel am Abend zu einer einheitlichen Haltung in der Frage gelangen würden.


Trotz Trump-Wende: EU-Parlament wartet bei Zolldeal ab

Trotz der Rücknahme der Zollandrohung von US-Präsident Donald Trump gegen europäische Länder bleibt es im EU-Parlament vorerst bei dem Umsetzungsstopp des im vergangenen Jahr vereinbarten Zollabkommens mit den USA. Wie es mit dem Abkommen weitergehe, könne man erst beurteilen, wenn es Details zu der von Trump angekündigten Rahmenvereinbarung über Grönland und die Arktisregion gebe, teilte der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange, mit. 


Trump über Grönland-Pläne: Werden alles kostenlos bekommen

US-Präsident Donald Trump geht bei den erwarteten Gesprächen über Grönland davon aus, dass die USA einen unbegrenzten und dauerhaften Zugriff auf die weltgrößte Insel bekommen. Die Details müssten noch verhandelt werden, sagte er im Gespräch mit dem US-Sender Fox Business. "Aber im Wesentlichen geht es um uneingeschränkten Zugang. Es gibt kein Ende, keine zeitliche Begrenzung." Dem Republikaner zufolge solle eine Übereinkunft darauf hinauslaufen, dass die USA "alles bekommen, was wir wollen, kostenlos."


Quelle: AP, AFP, dpa, Reuters
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, zuletzt das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 23.01.2026 ab 05:30 Uhr.