EU reagiert auf US-Drohung: Bundeswehr startet Grönland-Mission

Europa reagiert auf US-Gespräche:Gescheitertes Krisentreffen: Bundeswehr fliegt nach Grönland

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Nach dem ergebnislosen Treffen zwischen den USA, Dänemark und Grönland reagieren europäische Staaten. Auch aus Deutschland sind 13 Bundeswehrsoldaten in die Arktis unterwegs.

Transportflugzeuge vom Typ Airbus A400M der Luftwaffe stehen auf dem Fliegerhorst Wunstorf in der Region Hannover.

Auf Einladung Dänemarks sind 13 Bundeswehrsoldaten nach Grönland geflogen. Gemeinsam mit Soldaten weiterer NATO-Staaten sollen sie die militärische Sicherheit der Arktisinsel überprüfen.

15.01.2026 | 1:57 min

Nach einem erfolglosen Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland treiben Deutschland und weitere europäische Länder einen mehrtägigen militärischen Erkundungseinsatz auf der Arktisinsel voran. Die Bundeswehr ist zur Zeit mit einigen Soldaten in die Hauptstadt Nuuk unterwegs, legt aber vorher noch einen Zwischenstopp in Dänemark ein. Man wolle das Angebot der Dänen nutzen, mit dem dänischen Erkundungsteam und weiteren Partnern am Freitag gemeinsam nach Grönland zu fliegen. Dies werde mit einem zivilen dänischen Luftfahrzeug erfolgen, hieß es weiter.

"Ziel ist es, dass wir uns ein fundiertes Bild vor Ort verschaffen, für weitere Gespräche und Planungen innerhalb der Nato", teilte das Verteidigungsministerium in Berlin am Donnerstag mit. Das Verteidigungsministerium hatte am Vorabend angekündigt, es sollten 13 Soldaten geschickt werden.

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Mehrere europäische Länder schicken Soldaten nach Grönland. Welche Aufgaben sie dort übernehmen können, erklärt ZDF-Korrespondent Ulf Röller.

15.01.2026 | 1:10 min

Erste französische Soldaten sind unterdessen bereits in dem von den USA beanspruchten Grönland eingetroffen. Etwa 15 Gebirgsjäger seien vor Ort, um die gemeinsame Militärübung mit Soldaten anderer europäischer Länder vorzubereiten, sagte der französische Botschafter für den Nord- und Südpol, Olivier Poivre d’Arvor, dem Sender France Info. "Das ist ein starkes politisches Signal." Ziel sei es, "den USA zu zeigen, dass die Nato in Grönland präsent ist", sagte Poivre d'Arvor.

Dänemark und USA bleiben uneinig

Unterdessen wird auf eine Reaktion von US-Präsident Donald Trump zu dem Treffen mit Vertretern aus Dänemark und Grönland gewartet.

APTOPIX Greenland Daily Life

Neue Handelsrouten, Wirtschaftszweige und Rohstoffe. Militärpräsenz ist der Schlüssel, um Macht in der Arktis zu sichern, was nicht nur die USA und Europa, sondern auch China und Russland wollen.

15.01.2026 | 2:34 min

Die dänische und grönländische Delegation war laut dem dänischen Außenminister Rasmussen nach "einer Reihe (...) bemerkenswerter öffentlicher Äußerungen zur Sicherheit Grönlands und der Arktis" nach Washington gereist. "Unser Ziel war es, einen gemeinsamen Weg zu finden, diese Sicherheit zu erhöhen."

sgs-sievers-zimmermann

Vor dem Hintergrund der von den USA erhobenen Ansprüche auf Grönland entsendet Deutschland ein Erkundungsteam der Bundeswehr auf die Insel. ZDF-Reporterin Diana Zimmermann berichtet.

14.01.2026 | 2:25 min

Das Gespräch in Washington zu dem Konflikt um die Arktisinsel war am Mittwoch jedoch ohne eine Lösung zu Ende gegangen. Dem dänischen Außenminister Lars Løkke Rasmussen zufolge offenbarte das Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident JD Vance "fundamentale" Meinungsverschiedenheiten.

US-Präsident Donald Trump war nicht dabei. Weder Trump noch Vance oder Rubio äußerten sich bisher. Da die Gespräche ergebnislos blieben, reagieren nun vor allem europäische Staaten mit militärischer Präsenz.

SGS vom 15.01.2026 mit Britta Buchholz zum Erkundungseinsatz in Grönland

Europäische Länder treiben einen militärischen Erkundungseinsatz in Grönland voran. Was die genauen Ziele dieses Einsatzes sind, berichtet ZDF-Korrespondentin Britta Buchholz.

15.01.2026 | 0:47 min

Das Ministerium wies darauf hin, dass sich die Soldaten auf Einladung Dänemarks und bis Samstag auf der Arktisinsel aufhalten werden. Die Dänen erhöhten mit Unterstützung von Schweden und Norwegen bereits am Mittwoch ihre Militärpräsenz in Grönland.

Hintergrund: Trump erhebt Anspruch auf Arktisinsel Grönland

Die Ankündigung der europäischen Aktivitäten folgt auf mehrfache Äußerungen von US-Präsident Trump, der die riesige Arktisinsel kaufen oder mit anderen Mitteln unter die Kontrolle der USA bringen will. Trump begründet das mit der Sicherheit für die Region und die US-Bevölkerung, er verweist auf eine Bedrohung durch China und Russland.

Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark und damit auch Teil der Nato und Bündnispartner der USA. Die USA unterhalten in Grönland auf Grundlage von Abkommen mit den Dänen die Militärbasis Pituffik Space Base - Trump reicht das jedoch nicht.

Grafische Karte Grönland

Dänemark und Grönland stemmen sich gegen die Ambitionen der USA.

SGS-Sievers-Abelsen

Es sei „arrogant zu denken, dass man uns einfach so kaufen kann, als wären wir eine Immobilie“, sagt Maliina Abelsen, Ex-Finanzministerin Grönlands, zu einem Vorschlag Trumps.

14.01.2026 | 5:35 min

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere ZDF-Sendungen, zuletzt das ZDF heute journal am 14.01.2026 um 21:50 Uhr, das gemeinsame Morgenmagazin von ARR und ZDF am 15.1. 2026 ab 05.30 Uhr sowie die heute Xpress um 9 Uhr.

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