Midterms: Russland, China und Europa schauen gespannt auf die USA

Wahlen in den USA:So blicken China, Russland und Europa auf die Midterms

Narin Sevin Dogan

von Narîn Şevîn Doğan

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Die Midterms werden international mit Spannung verfolgt. Das Ergebnis könnte die Außenpolitik von Präsident Trump beeinflussen. Ein Blick nach China, Russland und Europa.

Menschen in den USA stehen hinter Wahlkabinen Schlange.

Die US-Midterms werden derzeit global verfolgt - mit den unterschiedlichsten Interessen. Was man sich in Russland, China und Europa erhofft.

Quelle: dpa

Die Zwischenwahlen in den USA beeinflussen die restliche Amtszeit von Donald Trump, seine Macht könnte gestärkt oder seine politische Durchsetzungskraft formal eingeschränkt werden.

Seine Politik ist ausschlaggebend für die Entwicklungen auch auf der Weltbühne, weshalb viele Länder gerade intensiv in die USA blicken, mit ganz unterschiedlichen Interessen. Ein Überblick über die Reaktionen aus Europa, China und Russland.

China beruft sich auf Prinzip der "Nicht-Einmischung"

China ist der erklärte Gegenspieler der USA. ZDF-Korrespondentin Miriam Steimer beobachtet allerdings, dass die staatlich kontrollierten Medien in China nicht viel über die Midterms berichten. Sie erklärt, dass die Wahlen von offizieller Seite nicht kommentiert werden, weil sich die Staatsführung auf das Prinzip der "Nicht-Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder" beruft.

Miriam Steimer steht in schwarzer Lederjacke und blauem Oberteil vor einem chinesischen Tempel. Sie hat ihre beiden Hände vor dem Bauch ineinander verschlungen.

China könnte von einem schwachen US-Präsidenten profitieren. Solange Donald Trump den Westen spaltet, kann Peking als verlässlicher Partner auftreten.

29.10.2026 | 1:41 min

Berichtet würde nur über angebliche "Mängel der Demokratie", z.B. wie viel Geld Elon Musk in den Wahlkampf stecke, oder den möglichen Einfluss von Interessensgruppen.

Trumps Vorwurf, dass China über Jahre hinweg versucht habe, Wahlerfolge Trumps zu verhindern, den hat Peking als erfunden und böswillige Verleumdung zurückgewiesen.

Miriam Steimer, ZDF-Korrespondentin Peking

Sowohl Demokraten als auch Republikaner propagierten eine harte Linie gegen China, weshalb der Unterschied für Peking nicht so groß sei, so ZDF-Korrespondentin Miriam Steimer.

Seit der zweiten Amtszeit Donald Trumps als US-Präsident liefe es gut für Peking: "Er spaltet den Westen, sorgt für viel Unruhe weltweit, lässt die Staatsführung in Peking - ohne dass sie viel dafür tun müssen - wie den verlässlicheren Partner dastehen." Auch mit Blick auf Taiwan erhoffe man sich einen Deal mit Trump. Anderseits würde eine US-Regierung mit weniger Durchsetzungskraft Peking stärker dastehen lassen.

latinos-teaxas

Die Angst vor der US-Einwanderungsbehörde ICE prägt den Alltag vieler Latinos in Texas. Zwischen Enttäuschung über die Republikaner und religiösen Überzeugungen wägen sie ihre Wahlentscheidung ab.

29.10.2026 | 2:48 min

Kreml auf Seiten Trumps

Seit Donald Trump wieder im Amt ist, hat sich das Verhältnis zwischen den USA und Russland verbessert. Deshalb wünsche sich der Kreml eher einen Sieg der Republikaner Donald Trumps, erklärt ZDF-Reporter Sebastian Ehm. Man erinnere sich an das Treffen der beiden in Anchorage in Alaska, als Trump Putin sogar in seiner Limousine mitfahren ließ.

Trotzdem hält man sich in Moskau mit direkten Sympathie-Bekundungen für die Republikaner zurück.

