Reaktion auf Ansprüche der USA:Bundeswehr startet Erkundungsmission auf Grönland
Ein Bundeswehr-Team ist mit Soldaten anderer europäischer Staaten auf Grönland angekommen. Die Mission soll Präsenz zeigen, nachdem die USA Ansprüche auf die Insel erhoben haben.
Am Freitagabend sind Soldaten der Bundeswehr und aus anderen europäischen Staaten auf Grönland angekommen. Ein Flugzeug landete in der Hauptstadt Nuuk. Die Erkundungsmission wird von Dänemark angeführt.
16.01.2026 | 0:32 minFür die Bundeswehr beginnt die europäische Erkundungsmission auf Grönland. 15 deutsche Soldaten sowie weitere Militärangehörige aus anderen europäischen Staaten trafen am Freitagabend auf der weltgrößten Insel ein.
USA wollen sich Grönland einverleiben
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump wiederholt deutlich gemacht, dass sich die USA die größtenteils von Eis bedeckte Insel einverleiben wollen - was die meisten europäischen Nato-Partner vehement ablehnen. Trump argumentiert, Grönland müsse den USA gehören, damit Russland und China keinen zusätzlichen Einfluss in der Region gewinnen.
Krisengespräche zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatten zuletzt keine Annäherung gebracht.
Europäische Länder schicken Soldaten nach Grönland
Deutschland und weitere europäische Nato-Mitglieder wollen daher nun für mehr Sicherheit auf der riesigen Arktisinsel sorgen. Unter anderem schicken Norwegen, Schweden, Finnland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande Teams nach Grönland.
Währenddessen spricht Trump über mögliche Zölle, der Bundestag bezieht Stellung und in Dänemark treffen US-Senatoren ein.
16.01.2026 | 2:54 minDie Soldaten sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin Bedingungen für gemeinsame Militärübungen prüfen. Es gehe um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern Deutschland mit seinen Nato-Partnern dazu beitragen könne, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Das deutsche Team - 15 Männer und Frauen - besteht demnach aus Logistikern und Experten unterschiedlicher Bereiche.
Die Erkundungsmission wird von Dänemark angeführt, zu dessen Hoheitsgebiet das weitgehend autonome Grönland gehört.
Stoltenberg fordert klare Reaktion von Nato und EU
Ex-Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnte indes davor, die USA zu unterschätzen, und forderte eine klare Reaktion der Nato und der Europäischen Union auf die Ansprüche der USA.
Die Nato und die EU müssten nun mit Klarheit auf die Drohungen des US-Präsidenten reagieren. "Ich begrüße es, dass es klare gemeinsame Stellungnahmen gab - von den nordischen Staaten, von Deutschland, von anderen europäischen Staaten - dazu, dass Grönland zu Dänemark gehört und sie hinter Dänemark stehen", sagte Stoltenberg. Man solle nicht über mögliche Konsequenzen spekulieren.
Das Wichtigste ist jetzt, weitere Maßnahmen zu verhindern.
Jens Stoltenberg, Ex-Nato-Generalsekretär
Die Bundeswehr und andere europäische Länder schicken Soldaten zur Erkundung auf die Arktisinsel - die USA drohen mit Zöllen.
16.01.2026 | 1:48 minItalien schickt keine Soldaten nach Grönland
Keine Soldaten abstellen will das Nato-Gründungsmitglied Italien. Verteidigungsminister Guido Crosetto sprach im Zusammenhang damit von einem "Witz".
Zugleich stellte die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine eigene Arktis-Strategie vor. Meloni hatte in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass sie eine militärische Aktion der USA nicht unterstütze und eine solche in niemandes Interesse sei.
Meloni gilt als Sympathisantin von US-Präsident Donald Trump und als eine seiner wichtigsten Verbündeten in Europa.
Grönland liegt im arktischen Meer vor der Küste Kanadas. Nur etwa 56.500 Menschen leben dort. Ein kurzer Überblick.
07.01.2026 | 0:55 minTrump droht erneut mit Zöllen
Unterdessen drohte Trump Ländern, die sich seinem Besitzanspruch auf Grönland entgegenstellen, mit Zöllen. Er werde möglicherweise Zölle gegen solche Länder verhängen, weil die USA Grönland für ihre nationale Sicherheit bräuchten, sagte Trump im Weißen Haus in Washington. Konkreter wurde er zunächst nicht.
Zuvor hatte er darüber gesprochen, wie er europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich in anderen Zusammenhängen mit Zöllen gedroht hatte, um seine Interessen durchzusetzen.
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