Streit um Grönland: Trump kündigt Zölle an, Reaktionen im Liveblog

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Streit um Grönland:Trump kündigt Zölle an: Wie reagieren Deutschland und EU?

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US-Präsident Donald Trump hat im Streit um Grönland Zusatzzölle gegen Deutschland und weitere Länder angekündigt. Wie reagieren die europäischen Staaten? Entwicklungen im Liveblog.

Wegen der Entsendung von Soldaten auf eine Erkundungsmission nach Grönland droht US-Präsident Donald-Trump Deutschland mit Zöllen. Claudia Bates und Isabelle Schaefers berichten.

Wegen der Entsendung von Soldaten auf eine Erkundungsmission nach Grönland droht US-Präsident Donald-Trump Deutschland mit Zöllen. Claudia Bates und Isabelle Schaefers berichten.

17.01.2026 | 2:23 min

Über dieses Thema berichteten die heute-Nachrichten am 17.01.2026 ab 19 Uhr.

Wichtige Meldungen

Starmer: Zölle für Verbündete "völlig falsch"

Großbritanniens Premier Keir Starmer will direkt mit den Amerikanern ins Gespräch gehen. Es sei "völlig falsch", Zölle gegen Verbündete zu erheben, die sich für "die kollektive Sicherheit der Nato-Verbündeten" einsetzten, teilt Starmer in einer Erklärung mit.


Niederlande nehmen Trumps Ankündigung zur Kenntnis

Auch in der Niederlande hat man Trumps Ankündigung "zur Kenntnis genommen", wie Außenminister David van de Weel auf X schreibt. "Die Niederlande stehen in engem Kontakt mit der EU-Kommission und Partnern, um unsere Reaktion zu koordinieren."

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Automobilindustrie fürchtet "enorme Kosten"

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt vor schweren wirtschaftlichen Folgen. "Die Kosten durch diese zusätzlichen Zölle wären für die deutsche sowie europäische Industrie - in ohnehin herausfordernden Zeiten - enorm", teilt VDA-Präsidentin Hildegard Müller mit. Sie fordert eine kluge, strategische und mit den betroffenen Ländern abgestimmte Reaktion aus Brüssel. "Schnellschüsse führen zu einer Eskalation und einer möglichen Spirale, die nur Verlierer produziert."


Lesetipp: Der Machtkampf um die Arktis

Warum will US-Präsident Donald Trump Grönland überhaupt? Unsere interaktive Story zeigt, warum die Arktisch strategisch so wichtig geworden ist. Es geht um Sicherheit, Rohstoffe und Schifffahrtswege. 


SPD-Außenpolitiker erklärt vorsorglich Helgoland für "unverkäuflich"

"Vielleicht sollten wir schon mal die Digitalsteuer vorbereiten - eine andere Sprache versteht der ältere Herr nicht", schlägt SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) laut Vorabbericht vor. Man könne das Vorgehen für Satire halten, dies sei es aber leider nicht. Mit Blick auf seinen Wahlkreis fügt Stegner hinzu, die einzige deutsche Hochseeinsel Helgoland sei "selbstredend ebenfalls unverkäuflich".


Mit welchen Maßnahmen könnte Europa reagieren?

Das haben wir ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers in Brüssel gefragt. "Die EU hat hier verschiedene Möglichkeiten, zwei scheinen am wahrscheinlichsten", schreibt uns Schaefers. 

Erstens: "Der Zoll-Deal zwischen EU und USA sieht vor, dass gegenseitig Zölle in verschiedenen Bereichen gesenkt oder ganz abgeschafft werden. Die EU hat den Deal noch nicht komplett umgesetzt, müsste noch einige Zölle auf US-Produkte senken. Das könnte nun vorerst ausbleiben."

Zweitens: "Außerdem gibt es das so genannte Anti-Zwangsmaßnahmen-Gesetz, welches für den Fall vorgesehen ist, wenn Drittstaaten politische Ziele durch wirtschaftlichen Druck erreichen wollen. Bisher galt hierfür vor allem China als Kandidat. Aber nun dürften die USA genau in diese Kategorie fallen. Durch diesen Mechanismus wären weitreichendere Maßnahmen möglich, wie Gegenzölle, Patente auszusetzen oder auch Importbegrenzungen zu verhängen."