Sebastian Ehm, ZDF-Reporter für Russland

Reporter für Russland Sebastian Ehm sitzt im Schnittraum, hält ein Mikro. Er trägt ein rotes Hemd. Im Hintergrund sieht man einen Bildschirm.

Seit Trump regiert, hat sich das Verhältnis zu Russland verbessert. Der Kreml hofft eher auf einen Sieg der Republikaner, hält sich mit Sympathie-Bekundungen aber zurück.

30.10.2026 | 1:29 min

Der Kreml wolle verhindern, dass man direkte Sympathie-Bekundungen in den USA gegen Trump verwendet. Gleichzeitig werfe man Europa vor, auf eine Niederlage des Trump-Lagers zu hoffen, um den Krieg gegen Russland weiterführen zu können, erklärt Sebastian Ehm.

Europa ist der neue Gegner Putins, nicht die USA.

Sebastian Ehm, ZDF-Reporter für Russland

Auch eine enge Partnerschaft und Wirtschaftsdeals wären mit den Republikanern einfacher möglich als mit den Demokraten.

Zu sehen ist Ex-Botschafter Rüdiger von Fritsch.

Trump versuche alles, um Unterstützung vor den Midterms zu gewinnen, so der frühere Russland-Botschafter von Fritsch. Er komme Putin entgegen, lockere Sanktionen und setze Kiew unter Druck.

21.10.2026 | 17:43 min

Alle in Europa schauen auf die Midterms

Seit Donald Trump wieder im Präsidentenamt ist, sind die Beziehungen zur EU und zu vielen europäischen Staaten von Unsicherheit geprägt. ZDF-Korrespondent Ulf Röller glaubt, dass die Midterms deshalb eine Mega-Wahl werden, auf die alle Hauptstädte Europas schauen.

Die europäischen Hauptstädte gucken gebannt auf den Ausgang der Wahl.

Ulf Röller, ZDF-Korrespondent Brüssel

ZDF-Korrespondent Ulf Röller sitzt auf einem Stuhl. Er trägt eine Brille und trägt einen dunklen Pullover. Im Hintergrund leuchtet ein Bildschirm, auf dem verschwommen Donald Trump zu sehen ist.

Alle in Europa schauen gerade auf die Midterms. Gibt es die große Abrechnung mit Donald Trump? Ein Blick auf die Hoffnungen und Sorgen der europäischen Regierungschefs.

30.10.2026 | 1:43 min

Die demokratische Mitte in Europa, vertreten durch Friedrich Merz in Deutschland, Donald Tusk in Polen und Emmanuel Macron in Frankreich, würden sich insgeheim freuen, wenn die republikanische Partei und damit Trump eine Abrechnung kassieren und deutlich verlieren würde: "Insgeheim hofft man dann, dass es vielleicht eine Kurskorrektur gibt bei Donald Trump, dass seine Politik nicht mehr so aggressiv gegen Europa ist und nicht mehr so kuschelig gegenüber Putin und unterstützend für die Ukraine, für Regierungschef Selenskyj", so die Einschätzung von ZDF-Korrespondent Ulf Röller.

Die Gruppe der Rechtspopulisten sieht Donald Trump als Ikone.

Eine Niederlage für Trump, glauben viele, würde auch den Rechtspopulisten in Europa ein bisschen den Schwung nehmen. Davor haben sie Angst.

Ulf Röller, ZDF-Korrespondent Brüssel

Die verschiedenen Lager in Europa beobachten die Wahl mit unterschiedlichen Hoffnungen und Sorgen. Das Ergebnis der Midterms könnte die transatlantischen Beziehungen in den kommenden Jahren beeinflussen.

Zwischenwahlen im November
:Midterms in den USA: So steht es in den Umfragen

Werden Donald Trump und die Republikaner die Mehrheit im Kongress verlieren? Das entscheidet sich bei den Midterms im November. Laut Umfragen ist der Wahlausgang noch ungewiss.
von Robert Meyer
Donald Trump an einem Rednerpult, dahinter eine Grafik zu einer Umfrage
Grafiken
Über dieses Thema berichtete die ZDFheute in mehreren Beiträgen am 29.10.2026 und 30.10.2026.

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