EU reagiert auf US-Drohung: Bundeswehr startet Grönland-Mission

Europa reagiert auf US-Gespräche:Gescheitertes Krisentreffen: Bundeswehr fliegt nach Grönland

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Nach dem ergebnislosen Treffen zwischen den USA, Dänemark und Grönland reagieren europäische Staaten. Auch aus Deutschland sind 13 Bundeswehrsoldaten in die Arktis unterwegs.

Aus der Luftperspektive sind verschneite Häuser in der Grönländer Hauptstadt Nuuk zu sehen.

Nach einem erfolglosen Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland treiben europäische Länder einen Erkundungseinsatz voran. Die Bundeswehr will Soldaten nach Grönland fliegen.

15.01.2026 | 0:26 min

Nach einem erfolglosen Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland treiben Deutschland und weitere europäische Länder einen mehrtägigen militärischen Erkundungseinsatz auf der Arktisinsel voran. Die Bundeswehr ist zur Zeit mit einigen Soldaten in die Hauptstadt Nuuk unterwegs.

Erste französische Soldaten sind unterdessen bereits in dem von den USA beanspruchte Grönland eingetroffen. Etwa 15 Gebirgsjäger seien vor Ort, um die gemeinsame Militärübung mit Soldaten anderer europäischer Länder vorzubereiten, sagte der französische Botschafter für den Nord- und Südpol, Olivier Poivre d’Arvor, dem Sender France Info. "Das ist ein starkes politisches Signal." Ziel sei es, "den USA zu zeigen, dass die Nato in Grönland präsent ist", sagte Poivre d'Arvor.

Dänemark und USA bleiben uneinig

Unterdessen wird auf eine Reaktion von US-Präsident Donald Trump zu dem Treffen mit Vertretern aus Dänemark und Grönland gewartet.

SGS vom 15.01.2026 mit Britta Buchholz zum Erkundungseinsatz in Grönland

Europäische Länder treiben einen militärischen Erkundungseinsatz in Grönland voran. Was die genauen Ziele dieses Einsatzes sind, berichtet ZDF-Korrespondentin Britta Buchholz.

15.01.2026 | 0:47 min

Die dänische und grönländische Delegation war laut dem dänischen Außenminister Rasmussen nach "einer Reihe (...) bemerkenswerter öffentlicher Äußerungen zur Sicherheit Grönlands und der Arktis" nach Washington gereist. "Unser Ziel war es, einen gemeinsamen Weg zu finden, diese Sicherheit zu erhöhen."

sgs-sievers-zimmermann

Vor dem Hintergrund der von den USA erhobenen Ansprüche auf Grönland entsendet Deutschland ein Erkundungsteam der Bundeswehr auf die Insel. ZDF-Reporterin Diana Zimmermann berichtet.

14.01.2026 | 2:25 min

Das Gespräch in Washington zu dem Konflikt um die Arktisinsel war am Mittwoch jedoch ohne eine Lösung zu Ende gegangen. Dem dänischen Außenminister Lars Løkke Rasmussen zufolge offenbarte das Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident JD Vance "fundamentale" Meinungsverschiedenheiten.

US-Präsident Donald Trump war nicht dabei. Weder Trump noch Vance oder Rubio äußerten sich bisher. Da die Gespräche ergebnislos blieben, reagieren nun vor allem europäische Staaten mit militärischer Präsenz.

Außenminister von Grönland und Dänemark in Washington

Nach dem Treffen zwischen Regierungsvertretern aus den USA, Dänemark und Grönland bleiben die Meinungsverschiedenheiten über die Zukunft Grönlands bestehen.

15.01.2026 | 2:47 min

Europäische Präsenz in der Arktis

Das Verteidigungsministerium in Berlin hatte am Abend mitgeteilt, ein Transportflugzeug vom Typ A400M werde am Morgen 13 Bundeswehrsoldaten in die grönländische Stadt Nuuk fliegen. Die Erkundung vor Ort werde zusammen mit Vertretern weiterer Partnernationen stattfinden.

Ziel ist, die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise für Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung.

Verteidigungsministerium in Berlin

SGS vom 15.01.2026 mit Britta Buchholz zum Erkundungseinsatz in Grönland

Europäische Länder treiben einen militärischen Erkundungseinsatz in Grönland voran. Was die genauen Ziele dieses Einsatzes sind, berichtet ZDF-Korrespondentin Britta Buchholz.

15.01.2026 | 0:47 min

Das Ministerium wies darauf hin, dass sich die Soldaten auf Einladung Dänemarks und bis Samstag auf der Arktisinsel aufhalten werden. Die Dänen erhöhten mit Unterstützung von Schweden und Norwegen bereits am Mittwoch ihre Militärpräsenz in Grönland.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb am Abend auf der Plattform X, die ersten Militärangehörigen seien unterwegs. "Weitere werden folgen." Er sprach von "gemeinsamen Übungen", die Dänemark organisiert habe und die unter dem Namen "Operation Arctic Endurance" (auf Deutsch etwa: "Einsatz Arktische Ausdauer") liefen.

Theveßen zu US-Interessen

Neben Sicherheitsinteressen gehe es den USA auch darum, "die Macht zu haben, die Rohstoffe auch in Grönland selber zu kontrollieren", so ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen.

12.01.2026 | 1:26 min

Hintergrund: Trump erhebt Anspruch auf Arktisinsel Grönland

Die Ankündigung der europäischen Aktivitäten folgt auf mehrfache Äußerungen von US-Präsident Trump, der die riesige Arktisinsel kaufen oder mit anderen Mitteln unter die Kontrolle der USA bringen will. Trump begründet das mit der Sicherheit für die Region und die US-Bevölkerung, er verweist auf eine Bedrohung durch China und Russland.

Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark und damit auch Teil der Nato und Bündnispartner der USA. Die USA unterhalten in Grönland auf Grundlage von Abkommen mit den Dänen die Militärbasis Pituffik Space Base - Trump reicht das jedoch nicht.

Grafische Karte Grönland

Er hatte erklärt, die Zugehörigkeit zur Nato sei kein ausreichender Schutz, weder für Grönland noch die USA. Die Insel sei elementar für den Aufbau der geplanten Raketenabwehr "Golden Dome", die Nato solle daher den Weg für eine US-Übernahme der Insel bereiten, so Trump.

Alles andere als ein Grönland in der Hand der Vereinigten Staaten sei "inakzeptabel", schrieb er am Morgen vor dem Krisengespräch auf seiner Plattform Truth Social.

Dänemark und Grönland stemmen sich gegen die Ambitionen der USA.

SGS-Sievers-Abelsen

Es sei „arrogant zu denken, dass man uns einfach so kaufen kann, als wären wir eine Immobilie“, sagt Maliina Abelsen, Ex-Finanzministerin Grönlands, zu einem Vorschlag Trumps.

14.01.2026 | 5:35 min

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere ZDF-Sendungen, zuletzt das ZDF heute journal am 14.01.2026 um 21:50 Uhr, das gemeinsame Morgenmagazin von ARR und ZDF am 15.1. 2026 ab 05.30 Uhr sowie die heute Xpress um 9 Uhr.

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