"Die EU-Kommission müsste diese Maßnahme nun vorschlagen und eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedsstaaten müsste zustimmen", sagt Schaefers. Aber ob die EU bereit ist, dieses Mal hart zu reagieren? "Es schwingt auch weiterhin die Sorge mit, dass Gegenmaßnahmen eine weitere Eskalation provozieren könnten - in Grönland, in der NATO und für die Wirtschaft der EU", ordnet die ZDF-Korrespondentin ein.


Wichtige Meldung

Von der Leyen warnt vor "gefährlicher Abwärtsspirale"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schreibt auf X: "Die EU steht in voller Solidarität mit Dänemark und der Bevölkerung Grönlands. Der Dialog bleibt von entscheidender Bedeutung, und wir sind entschlossen, auf dem bereits letzte Woche zwischen dem Königreich Dänemark und den USA begonnenen Prozess aufzubauen."

Zölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben, warnt von der Leyen, "und eine gefährliche Abwärtsspirale riskieren". Europa werde geeint und koordiniert vorgehen und sich für die Wahrung seiner Souveränität einsetzen.

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Handelsausschuss-Vorsitzender: "Unglaublicher Affront"

Der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange, spricht von einem "unglauglichen Affront". Der SPD-Politiker sieht in Trumps Schritt "eine neue Dimension des Imperialismus des US-Präsidenten". So gehe man nicht mit Partnern um, die EU müsse jetzt klare Kante zeigen.


Wie treffen die Zölle die deutsche Wirtschaft?

DIW-Präsident Fratzscher glaubt, dass die erneute Eskalation "vor allem die deutsche Wirtschaft und Industrie erneut hart" trifft, "da sie viel Unsicherheit schafft und die Exporte weiter schwächt", warnt Fratzscher.

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt ber ING-Bank, mahnt zwar zu Vorsicht. "So wie fast immer, herrscht ja jetzt einmal Unsicherheit über die Details. Aber wenn man davon ausgeht, dass die Zölle zusätzlich zu den existierenden Zöllen kommen, ist das unerfreulicher Gegenwind für die deutsche Wirtschaft. Bei zusätzlichen 25 Prozent würde das etwa 0,2 Prozentpunkte Wachstum kosten."


DIW-Präsident fordert als Konsequenz mehr Kooperationen mit China

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) fordert angesichts der neuen Zolldrohungen Konsequenzen. "Es ist höchste Zeit, dass die EU - und vor allem die Bundesregierung - globale Kooperationen mit China und anderen stärkt, um Trump Paroli zu bieten", sagt Marcel Fratzscher der Nachrichtenagentur Reuters. 

Für Fratzscher zeigt Trupms Ankündigung die Schwäche und Handlungsunfähigkeit Europas. "Europa hat stetig nachgegeben und Trump gewähren lassen, anstatt sich für die eigenen Interessen und global für Multilateralismus einzusetzen", sagt Fratzscher. "Dieser Fehler rächt sich jetzt, weil Trump die Schwäche und Handlungsunfähigkeit Europas erkannt hat." Er werde Europa so lange erpressen, bis der Kontinent mit einer Stimme spreche, sich stärker integriere, Rückgrat zeige und klüger agiere.

 


Macron: Trumps Zolldrohung "inakzeptabel"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron weist die Zolldrohungen Trumps zurück. "Zolldrohungen sind inakzeptabel und haben in diesem Zusammenhang nichts zu suchen", schreibt Macron auf der Plattform X. Sollten die Maßnahmen bestätigt werden, würden die Europäer darauf geschlossen und koordiniert reagieren.

Weder Einschüchterung noch Drohungen würden die Europäer beeinflussen, sei es in der Ukraine, in Grönland oder anderswo.

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Grüne fordern klare Antwort - "Drohung mit Gegenzöllen"

Die Grünen fordern eine klare Antwort der EU. Europa dürfe "angesichts der Zoll-Drohungen von Trump jetzt nicht zurückweichen", sagt Fraktionschefin Katharina Dröge. "Es braucht die klare Antwort an Trump, dass die EU auf Zollandrohungen mit Gegenzöllen antworten wird."

