Grönland-Streit: So könnte die EU auf Trumps Zollkeule reagieren

Analyse

Streit um Grönland:Trumps Zoll-Drohung: So könnte die EU reagieren

Isabelle Schaefers, ZDF-Korrespondentin in Brüssel

von Isabelle Schaefers

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Die Grönland-Strategie der Europäer ist nicht aufgegangen. Wie können sie nun auf die Zoll-Drohung von US-Präsident Donald Trump reagieren? Zwei Maßnahmen scheinen wahrscheinlich.

SGS-Bates-Schaefers

Donald Trump droht Deutschland und weiteren europäischen Staaten mit Zöllen, wenn sie sich seinen Grönland-Plänen widersetzen. Claudia Bates und Isabelle Schaefers analysieren.

17.01.2026 | 3:07 min

Die Europäer wollten mit ihrer "Erkundungsmission" auf Grönland ja zwei Dinge erreichen:

  1. Sie wollten offiziell Donald Trumps Argument aufgreifen, Grönland und den arktischen Raum besser zu schützen.
  2. Und sie wollten es Trump gleichzeitig schwerer machen, gegen Grönland vorzugehen, wenn halb Europa dort involviert ist.

Diese Strategie ist augenscheinlich nicht aufgegangen. Trump will gar nicht militärisch gegen die Europäer vorgehen Sondern er nutzt das Instrument, auf das Europa bisher immer nur zögerliche Antworten gefunden hat: Zölle.

Grönland-Konflikt - Proteste in Grönland

In Grönland und Dänemark protestieren Tausende Menschen gegen Trumps Besitzansprüche auf Grönland, die er mit "strategischen Interessen und nationaler Sicherheit" begründet.

17.01.2026 | 2:05 min

Wie könnte Europas Antwort aussehen?

EU-Ratspräsident Costa hat heute in Paraguay anlässlich der Unterschrift unter das Mercosur-Abkommen dazu gesagt: "Wenn wir Wohlstand wollen, müssen wir Märkte öffnen und nicht schließen. Dann müssen wir Zonen der wirtschaftliche Kooperation schaffen und nicht die Zölle erhöhen." Man bereite jetzt eine gemeinsame Antwort von allen Mitgliedsländern vor.

Der Präsident des Europäischen Rates, Antonio Costa (Mitte), und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, kommen am Flughafen in Luque, Paraguay, an.

Durch das Abkommen der EU mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay entsteht die größte Freihandelszone der Welt. Auf rund 90% der Handelsgüter entfallen künftig keine Zölle mehr.

17.01.2026 | 1:49 min

Die EU hat hier verschiedene Möglichkeiten, zwei davon scheinen am wahrscheinlichsten:

  1. Der Zoll-Deal zwischen EU und USA sieht vor, dass gegenseitig Zölle in verschiedenen Bereichen gesenkt oder ganz abgeschafft werden. Die EU hat den Deal noch nicht komplett umgesetzt, müsste noch einige Zölle auf US-Produkte senken. Das könnte nun vorerst ausbleiben.
  2. Es das so genannte Anti-Zwangsmaßnahmen-Gesetz, welches für den Fall vorgesehen ist, wenn Drittstaaten politische Ziele durch wirtschaftlichen Druck erreichen wollen. Bisher galt hierfür vor allem China als Kandidat. Aber nun dürften die USA genau in diese Kategorie fallen. Durch diesen Mechanismus wären weitreichendere Maßnahmen möglich, wie Gegenzölle, das Aussetzen von Patenten oder Importbegrenzungen.

Die Infokarte zeigt die betroffenen Länder der angedrohten US-Zölle im Grönland-Streit. Gegen Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland sollen ab dem 1. Februar Zölle in Höhe von 10 Prozent gelten, ab dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent.

Von Trumps Zöllen sind Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland betroffen.

Quelle: ZDF

Mehrheit der EU-Mitglieder müsste zustimmen

Die EU-Kommission müsste diese Maßnahme nun vorschlagen und eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedsstaaten müsste zustimmen. Die Frage wird nun sein, wie hart die EU dieses Mal bereit ist zu reagieren. Denn es schwingt auch weiterhin die Sorge mit, dass Gegenmaßnahmen eine weitere Eskalation provozieren könnten - in Grönland, in der Nato und für die Wirtschaft der EU.

Isabelle Schaefers ist Korrespondentin im ZDF-Auslandsstudio Brüssel.

Über das Thema berichteten verschiedene Sendungen, zuerst die heute-Nachrichten am 17.01.2026 ab 19 Uhr.

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