Dröge kritisiert auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für die bisherige Linie zu Trump. "Die Strategie des Zurückweichens und der Beschwichtigung von Friedrich Merz ist gescheitert", meinte die Grünen-Politikerin. "Bei der Verteidigung der internationalen Ordnung braucht es Selbstbewusstsein und Klarheit."


Schwedens Ministerpräsident: "Lassen uns nicht einschüchtern"

Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson weist Donald Trumps Drohungen entschieden zurück. "Wir lassen uns nicht einschüchtern", erklärt er in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur AFP. "Nur Dänemark und Grönland entscheiden über Fragen, die sie betreffen", stellt Kristersson klar. "Ich werde mein Land und unsere verbündeten Nachbarn immer verteidigen", fügt er hinzu. Es handele sich um "eine europäische Frage". 

Auch Kristersson erklärte, Schweden führe nun "intensive Gespräche" mit anderen EU-Ländern sowie Norwegen und Großbritannien, um eine "gemeinsame Antwort" auf Trumps Zollankündigung zu finden. 

 


"Strategie der Europäer nicht aufgegangen"

Wegen der Entsendung von Soldaten auf eine Erkundungsmission nach Grönland droht US-Präsident Donald-Trump Deutschland mit Zöllen. Claudia Bates und Isabelle Schaefers berichten.

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Wichtige Meldung

Bundesregierung will sich mit EU abstimmen

Wie reagiert die Bundesregierung auf Trumps Ankündigung? In einer ersten Stellungnahme sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius, man befinde sich "in engster Abstimmung mit den europäischen Partnern". Die Regierung habe Trumps Äußerungen zur Kenntnis genommen. "Gemeinsam werden wir zur gegebenen Zeit über geeignete Reaktionen entscheiden."

EU-Ratspräsident: Stimmen gemeinsame europäische Antwort ab

EU-Ratspräsident Antonio Costa ist heute eigentlich in Paraguay - zur Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens. Auf einer Pressekonferenz wird er auch nach Trumps Strafzöllen gefragt. "Wir bereiten jetzt eine gemeinsame Antwort vor von allen Mitgliedsländern zu diesem Thema", sagt Costa. "Die EU wird immer vehement das internationale Recht verteidigen, egal wo." 

Mit Blick auf das Mercosur-Abkommen sagt Costa: "Wir sind hier, nicht nur um das größte Handelsabkommen der Welt zu schließen, aber auch um eine klare Nachricht an die Welt zu schicken: Wir brauchen keinen Konflikt, sondern Frieden. Keine Konflikte zwischen Ländern, sondern Kooperation."


Proteste gegen Trumps Grönland-Politik

In Dänemark und der grönländischen Hauptstadt Nuuk kam es heute zu mehreren Demonstrationen gegen die US-amerikanischen Gebietsansprüche auf die Arktisinsel.

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Wichtige Meldung

Diese Länder sind von Trumps Ankündigung betroffen

Betroffen ist nicht nur Deutschland. Trumps Zölle richten sich auch gegen Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland. Ab dem 1. Februar sollen sie zehn Prozent betragen, ab dem 1. Juni auf 25 Prozent steigen. Sie sollen für alle Waren gelten. 

Wichtige Meldung

Trump kündigt Zölle gegen Deutschland und weitere Länder an

Trump kündigt Zölle gegen Deutschland und weitere Länder an

US-Präsident Trump erhöht den Druck im Grönland-Streit: Bereits ab dem 1. Februar sollen Zölle gegen Deutschland und weitere Länder gelten. "Wir haben Dänemark und alle Länder der Europäischen Union sowie andere Länder viele Jahre lang subventioniert", behauptete Trump. Und fuhr fort: "Jetzt, nach Jahrhunderten, ist es an der Zeit, dass Dänemark etwas zurückgibt - der Weltfrieden steht auf dem Spiel!"

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Quelle: AP, AFP, dpa, Reuters
Über dieses Thema berichteten die heute-Nachrichten am 17.01.2026 ab 19 Uhr.